Alternativ-Veranstaltung neben dem Weltkongress der Suizidhelfer

(Euthanasie Prevention Coaltion, Zürich-Oerlikon, 14.06.2012). Die Euthanasia Prevention Coalition führt am Freitag, 15. Juni zwischen 08:30 Uhr und 16:30 eine Alternativveranstaltung zum Suizidhelferkongress durch. Die Veranstaltung steht unter dem Titel „Assistierter Suizid: Selbstbestimmung auf Abwegen?“ und findet im Büro-Gebäude an der Hofwiesenstrasse 350 in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Zürich-Oerlikon statt. Sprecher sind u.a. Alex Schadenberg, Direktor der veranstaltenden Organisation, Prof. Dr. theol. Dr. med. Thierry Collaud, Präsident der Bioethikkommission der Schweizer Bischofskonferenz und der Ethiker Andreas Näf.

Alex Schadenberg wird in seinen drei Referaten anhand der neuesten Studien und den Erfahrung in Ländern mit staatlichen Regelungen des Suizids klar aufzeigen, dass der assistierte Suizid keineswegs ohne Komplikationen vor sich geht, wie es die Sterbehilfeorganisationen darstellen. In verschiedenen Ländern (z.B. Belgien, Holland) erfolgt die Tötung von Patienten sogar ohne Einwilligung der Betroffenen. Allein schon unter dem Aspekt der „Patientensicherheit“ und der Gefahr des Missbrauchs von betagten Personen ist der „bestellte Tod“ abzulehnen (Studien siehe Fussnote). In angelsächsischen Ländern findet deshalb jeweils am 15. Juni der „World Elder Abuse Awareness Day“ statt. Die staatliche Zulassung und Regelung der Suizidhilfe sind kaum geeignet, wirksame Schranken zu setzen und erweisen sich in der Praxis als unwirksam oder zumindest sehr löchrig. Der assistierte Suizid wird nicht selten von Angehörigen, Medizinalpersonal und Institutionen missbraucht. Neben einem Zielkonflikt mit dem Heilungs- oder Palliativ-Auftrag bedeutet der Zutritt von Suizidhilfeorganisationen zu staatlichen Gesundheitsinstitutionen eine klare Bedrohung der europäischen Grundwerte und der Menschenrechte.

Andreas Näf von „Ja zum Leben“ wird u.a. über die Umsetzung des Palliativkonzepts im Kanton Thurgau sprechen. Dort war ein politischer Vorstoss bereits im Jahr 2009 erfolgreich. Dieser versichert den Bewohnerinnen und Bewohnern des Kantons einen Rechtsanspruch auf Palliative Care.

Der Präsident der Bioethikkommission der Schweizer Bischofskonferenz, Prof. Dr. theol. Dr. med. Thierry Collaud referiert zum Thema „Einander vielmehr helfen zu leben, als zu sterben“. Als langjährig praktizierender Arzt und als Professor für Moraltheologie an der Universität Fribourg hat er eine reiche Erfahrung in Fragen des Leidens und Sterbens.

Bereits am Dienstag fand eine Pressekonferenz der „Euthanasia Prevention Coalition“ statt. Dabei erklärte der Vizepräsident von HLI-Schweiz, Dr. Roland Graf: Unter den gegebenen Umständen würden zunehmend Menschen per Suizid aus dem Leben scheiden, die dies in ihrem Innersten gar nicht wollen. Der von Exit proklamierte Freitod münde dann in „fremdbestimmte Selbsttötung“. Statt dessen müssten die Pallitative Medizin und Hospize gefördert werden. Er wies zudem auf das Problem hin, dass zunehmend Ärzte und Pflegepersonal in Gewissenskonflikte kommen, weil sich ihr Auftrag zur Heilung und Pflege niemals und unter keinen Umständen mit Beihilfe zum Suizid in Einklang bringen lasse.

Die Euthansia Prevention Coalition ist eine weltweit offene Plattform der Gegner des assistierten Suizids. Aus aktuellem Anlass wurde eine Pressedokumentation zusammengestellt. Sie finden darin u.a. Beiträge der oben erwähnten Persönlichkeiten. Zusätzlich finden Sie einen Beitrag von Frau Dr. Monika Renz, Eugen Brysch, Geschäftsführer der Deutschen Hospizstiftung, Gerhard Steier, Bundesverband Lebensrecht. Die Dokumentation enthält auch ein Programm der Veranstaltung von morgen Freitag, den 15.06.2012. Sie können es unter folgendem Link herunterladen:
human-life.ch/upload/dokumente/20120614_Exit-Weltkongress_Pressemappe_V4.0.pdf

Quellen / Links

– Kenneth Chambaere, Johan Bilsen, Joachim Cohen, Bregje D Onwuteaka-Philipsen, Freddy Mortier and Luc Deliens: Physician-assisted deaths under the euthanasia law in Belgium: a population-based survey CMAJ published ahead of print May 17, 2010, doi:10.1503/cmaj.091876: 32% aller Euthanasiefälle in Flandern (Belgien) warden ohne Einwilligung oder Verlangen der Patienten durchgeführt und lediglich 53% aller Euthanasiefälle in Flandern werden rapportiert.
– End-of-Life Practices in the Netherlands under the Euthanasia Act
Agnes van der Heide, M.D., Ph.D., Bregje D. Onwuteaka-Philipsen, Ph.D., Mette L. Rurup, Ph.D., Hilde M. Buiting, M.Sc., Johannes J.M. van Delden, M.D., Ph.D., Johanna E. Hanssen-de Wolf, M.Sc., Anke G.J.M. Janssen, M.A., H. Roeline W. Pasman, Ph.D., Judith A.C. Rietjens, Ph.D., Cornelis J.M. Prins, M.Sc., Ingeborg M. Deerenberg, M.Sc., Joseph K.M. Gevers, Ph.D., Paul J. van der Maas, M.D., Ph.D., and Gerrit van der Wal, M.D., Ph.D.; N Engl J Med 2007; 356:1957-1965May 10, 2007: 550 Fälle von Euthanasie ohne Einwilligung oder ohne Verlangen 2005 in Holland und ungefährt 20% aller Euthanasiefälle warden nicht rapportiert.
– Palliative Care: Euthanasia and Depression: A Prospective Cohort Study Among Terminally Ill Cancer Patients
Marije L. van der Lee, Johanna G. van der Bom, Nikkie B. Swarte, A. Peter M. Heintz, Alexander de Graeff and Jan van den Bout
JCO Sep 20, 2005:6607-6612; published online on August 22, 2005: Leute mit einer depressiven Stimmung verlangen 4,1mal mehr nach einem assistierten Suizid als andere

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