Interventionen bewirkten Verteilungsstopp einer Werbebroschüre für Homosexualität an Schüler in Bern

Durch eine skandalöse Werbebroschüre wurden Schüler im Kanton Bern homosexuell beeinflusst. Parteien drohten mit Strafanzeige wegen Verführung Minderjähriger. Auf die Interventionen hin stoppte der Berner Erziehungsdirektor die Verteilung der Broschüre.

Bern (www.kath.net, sb) Die AIDS Hilfe Bern hat Anfang Mai systematisch an Schulen im ganzen Kanton Bern eine Werbebroschüre für die Homosexualität verschickt. Die Broschüre „Selbstverständlich“ ermutigt männliche Jugendliche zu einem homosexuellen „Coming out“ und wirbt mit deutlichen Bildern für homosexuelle Praktiken.

Konfrontiert mit dem „Angebot“ wurden Schüler jeden Alters: Die Broschüre, Bilder und Poster von Schwulen wurden an Heime, Berufsschulen, Jugendzentren und auch Schulen der Stufe Sekundar I und Primar verschickt, zusammen mit dem Angebot an die Lehrpersonen, einen „Fachmann“ von dem Verein „ABQ“ in die Schule einzuladen. Ein Begleitbrief der AIDS Hilfe Bern erklärte den Lehrkräften den Wert dieser Aktion und schlug diesen vor, die Broschüre möglichst in einer Mediothek aufzuhängen, so dass „die Schüler unter Wahrung ihrer Identität ‚klammheimlich’ die Informationen nehmen können“.

Widerstand regt sich von Seiten der Evangelischen Volkspartei (EVP). Sie bezeichnet den Inhalt der Broschüre als „propagandistisch“: „Darin werden männliche Jugendliche animiert, ihren homoerotischen Gefühlen freien Lauf zu lassen, sich in sexuellen Abenteuern zu versuchen und Homosexualität als die selbstverständlichste Sache der Welt zu betrachten“, heißt es. „Zur Erkundung ihrer schwulen Seite wird den Jugendlichen sogar geraten, in Clubs, Parks, Darkrooms und Saunen zu experimentieren.“

Sexualpraktiken homosexueller Männer werden im Detail beschrieben. Und das nicht mit den anatomischen Begrifflichkeiten, sondern mit vulgären Ausdrücken. Zudem ist die Schrift voller an Pornografie grenzender Bilder junger Schwuler in einschlägigen Posen. Das grenzt aus Sicht der EVP an die „Verführung Minderjähriger, wenn man bedenkt, dass diese Broschüre durch öffentliches Auflegen in Schulen bereits von Kindern eingesehen werden kann.“

Die EVP und die Eidgenössisch-Demokratische Union (EDU) prüfen deshalb eine Strafanzeige wegen Verstoß gegen den Artikel 187 des Strafgesetzbuches. Dort heißt es unter Absatz 1: „§1 Wer mit einem Kind unter 16 Jahren eine sexuelle Handlung vornimmt, es zu einer solchen Handlung verleitet oder es in eine sexuelle Handlung einbezieht, wird mit Zuchthaus bis zu fünf Jahren oder mit Gefängnis bestraft.“

Die Anzeige richtet sich unter anderem gegen das Bundesamt für Gesundheit (BAG), welches die AIDS Hilfe Schweiz maßgeblich finanziell stützt: Mehr als drei Viertel – rund zwei Millionen Schweizer Franken – des Budgets kommt vom Bund und damit vom Steuerzahler. Die Anzeige richtet sich auch gegen die AIDS Hilfe Schweiz sowie die Homosexuellen-Organisation „Pink Cross“, die gemeinsam die Broschüre produziert haben.

Unter den 21 Kantonalorganisationen der AIDS Hilfe Schweiz hat die AIDS Hilfe des Kantons Bern, welche wiederum von Steuergeldern – zwei Drittel: zirka eine halbe Million Schweizer Franken – lebt und wirkt, die Broschüre an Schulen verteilt.

Die EVP und die EDU haben außerdem im Parlament dringliche Anfragen an den Bundesrat und an die Kantonsregierung in Bern gestellt. Darin wollen die Parteien wissen, wie viele Steuergelder dafür verwendet wurden und inwieweit der Bund selber das verantworten muss. (www.kath.net, sb)

Interventionen fruchteten: Verteilaktion wurde nach einem Monat gestoppt

Wie die NZZ am Sonntag am 5. Juni berichtete, hat der Berner Erziehungsdirektor Annoni die Verteilung der Broschüre gestoppt. In einem Brief an alle Schulleiter hielt er fest, die neueste Broschüre der AIDS-Hilfe sei „nicht geeignet“, an Volksschulen eingesetzt zu werden. Das Heft sei aus „Kindesschutzsicht problematisch“. Wie die NZZ am Sonntag weiter berichtet, ist die Broschüre an 700 Schul- und Heimleiter geschickt worden. Die Aufforderung, sie in der Mediothek aufzulegen, damit die Jungen sich klammheimlich bedienen können, verstosse gemäss Regierungsrat Annoni gegen geltendes Recht. Bei der Verteilaktion sei das Heft 11- bis 15jährigen Schülern zugänglich gemacht worden.

Den Interventionen der EVP ist es wohl zu verdanken, dass die Aktion gestoppt wurde und weiterer Schaden durch die Werbebroschüre verhindert werden konnte. (HLI)


kath.net vom 6.6.2005: Kanton Bern stoppt Verteilung von Homosexuellen-Werbebroschüre.
kath.net vom 4.5.2005: AIDS-Hilfe Bern lanciert Homo-Propaganda in Schulen.