Tagung: 10 Jahre HLI-Schweiz vom 24. Sept. 2001

10 Jahre Human Life International Schweiz

 

  Geschichtlicher Rückblick von Gründungspräsident, Dr. med. Rudolf Ehmann

Im Jahre 1981 gründete der Benediktinerpater Paul Marx in den USA Human Life International (HLI) als Antwort auf die Liberalisierung der Abtreibung. HLI setzt sich dieser bedenklichen Entwicklung entgegen, weil die Geschichte lehrt, dass der Schutz und die Würde des menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod ein Grundrecht darstellt, das keine Art von Einschränkungen und Abstrichen erträgt, ohne weitreichende Konsequenzen und Dammbrüche in Kauf zu nehmen.

Aus dieser Überzeugung heraus gründete Pater Marx in der ganzen Welt weitere Sektionen von HLI. Am 9. März 1991 fand in Stans in Anwesenheit von Pater Marx die Gründung von HLI-Schweiz als 38. Sektion statt. In einem Referat erzählt er den rund 50 Anwesenden von seiner Arbeit in aller Welt um mittels Aufklärung und aktiver Unterstützung der betroffenen Frauen und Familien Abtreibungen zu verhindern. Bei einer Begegnung mit dem Papst Johannes Paul II. sagte der Hl. Vater zu Pater Marx: "Sie machen die wichtigste Arbeit auf dieser Welt!" HLI setzt sich ein für eine "Kultur des Lebens" gemäss dem Aufruf des Papstes in der Enzyklika "Evangelium Vitae".

Am 12. Dezember 1991 fand die konstituierende Gründungsversammlung von HLI-Schweiz mit Statuten und der Wahl des ersten Vorstandes statt. Dr. med. R. Ehmann, Stans, wurde zum ersten Präsident gewählt.

Ab 1992 wurde der HLI-Report, unser Publikationsorgan, herausgegeben. Er erscheint jeweils 4 mal jährlich und berichtet über unsere Tätigkeiten und aktuelle Ereignisse.

1992 konnte ein erstes Projekt verwirklicht werden. HLI-Schweiz konnte in Luzern einen Raum mieten mit Schaufenster. Dort informierten wir jeweils über verschiedene Pro-Life Themen. Der Raum selber wurde während eines Jahres als Beratungsstelle für Natürliche Empfängnisregelung benutzt. Nach zwei Jahren musste dieser Raum jedoch aufgegeben werden. Es fehlte an Finanzen für die weitere Miete und an aktiven Mitarbeitern.

Im Herbst 1992 wurde die Initiative "Für menschenwürde Fortpflanzung" FMF lanciert. Diese wurde von HLI tatkräftig unterstützt und mitgetragen.

Seit Einreichung der parlamentarischen Initiative Haering-Binder für eine Fristenlösung im Herbst 1993 kämpft auch HLI gegen die Einführung dieser Fristenlösung, jedoch für ‚echte Lösungen‘, welche die Probleme für ungewollt Schwangere und nicht deren Kinder beseitigten. Deshalb wehrten wir uns auch schon früh mit anderen Organisationen zusammen gegen die Einführung der Abtreibungspille RU486.

HLI-Schweiz ist auch international aktiv. Mitglieder von HLI nahmen an verschiedenen Konferenzen in Europa und regelmässig auch an den Jahresweltkongressen in den USA als Vertreter der Schweiz teil. HLI Schweiz schickte auch als Nichtregierungsorganisation (NGO) jeweils eine Delegation an die UNO-Weltbevölkerungskonferenz in Kairo 1994, an die UNO-Frauenkonferenz in Peking und an die UNO-Konferenz Habitat in Istanbul. Dort engagierte sich die Delegation mit anderen Pro-Life Organisationen und Vertretern des Vatikans in intensiver Lobbyarbeit für den Schutz des Lebens und die Familie.

Wir unterstützen letztes Jahr in 2 Projekten einen jungen Seminaristen in Albanien und eine Pro-Life Konferenz in Moskau.

Am 19. September 1998 ging ein langjähriger Wunsch in Erfüllung! In Anwesenheit von Erzbischof Wolfgang Haas konnte unser Sekretariat im Rahmen einer Feier mit Kurzreferaten eröffnet werden.

Dies war nur möglich mit der tatkräftigen Unterstützung von vielen grosszügigen Spendern und Mithelfern. Seit dieser Zeit führte Anita Walser mit grossem Erfolg dieses Sekretariat in Teilzeitarbeit. Seit Beginn dieses Jahres ist jetzt Stefan Rüegg ihr Nachfolger.

Im Oktober 1999 organisierten wir eine HLI-Konferenz in Zürich mit vielen interessanten Referaten und internationaler Beteiligung.

1998 besuchte Father Philipp Reilly die Schweiz. In einem eindrücklichen Referat berichtete er über die Rosenkranzprozessionen zu Abtreibungskliniken in New-York. Zusammen mit ihm führten wir auch in Zürich eine solche Prozession von der Liebfrauen-Kirche zur Frauenklinik durch. Seither findet diese Prozession regelmässig 6 mal im Jahr statt. Im Laufe der Jahre erkannten wir immer mehr, dass im Kampf zum Schutz des Lebens gemeinnützige, informative und politische Tätigkeiten

nicht genügen. Die spirituelle Dimension in der Kraft des Gebetes ist heute immer wichtiger. Ohne die Hilfe Gottes und die Unterstützung durch die Muttergottes Maria ist unser Kampf hoffnungslos.

Deshalb sehen wir es als eine wichtige Aufgabe von HLI-Schweiz diese spirituelle Dimension aktiv zu fördern mit diesen Gebetsprozessionen, mit Aufruf zu weiteren Gebetsaktionen am Tag der "unschuldigen Kinder" (28.Dezember) und jetzt seit diesem Jahr mit der Aktion "100‘000 Rosenkränze für das Leben". Diese Aktion soll den Kampf gegen die Fristenlösung bis zur Volksabstimmung spirituell tragen helfen. Möge das Gebet unseren Kampf gegen die Fristenlösung bis zur Volksabstimmung tragen und einer "Kultur des Lebens" zum Durchbruch verhelfen.

 

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