HLI beteiligt sich an Beschwerde gegen BAG-Kampagne Love Life

35 Kinder und Jugendliche und ihre Eltern haben am 22. Juli 2014 mit Unterstützung der Stiftung Zukunft CH und weiterer Organisationen (Christians for Truth, EDU Schweiz, Human Life International (HLI) Schweiz, Jugend und Familie, Schweizerische Stiftung für die Familie SSF) beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) ein Gesuch gegen die aktuelle Anti-Aids-Kampagne „Love Life – Bereue nichts“ eingereicht. Sie verlangen, dass die öffentliche Verbreitung von sexuellen Darstellungen in Bildern und Filmen sofort beendet wird.

Mit Berufung auf ihre besonderen schutzwürdigen Interessen, zu deren Wahrung der Staat in seinem Handeln verpflichtet ist, fordern die Kinder und Jugendlichen gestützt auf das Verwaltungsverfahrensgesetz (Art. 25a Abs. 1) die umgehende Beendigung der skandalösen Kampagne. Insbesondere möchten sie damit die Kampagnen-Plakate verhindern, die ab 28. Juli 2014 den öffentlichen Raum mit hochsexualisierten Bildern zu überschwemmen drohen. Die Gesuchsteller erwarten somit vom BAG innert nützlicher Frist eine Unterlassungs-Verfügung.

Gemäss Art. 11 Abs. 1 der Bundesverfassung (BV) haben Kinder und Jugendliche Anspruch auf besonderen Schutz ihrer Unversehrtheit und auf Förderung ihrer Entwicklung. Dies gilt insbesondere auch für ihre geschlechtliche Entwicklung. Durch die gewählten Abbildungen wirkt die Kampagne allerdings sexuell aufreizend und erweckt in hohem Mass die Gefahr, namentlich Jugendliche zu unbedachten und verfrühten sexuellen Aktivitäten zu verleiten, die sie in Gefahr bringen und die sie später bereuen könnten. Indem sie Menschen als reine „Lust-Maschinen“ darstellt, verstösst die Kampagne zudem gegen die ebenfalls in der BV garantierte persönliche Unversehrtheit und Menschen-Würde. Das BAG überschreitet und verletzt mit der aktuellen Kampagne zudem seinen Auftrag zur Prävention ansteckender Krankheiten.

Kontraproduktiv und (gesundheits-)schädigend

Zu frühe, der Person nicht entsprechende oder mit den falschen Partnern erfolgende geschlechtliche Handlungen können nicht nur heftige Reue-Gefühle auslösen, sondern auch weitergehende psychische Schäden bewirken. Die Kampagne „Love Life – bereue nichts“ zeigt solche Zusammenhänge überhaupt nicht. Sondern stellt sexuelle Aktivität per se als erstrebenswert dar. Damit mutiert sie gerade zum Gegenteil dessen, was sie eigentlich sein soll – nämlich eine Präventions-Kampagne.

Schädigende „Vorbild“wirkung zeigt die Kampagne auch, weil für Jugendliche besonders in der Pubertät das Verhalten von Erwachsenen sehr attraktiv wirkt – schliesslich wollen sie selbst möglichst schnell erwachsen erscheinen und deren Freiheiten erleben. Die Love-Life-Kampagne schafft mit ihrem öffentlich zugänglichen Bildmaterial somit erhebliche Anreize, das dargestellte – und offensichtlich mit einem Kick verbundene – Risiko-Verhalten der Erwachsenen nachzuahmen. Dies umso mehr, als bekanntermassen die Risikofreude bei Menschen zum Teil bis über das 20. Lebensjahr hinaus grösser ist als später. Somit nimmt die Kampagne auch das Risiko in Kauf, die Zahl der Ansteckungs-Opfer um besonders schützenswerte Personen zu erweitern.

Auf die Spitze treibt das BAG die Kampagne, durch einen Aufruf für ein Sex-Casting ohne Alters-Begrenzung. Direktor Pascal Strupler lädt damit die Öffentlichkeit zu steuer-finanzierten Porno-Produktionen ein. Dies vermittelt auf Jugendliche den Eindruck, das sei aktuelle Leit-Kultur.

Die Kampagne offenbart die versteckten Interessen des BAG

Bereits in der Bewertung der nationalen STOP AIDS-Kampagne von 2005 wurde auf Gefahren aufmerksam gemacht: Sexualisierte Bilder rivalisieren mit den eigentlichen Botschaften, die transportiert werden sollen. Sie können die Botschaften sogar gänzlich überdecken. Umso mehr trifft dies auf die Kampagne 2014 zu, in deren Bildmaterial so gut wie überhaupt keine Präventions-Botschaft mehr sichtbar ist. Dem Publikum werden einzig die freizügigen Sex-Szenen in Erinnerung bleiben.

So skandalös dieser Befund ist, so wenig mag es einen erstaunen, dass ausgerechnet das BAG in Zusammenarbeit mit Sexuelle Gesundheit Schweiz und der Aids-Hilfe Schweiz derart destruktive Kampagnen lanciert. Ein Blick auf die Aktivitäten des BAG und seiner genannten Partner zeigt es: Gesundheit und Prävention fungieren schon seit Jahren auch als Deckmantel, die Bevölkerung und – so die Pläne des BAG für die Schule – auch schon Kinder zum Erwecken und hemmungslosen Ausleben ihres Sexual-Triebes zu animieren.

Die International Planned Parenthood Federation (IPPF) ist offizieller Partner des BAG [1].
Die IPPF fordert „sexuelle Rechte“ für die Kinder. „There is a common misconception that young people are not, or should not be sexual beings.“ [2]

Dabei bietet sie (finanzierte) „Dienste“ an, die oft dazu gehören: 874’868 (!) chirurgische und medizinische Kinder-Tötungen weltweit im 2013. Mit $136,1 Millionen Einkommen im 2013 ist die IPPF finanziell äusserst potent. [3].

Die als Unterstützer an dieser Klage beteiligten Organisationen verlangen die sofortige Beendigung der Kinder-verderbenden Love-Life-Kampagne. Darüber hinaus erhoffen sie sich eine breite gesellschaftliche und politische Diskussion über die komplett falsche und mehr als fragwürdige Ausrichtung des BAG und seiner genannten Partner-Organisationen. Im gesamten Bereich der durch Steuer-Geld finanzierten sogenannten „sexuellen Gesundheit“.

Anhang: Statements von Betroffenen (zur freien Verwendung)

„Ich habe mich auf der Seite lovelife.ch informiert. Einerseits warnen Behörden Schüler vor Sexting, und dann machen sie so etwas. Es ist wirklich eine Schweinerei.“ (Mutter von zwei Teenagern)

„Leute, die sich vor der Kamera beim Sex ablichten lassen, haben ein Problem. Dass diese Bilder nun an Bahnhöfen, Kreuzungen, womöglich gar vor Schulhäusern unseren Kindern unter die Nase gehalten werden sollen, ist eine verantwortungslose Schweinerei. Solche Bilder sind für Kinder eine Zumutung, wirken verstörend und stellen auch alle elterlichen Bemühungen, Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit der Sexualität beizubringen, in Frage. Wer etwas anderes behauptet, hat von Kindern und Jugendlichen keine Ahnung.“ (Vater von drei Kindern und Lehrer)

„Es wird echt immer primitiver, was in der Öffentlichkeit geboten wird. Und keiner denkt dabei an die Kinder. Für mich hat das Bundesamt für Gesundheit jede Glaubwürdigkeit verloren! Wer soll da noch Vertrauen haben, dass die Behörden wirklich die Gesundheit fördern und in der Schule sorgfältig mit dem Thema Sexualität umgehen? Stattdessen verharmlosen sie HIV und vermarkten die menschliche Sexualität als billige Ware. Gerade als Frau fühle ich mich durch diese Bilder sehr verletzt.“ (Mutter von drei Kindern)

„Ich finde es schlecht, dass man Jugendlichen sagt, dass sie keine Sex-Filme und Bilder anschauen oder gar machen dürfen, und gleichzeitig starten die Erwachsenen eine Kampagne, in der man genau das tun soll. Super Vorbilder!“ (Jugendlicher, 13 Jahre)

Quelle/Links:

HLI (2009). Condoms Little-Known Scientific Facts

 

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