Vortrag für HLI am 23. Oktober in Zürich
Referent: Dr. med. Rudolf Ehmann
Verhütung und Sexualität
Kontrazeption1 Segen oder Fluch
Die Kontrazeption ist untrennbar verbunden mit der geistig sittlichen Situation Europas und fast der ganzen industrialisierten Welt unserer Zeit. Gepriesen als Segen auf der einen, als Fluch verdammt auf der anderen Seite, löste sie größte ideologische und gesellschaftliche Veränderungen aus.
Trennung von Sexualität und Fortpflanzung
Zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte gelang die Trennung von Sexualität und Fortpflanzung in großem Umfang. Dieser bis dahin der privaten Sphäre angehörende Bereich drang nun plötzlich gewaltig in die Öffentlichkeit. Es wurde ein Recht auf frei verfügbare Sexualität gefordert mit Sprengung aller bisherigen Grenzen. Das Lustprinzip erhielt Vorrang vor der biologischen Bestimmung der Sexualität, der Fortpflanzung. Die Pornographiewelle leitete diesen Prozeß theoretisch ein, die Kontrazeption vollzog ihn faktisch.
Medikalisierung der Empfängnisverhütung
Im Rahmen dieses Vorganges geschah etwas bisher nicht Dagewesenes: Die Empfängnisverhütung wurde nahezu vollständig medikalisiert: Der Arzt, bis anhin Lebensförderer, wurde unverhofft und zunächst ungewollt zum wesentlichen Mitbestimmer der Lebensverhinderung und damit einer Geburteneinschränkung, unter deren Folgen die westliche Welt noch lange zu leiden haben wird.
Die Medikalisierung erfolgte nicht von ungefähr, handelt es sich bei den wesentlichen modernen Kontrazeptiva doch um »Medikamente« im weitesten Sinne. Das heißt: Es geht um den Einsatz von Mitteln, die in einer grundsätzlich so weitreichenden Weise in den menschlichen Organismus eingreifen, daß die Zuziehung des zuständigen Spezialisten unerläßlich geworden ist.
Ein Novum war auch, daß erstmals in der Medizin Pharmaka in großem Stil nicht aus medizinischer Indikation, sondern aus anderen Gründen eingesetzt wurden.
Das kleinere Übel
Es fiel nicht schwer, die Ärzte für dieses Vorhaben zu gewinnen, indem ihnen wie auch der Bevölkerung das Schlagwort suggeriert wurde: »Lieber Verhüten als Abtreiben.«
Daß damit der Teufel durch Beelzebub ausgetrieben werden sollte, merkten die wenigsten. Denn gleichzeitig wurde besonders auch von Moraltheologen der Begriff des »kleineren Übels« breitgetreten; er hat seine Wirkung ebenfalls nicht verfehlt, er wirkte sehr verfänglich und tut es immer noch.
Identität internationaler Lobbyisten
Fast gleichzeitig wurde die Abtreibung in allen westlichen Ländern systematisch und Schritt für Schritt mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, selbst mit Lüge und Sprachmanipulation propagiert: Geltende Strafvorschriften wurden zuerst gezielt übertreten, dann vom Gesetzgeber weitgehend aufgehoben und damit das Bewußtsein von der eigenen, unantastbaren Würde und dem unveräußerlichen Lebensrecht des ungeborenen Kindes zerstört. Mit falschen Zahlen wurden parlamentarische Willensbildungsprozesse »vorstrukturiert«.
Gemeinsamkeiten zwischen Kontrazeption und Abtreibung:
das Kind als Bedrohung
Wir wissen heute: Kontrazeption und Abtreibung hängen engstens zusammen. Nicht nur, wie wir noch sehen werden, hinsichtlich des Wirkmechanismus der Kontrazeptiva, sondern vor allem auch ideologisch und psychologisch. Eine wirkungsvolle Kontrazeption will verhüten: Es ist das Kind, das verhindert werden soll. Dadurch entwickelte sich zunehmend eine negative Einstellung zum Kind, es kristallisierte sich rasch das Feindbild Kind heraus. Da es die Sexualität ist, die hier involviert ist und die einen dominierenden Trieb des Menschen darstellt, war es unumgänglich, daß diese gegenüber dem Kind bald die Priorität erhielt. Das Kind wurde immer mehr zur unerwünschten Begleiterscheinung der Sexualität. War es trotz Kontrazeption zu einer Zeugung gekommen, so blieb meist die Haltung gegen ein Kind bestehen. Das Nein zur Weckung von Leben ließ und läßt sich meist nicht stoppen; es wandelt sich dann konsequenterweise leider nur zu oft zu einem Ja zur Abtreibung und damit zum Nein auch dem bereits entstandenen Leben gegenüber.
Den Promotoren der Kontrazeption war wohl bewußt, daß kein Antikonzeptivum letzte Sicherheit bot und als letzter Ausweg nur die Abtreibung bleiben würde. So wurde die Abtreibung zur Absicherung der Kontrazeption benötigt und daher auch gleichzeitig propagiert. Dies kommt sehr explizit zum Ausdruck in der Zeitschrift von PRO FAMILIA, der Deutschen Gesellschaft für Sexualberatung und Familienplanung e.V.:
»Widersprechen wir doch endlich immer wieder dem Unsinn von der sicheren Verhütung, von der Leichtfertigkeit der Weiber und der Heiligkeit des ungeborenen Lebens.«
Von Kalifornien wissen wir, daß 40% der 300000 500000 Abtreibungen pro Jahr durch Kontrazeptionsversager bedingt sind.
Aufschlußreich ist auch die Beobachtung, daß ausgerechnet in den Ländern, welche die moderne Kontrazeption im großen Stil akzeptierten, die Abtreibungszahlen im gleichen Zeitraum nicht ab-, sondern massiv zunahmen. Für viele wurde durch eine schleichende Mentalitätsänderung die Kontrazeption schließlich durch die Abtreibung ersetzt, wie dies Jugoslawien und die ehemalige DDR beweisen.
Seitens der Bevölkerungsplaner wurde sie schließlich als reguläres Mittel zur »Geburtenkontrolle« eingesetzt. So ging wohl der größte Teil der Ärzte dieser infamen Täuschung »lieber Verhüten als Abtreiben« auf den Leim.
Auch Christopher Tietze vom Population Council, einer der obersten Bevölkerungsplaner, erklärte 1983:
»Weil Abtreibung und Empfängnisverhütung die Vermeidung unerwünschter und fehlterminierter Geburten als gemeinsames Ziel teilen, besteht eine hohe Wechselbeziehung zwischen Abtreibungs- und Empfängnisverhütungserfahrung in Bevölkerungen, wo sowohl Empfängnisverhütung als auch Abtreibung erhältlich sind und wo Paare versucht haben, die Zahl und den Abstand ihrer Kinder zu regulieren. In solchen Gesellschaften haben Frauen, welche Empfängnisverhütung praktiziert haben, wahrscheinlich eher eine Abtreibung, als solche, die dies nicht taten. Abtreibung allein ist eine unwirksame Methode der Fruchtbarkeitsregulierung, aber sie wird zunehmend in dem Maß wirksamer, in dem die Ausweitung der Anwendung von Empfängnisverhütungsmitteln ihr die Rolle einer Rückversicherungs-Maßnahme zuweist«.
Tietze stellte bereits 1978 fest: "Vermutlich werden 20-50% der Pillenbenutzerinnen und eine ansehnliche Anzahl von Benutzern anderer Methoden innerhalb von 10 Jahren mindestens zwei oder mehr Abtreibungen durchmachen.
Der Abtreibungsbefürworter M. Potts sagte bereits 1973:
»Wenn die Menschen sich der Kontrazeption zuwenden, wird es zu einem Anstieg und nicht zu einem Absinken der Abtreibungsrate kommen... «
Und 1979 erneut:
»Keine Gesellschaft hat ihre Fruchtbarkeit kontrolliert..., ohne Rückgriff auf eine signifikante Anzahl von Abtreibungen. In der Tat ist die Abtreibung oft der Ausgangspunkt für die Fruchtbarkeitskontrolle.«
J. Bury von den Brook Advisory Centres stellte 1981 fest:
»Es gibt überwältigende Belege dafür, daß im Gegensatz zu dem, was man erwarten würde die Bereitstellung der Kontrazeption zu einer Zunahme der Abtreibungsrate führt.«
Ebenso sieht Pierre Chaunu einen Zusammenhang:
»Es gibt nicht eine Verhütung, eine Abtreibung und eine Sterilisierung, sondern sie alle bilden ein Ganzes, bei dem das eine sich zwangsläufig aus dem anderen entwickelt. So wie Liebe, Geschlechtlichkeit und Fortpflanzung ein Ganzes aus relativ autonomen und doch nicht völlig voneinander zu trennenden Wirklichkeiten bilden, so sind auch künstliche Empfängnisverhütung, Abtreibung und Sterilisierung nichts als drei Etappen ein und derselben Familienpolitik.«
Daß die immer wieder aufgestellte Behauptung, die Benutzung von Verhütungsmitteln würde die Abtreibungszahlen senken, wie es in dem Werbespruch »Lieber Verhüten als Abtreiben« unmißverständlich zum Ausdruck kommt, falsch ist, beweisen die jüngsten Zahlen aus England, das zu den Ländern mit der höchsten Pillen-Akzeptanz gehört: Dort nehmen 43% (!) der Frauen die Pille; das ist fast jede zweite englische Frau! Würde die Benutzung von Verhütungsmitteln die Abtreibungszahlen senken, müßte die Abtreibungsquote in England entsprechend gesunken sein. Das ist aber nicht der Fall. Vielmehr hat die Quote der Abtreibungen in England und Wales nach den von der britischen Regierung 1988 vorgelegten offiziellen Zahlen einen neuen Höchststand erreicht. Danach stieg die Zahl der Abtreibungen von 1969 bis 1988 von 7% auf 20%. Das ist eine Steigerung von fast 300%!. Bei Teenagern stieg die Zahl sogar von 9% auf 36%, hat sich also vervierfacht. In Schottland betrug die Zahl der Kindestötungen im Mutterleib rund 16%. In Großbritannien sind Abtreibungen seit 1967 legalisiert. 1989 wurde die Frist für die straffreie Tötung ungeborener Kinder von 28 auf 24 Wochen verkürzt.
Nach Louhanana hatten Frauen, die die Pille benützt hatten, mehr Abtreibungen als solche, die sie nie genommen hatten.
Wertfreie Medizin Medizin ohne Ethik
Mit einer Relativierung der Moralbegriffe wurde im weiteren eine wertfreie Ethik angestrebt. Man dürfe niemandem seine Wertvorstellungen aufdrängen, selbst wenn es sich um die Wahrheit handelt. Daraus wurde dann die wertfreie Medizin, die Medizin ohne Ethik. Das führte soweit, daß ein »gut katholischer« Arzt, der sich am Namen »World Federation of Doctors Who Respect Human Life« stieß, sagen konnte: »Es gibt keinen Arzt, der das Leben nicht achtet.« Der Betreffende legt Frauen die frühabtreibende Spirale mit der Begründung ein, sie wünschten dies und seien nicht imstande, diese sich selbst einzulegen. Dieses Verhalten weist auf eine weitere Folgeerscheinung der »modernen Ethik« hin, nämlich die Permissivität in der Medizin. Der Patient kann wünschen, der Arzt ist lediglich der neutrale, wertfrei Ausführende. Das kann, angefangen von kosmetischen Eingriffen über die Kontrazeption, die pränatale Diagnostik und Abtreibung bis hin zur Euthanasie seine Gültigkeit haben.
In engem Zusammenhang mit dieser Entwicklung steht die zunehmende Machbarkeit in der Medizin. Machbar ist beispielsweise die »Korrektur« eines bestehenden Schadens; so kann z.B. bei einer entzündungsbedingten Eileitersterilität einerseits durch mikrochirurgische Eingriffe und andererseits durch die Befruchtung im Reagenzglas (IVF/ET) der Frau u.U. doch noch zu einem Kind verholfen werden. Nisten sich durch letztere »Behandlungsmethode« zu viele Embryonen in die Gebärmutter ein, so kann durch den selektiven Fötozid eine beliebige Anzahl von Kindern im Mutterleib getötet werden, um den Übrigbleibenden eine bessere Überlebenschance zu geben. Mit solchen scheinhumanitären Begründungen wird der selektive Fötozid gerechtfertigt. Unberücksichtigt bleibt dabei, daß durch diese Art der Behandlung (Reagenzglaszeugung) menschliches Leben direkt vernichtet und die Ursache der Sterilität nicht behoben wird; folglich handelt es sich eigentlich gar nicht um eine echte Therapie. Ferner ist IVF/ET prinzipiell embryonenverbrauchend und damit embryonenvernichtend diese Verfahren haben somit bereits unzähligen ungeborenen Kindern das Leben gekostet.
Verhütung braucht Sexualität, braucht aber Sexualität auch die Verhütung?
Dabei stellt sich die Frage: welche Sexualität? Denn Sexualität ist nicht gleich Sexualität. Wir sieht wohl die Art von Sexualität aus, die hier angesprochen sein will. Siegmund definiert sie folgendermassen :
" Bekanntlich sind es die Triebe, die sich um die menschliche Fortpflanzung gruppieren, der erotische Trieb und der engere sexuelle Trieb, die derart süchtig werden können, dass sie schliesslich wie eine Krebswucherung die Gesamtpersönlichkeit eines Menschen zerstören."
Somit ist die Verhütung speziell für eine bestimmte Art von Sexualität zuständig und gedacht : nämlich die Sexualität i.S. der Libertinage, d.h. die voreheliche und aussereheliche Sexualität, die Sexualität der Promiskuität insbesondere, denn in diesen Fällen darf in der Regel kein Kind entstehen.
Denn hier erfolgt die Trennung von Sexualität und Fortpflanzung, welche zwangsläufig den Einsatz der Kontrazeption bedingt, da diese Art von Sexualität die Fortpflanzung ausschliesst. Wenn auch nicht bestritten werden will, dass die Sexualität notwendig zur Partnerschaft gehört, wenn sie aber von der Fortpflanzung abgekoppelt wird, hat das Lustprinzip den Vorrang.
Dabei gibt es noch eine ganz simple Erkenntnis: Je mehr Sexualität, um so mehr Schwangerschaften, nach der Ueberlegung: wenn Sexualität geübt wird, dann ist Schwangerschaft prinzipiell möglich.
Und genau darauf stellt auch die Propagierung ab, sei es seitens Bevölkerungsideologen, sei es der chemischen Industrie oder der Verhütungsideologie. Dazu gehört auch, dass die entsprechende Art von Sexualität adäquat propagiert und gefördert wird. Und dazu dient ja schlussendlich auch die Pornographie, womit die Sexualisierung der Gesellschaft begonnen hat. So angeheizt, änderte und liberalisierte sich das Verständnis der Sexualität ganz automatisch.
Betrachtet man das moderne Sexualverhalten, so erkennen wir das Resultat dieser Bemühungen. Wendy Shalit hat dies in ihrem Aufsehen erregenden Buch "A Return to Modesty"2 eindrücklich beschrieben. Wenn man gemäss ihren Ausführungen - z.B. das hook-up3 (=ankabeln) in den USA zugrunde legt, bleibt an sich kaum etwas anderes übrig, als bei der superschnell gelebten Sexualität Verhütung zu üben, da sonst die Folgen sozial unabsehbar sind. Der äussere Zwang wird auf diese Weise durch das Schaffen solcher Umstände, ja bereits Fakten diese Ueberzeugung zementieren.
Verhütung geht heute soweit, dass gleichgeschlechtliche Liebe gefördert wird, da es sich dabei um nicht-reproduktive Sexualität handelt.
Dies alles bildete die Grundlage sowohl für die Kommerzialisierung der Sexualität wie auch der Verhütung mit all ihren Methoden. Diese unglückliche Kopplung führte zu unabsehbaren Folgen in unserer Gesellschaft. Praktisch nichts blieb davon unberührt. Insbesondere traf und trifft es unsere Jugend, die, überschwemmt von dieser permanenten Sinnlichkeit, nicht mehr aus noch ein weiss. Die Unmoral wurde zur Normalität, und als solche definiert. Bewährte Wertvorstellungen wurden pervertiert.
Begonnen wird damit schon im Kindergarten, mit Fortsetzung in der Grundschule und den weiter führenden Schulen mit der Sexualerziehung, die ganze Arbeit leistet. Den Fortgang dieser Vorgehensweise finden wir heutzutage in der Vermarktung der Sexualität im Internet. So gesehen, hat sich die Verhütung unentbehrlich gemacht, inkl. der Abtreibung, die ja zur heute am meisten verwendeten Geburtenregelungsmethode geworden ist; sie gehört damit ebenfalls in den grösseren Rahmen der Kontrazeption, gehört zur Verhütungsmentalität unserer Zeit. Und das nicht zuletzt im Sinne der Frühabtreibung durch nidationshemmende Methoden. Somit wird der Slogan "lieber verhüten als abtreiben" Lügen gestraft, was viele nicht gerne wahrhaben wollen. Würde man dies nämlich zugestehen, blieben nicht mehr viele der heute verfügbaren Verhütungsmethoden übrig (Minipille, Orale Kontrazeptiva, Depo Provera, Norplant. Spirale, "Pille danach", RU 486). Dieses Zugeständnis bzw. das Bekanntwerden desselben wird mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu verhindern gesucht oder bagatellisiert. Man will die mühsam errungene Libertinage in der Sexualität auf keinen Fall wieder auf`s Spiel setzen oder gar verlieren. Und dafür geht man buchstäblich über Leichen, auch wenn sie noch so klein sind, von den Nebenwirkungen der diversen Methoden gar nicht zu reden, die wie selbstverständlich in Kauf genommen werden. Es hat eben offenbar alles zu seiner Zeit seinen Preis. Ueber die Höhe dieses Preises wird nicht diskutiert, und wenn, dann zu spät. Und wieder ist es die Frau, die ihn bezahlen muss. Allerdings haben gewisse Frauen dies langsam erkannt, nämlich z.T. die Feministinnen; die anderen scheinen immer noch wie gelähmt und blind, lassen sich unentwegt manipulieren. Dass wiederum die Ärzte ihrerseits manipuliert werden, merken die wenigsten dieses Standes. Eine Verblendung ohnegleichen herrscht in unserer Gesellschaft. An sich wird heute praktisch alles hinterfragt, nur eben dieses offensichtlich nicht. Hat es wohl mit der fast hörigen Wissenschaftsgläubigkeit zu tun, die Max Thürkauf so oft beklagt?
Einen weiteren Aspekt bildet Verhütung zum Zweck der Entvölkerungs-Politik, z.B. im Kosovo, wo die UNFPA4 auf Wunsch von Milosevic aktiv geworden ist und (abgelaufene) Kondome, Pille danach, Saug-Curetten unter der Bevölkerung verteilt. Generell hat ja die Bevölkerungspolitik im Westen zu sterbenden Völkern geführt.
Allerdings wird von den amerikanischen Medien (kürzlich mehrmals die New York Times) auf die abnehmende Reproduktionsrate in z.Zt. 61 Ländern der Erde hingewiesen, v.a. Japan, mit dem Hinweis auf Ueberalterung und Problemen mit den Sozial-, v.a. Rentenversicherungen.
Der richtig gelebten, gottgewollten, ehelichen Sexualität genügt die natürliche Empfängnisregelung! Sie braucht keine Verhütung, da sie offen für das Leben ist, aber in entsprechender Verantwortung geübt, sowohl der Kinderzahl wie auch der Partnerschaft gerecht werden kann.
Dies aber wird aus kommerziellen und ideologischen Gründen - negiert und glauben gemacht, dass Verhütung unabdingbar sei.
Aus dem kirchlichen Bereich in Deutschland ist betreffs "Verhütung und Sexualität" aus jüngster zeit Folgendes zu berichten:
Anlässlich der Diskussion um den "Ausstieg" der kath. Kirche aus dem staatlichen Beratungssystem bei der Abtreibung kündigte der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke an, dass im Zuge des auf der Bischofskonferenz in Fulda im September 1999 vorgelegten Papiers "Jugend, Kirche und Sexualität" auch der Dialog um die Empfängnisverhütung eine Rolle werde spielen müssen. Zitat Welt am Sonntag: "Das nach wie vor "wunde Thema" sei in dem Papier zwar ausgespart worden. Dennoch sei klar, "dass zur Sexualität auch die Verantwortung im Blick auf Empfängnis" gehöre." Weiter meint er, dass die Kirche bei ihrer Haltung bleibe, dass Empfängnisverhütung nur in eine dauerhafte Bindung gehöre und die natürliche Verhütung der künstlichen vorzuziehen sei.
"Aber wenn Menschen dieses Ideal nicht erreichen, müssen sie nach ihren Möglichkeiten handeln. Die Kirche wird eine solche Entscheidung nicht verdammen." Die Empfängnisverhütung sei gegenüber einer ungewollten Schwangerschaft "sicherlich das kleinere Uebel".
Zitat Welt am Sonntag: "Die Kirche wolle zwar ihre Ideale vertreten, aber andererseits auch die Lebensrealitäten zur Kenntnis nehmen, sagte Jaschke. So wird in dem Papier etwa die Frage aufgeworfen,, ob das Ideal der Ehe nicht auch eine "Würdigung des Bemühens um Treue und personale Lebensgemeinschaft im Jugendalter" zulasse." 5
Man beachte, Jaschke sagt "dauerhafte Bindung" und nicht Ehe in Zusammenhang mit der Empfängnisverhütung. Ferner gibt er zwar der natürlichen "Verhütung" den Vorzug, lehnt aber die künstliche nicht eindeutig ab, sondern erwähnt, dass die Kirche "eine solche Entscheidung nicht verdammen" werde, also akzeptiert er sie durch diese Aeussserung. Auch ist es sicher verfehlt, von natürlicher Verhütung zu sprechen, handelt es sich doch nicht um Verhütung, sondern um natürliche Empfängnisregelung.
Das "kleinere Uebel" der Kontrazeption im Verhältnis zur ungewollten Schwangerschaft wird von Jaschke angesprochen. Offensichtlich ist er bezüglich der frühabortiven Wirkung etlicher Kontrazeptionsmethoden nicht im Bilde (es bleibt zu hoffen, dass er nicht auch diese als "kleineres Uebel" bezeichnet), geschweige denn, dass er sich an Humanae vitae orientieren würde.
Bezüglich der möglichen Zulassung einer "Würdigung des Bemühens um Treue
und personale Lebensgemeinschaften im Jugendalter" wird jeder Spekulation Tür und Tor geöffnet und damit die Ehe deklassiert. Es stellt sich die Frage, wohin solche mehr oder weniger versteckte Permissivitäten noch führen werden.
Folgen der modernen Sexualität und Verhütung
Die englische Äerztin Dr. med. Ellen Grant, hat es auf den Punkt gebracht: »Die Gesundheit der Frauen wurde auf dem Altar der Bevölkerungsplanung geopfert«.
Dieses Mal aber kommen die Herren der Schöpfung, die massgeblich an der Konzipierung und Ausarbeitung der Kontrazeption beteiligt waren und sind (ausgenommen Margret Sanger und gewisse feministische Kreise), nicht ungeschoren davon, denn ihre Spermienzahl hat innert 50 Jahren eine Einbusse von 50% erlitten, u.a. wegen der Oestrogenanreicherung im Grundwasser, woran die Pillenhormone nicht unmassgeblich beteiligt sind.
Und: die Verhütung macht`s eigentlich erst möglich, in diesem Stil fortzufahren und das Chaos komplett zu machen!
Und: kaum zu glauben, die Medizin macht kritiklos mit, ja fördert das Ganze noch.
Bilanz der Kontrazeption und ihrer Folgen
Was verdanken wir der Kontrazeption der letzten 40 Jahre?
Die Abtreibung konnte durch die Kontrazeption nicht eingedämmt werden; sie nahm in den Ländern mit der höchsten Akzeptanz der Antikonzeptiva am meisten zu. Sie wurde und wird zur Absicherung der Kontrazeptionsversager benötigt. Da die Akzeptanz von oralen Kontrazeptiva und Spirale sogar in den Industrieländern relativ niedrig ist, kann eine Verbesserung der Situation im Sinne der Verhütung der Abtreibung durch die Kontrazeption nach rund 40 Jahren nicht erwartet werden. Somit wird die Devise »Lieber verhüten als abtreiben« zunehmend Lügen gestraft.
Zerstörung der moralischen Grundlagen der westlichen Welt durch die sexuelle Revolution und Festschreibung der Abtreibung als dem zur Zeit wohl am meisten gebrauchten Familienplanungsmittel (nach WHO ca. 50 Millionen Abtreibungen pro Jahr). Dadurch wird insbesondere die Moral der Jugend zerstört.
So kann man sagen, daß die große Tragik der Jahrhundertwende die Verarmung an Menschenleben ist Menschenleben, die ihrer Bestimmung nachkommen könnten, daran jedoch gehindert werden.
Trotz dieser katastrophalen Erkenntnisse, die gewissen führenden Gremien nicht verborgen bleiben können, wird diese Entwicklung nicht aufgehalten. Sie nimmt im Gegenteil mit einer unglaublichen Akzeleration und Präzision ihren Lauf auf den Abgrund zu...
In diesem Zusammenhang darf die so vielgescholtene Enzyklika >Humanae Vitae< von Papst Paul VI. als prophetisch bezeichnet werden, weil viele dieser (bereits 1968!) genannten Befürchtungen (leider!) vollumfänglich eingetroffen sind. Es bleibt zu befürchten, dass die Missachtung der päpstlichen Warnungen von damals auch in Zukunft voll zum Tragen kommen wird leider vor allem für die betroffenen Frauen in sehr negativer Weise.
Jeder rational denkende Mensch kann, so glaube ich, aus den genannten Fakten ableiten, daß die Lehre der Kirche nicht als Belastung oder gar Schikane für den Menschen aufgefaßt werden darf, sondern seinem Wohle dient.
Die Lösung der mehr als verworrenen Lage kann nicht darin bestehen, weitere effektvollere und sicherere Kontrazeptiva zu entwickeln selbst wenn es je gelingen sollte, daß diese ihrem eigenen Anspruch gerechter würden, indem sie nämlich tatsächlich »nur« verhütend und nicht auch tatsächlich abtreibend wirken würden!13 Es geht darüber hinaus jedoch um eine Eindämmung der sexuellen Libertinage; es muß ein neues Verständnis der Sexualität geschaffen werden. In diesem Sinne drücken sich sogar die ansonsten liberal denkenden Herausgeber des Obstetrical & Gynecological Survey 1989 aus:»Multiple partners promiscuity, if you will does not make for a good, monogamous marriage. Broken homes make orphans of our children. ... »We need to preach the gospel of premarital abstinence. As womens primary physicians, we have the responsibility for at least trying to educate them. The tremendous threat of AIDS is a good reason for doing so and often affords a good opportunity for patient discussions«.14
Dies ist ein eindringlicher Appell, ernsthaft und zielstrebig darum bemüht zu sein, die verloren gegangene sittengesetzliche Ordnung wiederherzustellen.
Den modernen vor allem den jungen Menschen muß der schöpfungsgemäße Sinn und Auftrag der Sexualität wieder neu bewußt gemacht werden. Wir müssen die Bedeutung des Wortes: »Nach seinem Ebenbild geschaffen« neu in seiner ganzen Tiefe erfassen lernen. Der einzige Weg, der dem Menschen in seinem Vollsinne gerecht wird und dies in menschenwürdiger Weise zu vermitteln vermag, ist nach meiner Erfahrung die Natürliche Empfängnisregelung (NER).15Weitere Quellenangaben können beim Autor angefordert werden
1 Unter Kontrazeption wird die Empfängnisverhütung in ihrer Gesamtheit verstanden, inkl. Verhütungsmentalität
2 Wendy Shalit, A Return to Modesty / Discovering the Lost Virtue, Simon & Schuster, New York 1999, 291 S., ISBN 0-684-84316-1 (Internet-Buchhandlung Amazon.com 3 Hook-up = Sex haben (oder Oralsex) = stellt die `kausalste` [flüchtigste, beiläufigste, lässigste, zufälligste] der Sexualbeziehungen dar; jegliche emotionale Bindung ist verachtungswürdig. Bei uns eher bekannt als "one night stand"Dabei entstehen ganze Verhaltensrituale, so i.S. eines "Post-Dumping-Checkup" [Entrümpelungs-Nachschau] oder eines "Pre-Hookup Check for Prior-Post-Dumping-Checkup-Intervals": eine Studentin befragt den Studenten vor dem Ankabeln danach, in welchen Zeitabständen er seine Ex-Freundinnen zu einem Wiederholungs-Checkup anzurufen pflege; somit weiss sie, womit sie in Zukunft rechnen kann oder muss.
4 UNFPA = United Nations Populations Fund 5 WamS Nr. 39, 26.9.99, S.6 6 Sexuell übertragbare Krankheiten = Geschlechtskrankheiten 7 Eileiterentzündung 8 Eileiter bedingt 9 Unfruchtbarkeit 10 Eileiterschwangerschaft 11 Fortpflanzungsmedizin 12 In Vitro Fertilisation / Embryotrensfer 13 Schätzungen der durch die frühabtreibende Wirkung der Pille getöteten Embryonen gehen allein für die Bundesrepublik Deutschland gehen weit in die Zehntausende. (Vgl. dazu die über eine bloße Schätzung hinausgehende detalliertere Berechnung von P.Pioch) 14 6: Beral et al. 1989. (»Mehrere Partner Promiskuität, wenn Sie so wollen sind keine Grundlage für eine gute Ehe. Zerbrochene Familien machen aus unseren Kinder Waisen«... »Wir müssen wieder zu vorehelicher Enthaltsamkeit auffordern. [Wörtlich: Was wir predigen müssen, ist das Evangelium vorehelicher Abstinenz!] Als Frauenärzte ist es unsere Pflicht, wenigstens den Versuch zu machen, unsere Patientinnen zu belehren. Die ungeheure Bedrohung durch AIDS ist ein guter Grund, das zu tun, und bietet zugleich eine passende Gelegenheit, darüber mit den Patienten zu sprechen.«) Üs: R. Ehmann. 15 Nähere Ausführungen zur NER finden sich in den Beiträgen von Prof. Dr. Rötzer (S. ???) und Frau Dr. med. Meier-Vismara (S. ???) .