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Vortrag für HLI am 23. Oktober in Zürich Seebach

 

 Referent: Roland Graf, lic. theol.

 

Künstliche Befruchtung:

FMF-Initiative und ethische Überlegungen

1. Teil: Ethische Überlegungen

 

Einführung

Der Wunsch eines Paares nach einem Kind ist zweifellos etwas Gutes und in der heutigen Gesellschaft nicht mehr selbstverständlich. Wird der innige Kinderwunsch über lange Zeit nicht erfüllt, ist dies für die betroffenen Personen mit seelischem Schmerz verbunden. Je inniger der Wunsch gehegt wird, umso intensiver ist der daraus folgende Schmerz.

Die IVF-ET und die künstliche Befruchtung können als Methoden angesehen werden, die den Wunsch nach einem Kind je nach Ursache der Unfruchtbarkeit mit geringer oder grösserer Wahrscheinlichkeit erfüllen und den Schmerz dadurch beseitigen können. Dieser gewiss positive Aspekt dieser Methoden, der ihnen eine Existenzberechtigung zu geben scheint, darf uns nicht davon abhalten, genau zu prüfen, wie das in-vitro gezeugte menschliche Leben durch die Reproduktionsmedizin behandelt wird. Dieser Vortrag soll in erster Linie Einblick in die Vorgänge rund um die IVF (abgekürzt IVF) geben.

Die jahrzehnte lange Forschung wurde 1978 nach In-vitro-Fertilisation und Embryotransfer durch die Geburt des ersten Babys, der Louise Brown, mit Erfolg gekrönt. Heute wird die IVF als Routinemethode zur Behandlung gegen Unfruchtbarkeit angesehen. Nach dem ART World Report des Jahres 1995 sind bereits seit Anwendung der IVF 136'408 Kinder1 geboren worden.

Anfangs, als das Einfrieren von Embryonen noch nicht möglich war, konnte die IVF-ET etwa wie folgt ganz kurz zusammengefasst werden:

 

Der Frau werden durch medikamentöse Stimulation der Eierstöcke mehrere Eizellen entnommen und vom Mann durch Masturbation oder andere Techniken Samenzellen gewonnen. Es werden so viele Embryonen gezeugt, wie der Frau eingepflanzt werden können. Sofern überhaupt eine Einnistung erfolgt, resultiert je nach Anzahl eingenisteter Embryonen daraus eine Schwangerschaft, die dann zur Geburt eines oder mehrerer Babys führt.

Diese vereinfachte Sicht übersah ganz wichtige Vorgänge bei der IVF, die für die ethische Bewertung der Methode bedeutend sind. Auf die Problematik der Samen- und Eispende, welche die herkömmliche Vater- und Mutterschaft untergraben, kann ich hier aus Zeitgründen nicht eingehen. Ich möchte aber eine kleine Karikatur, die zum Nachdenken anregen soll, auflegen. Neue ethische und rechtliche Probleme haben sich ergeben, seit das Einfrieren (Kryokonservieren) von Embryonen möglich geworden ist. Diese Problematik gilt auch für Embryonen im Vorkernstadium. In einer Fachzeitschrift wurde unlängst diskutiert, was mit kryokonservierten Embryonen von inzwischen geschiedenen Paaren geschehen soll.2

Die Reproduktionsmedizin hat durch ihre Fortschritte solche und viele andere ethische Fragen aufgeworfen und weitere werden folgen. Es kann keineswegs behauptet werden, das Lehramt der Katholischen Kirche hätte sich um die Beantwortung dieser Fragen herumgedrückt. Schon 1897 äusserte sich das Katholische Lehramt auf Anfrage, ob die künstliche Befruchtung beim Menschen erlaubt sei. Ein klares Nein war die Antwort. Die Kirche hat sich seither immer wieder und immer differenzierter zu Fragen rund um die künstliche Befruchtung und später zur IVF-ET geäussert, zuletzt in der Enzyklika 'Evangelium vitae' über den Wert und die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens am 25. März 1995.

Am ausführlichsten behandelte das kirchliche Lehramt im Jahr 1987 diese Methoden in der Instruktion der Glaubenskongregation "Donum vitae". Allen Methoden ist eines gemeinsam: Die Trennung von Liebesakt und Zeugung. Deshalb wurden sowohl die homologe künstliche Befruchtung, als auch die IVF ausnahmslos als in sich schlecht und somit verwerflich bewertet. Seither haben sich immer wieder Moraltheologen zu Wort gemeldet, die sich für eine bedingte Zulassung der homologen IVF innerhalb der Ehe eingesetzt haben. Als Beispiel greife ich die Stellungnahme von Johannes Gründel in der neuesten Auflage des LThK zum Stichwort 'In-vitro-Fertilisation' heraus:

"IVF od. GIFT lassen sich homolog zw. Ehepartnern ethisch verantworten, wenn sie recht motiviert sind u. keine Vernichtung v. Embryonen mit einschließen."3 Immerhin weist er noch auf die ablehnende Haltung des kath. Lehramtes und das Dokument Donum vitae hin. Gründel fügt noch hinzu: "Die weiterführende theologisch-eth. Diskussion der Zulässigkeitskriterien der IVF ist nicht abgeschlossen."4

 

1. Die In-vitro Befruchtung

Johannes Gründel geht offenbar davon aus, dass bei der IVF keine Embryonen vernichtet werden. Wir wollen untersuchen, ob diese Annahme Stimmt oder nicht.

Der wichtigste Vorgang bei der Befruchtung ist das Eindringen des menschlichen Spermiums in die reife menschliche Eizelle; wenn das Spermium die äusserste Barriere, die sog. Zona Pellucida passiert hat und in das Plasma der Eizelle eingedrungen ist. Der wichtigste Vorgang jedes menschlichen Lebens ist damit geschehen und setzt sich unter kontinuierlicher Entwicklung über zahllose beobachtbare Stadien fort bis zum Ende unseres irdischen Lebens. Es gibt keinen Grund, anderen Entwicklungsstadien eine grössere Bedeutung beizumessen. Allen hier anwesenden Personen ist eines gemeinsam, nämlich dass ihre Entwicklung bis heute auf einen Ausgangspunkt zurückzuführen ist: Das Eindringen eines Spermiums in eine Eizelle. [Im Hinblick auf mögliche Klonversuche am Menschen stellt sich die Frage, wie lange wir das noch sagen können.]

In-vitro spielt sich dieser Vorgang oft auch unter künstlicher Überwindung verschiedener natürlicher Barrieren ab. So wird die Konzentration des Spermas erhöht oder einzelne Spermien werden direkt in die Eizelle injiziert.

Ein erster schicksalsträchtiger Vorgang findet unter In-vitro-Bedingungen bereits 16 bis 20 Stunden nach dem Eindringen bzw. Einführen des Spermiums in die Eizelle statt. Menschen entscheiden mit Hilfe der Mikroskopie, ob die Befruchtung erfolgreich war oder nicht.

Ca. 50-60% zeigen zwei Vorkerne und zwei Polkörper. Letztere sind nicht immer zu erkennen. Solche Eizellen werden als normal befruchtet klassifiziert und können zum Transfer verwendet, eingefroren oder nach einer weiteren Entwicklungsphase transferiert werden.

Je nach Befruchtungstechnik werden bis zu 30% der Eizellen als nicht befruchtet taxiert.

Bei 5-10% der befruchteten Eizellen ist nur ein Vorkern sichtbar. Solche Embryonen werden heute noch in IVF-Kliniken routinemässig verworfen oder zur verbrauchenden Embryonenforschung freigegeben, obwohl 1995 ein IVF-Team über die Geburt eines gesunden Babys nach einem Transfer eines solchen Embryos berichtet hat. Das gleiche Team stellte durch verbrauchende Embryonenforschung fest, dass rund ein Drittel aller 1 PN Embryonen in ihrem Vorkern weibliche und männliche Chromosomen enthalten.5

5-10% aller befruchteten Eizellen entwickeln sich in sog. polyploide Embryonen, die mehr als zwei Vorkerne erkennen lassen. Mindestens ein kompletter Chromosomensatz ist überschüssig. IVF-Kliniken transferieren nie solche Embryonen, weil ohnehin viele mit einem natürlichen Abort enden oder sich unter Umständen zu lebensgefährlichen Blasenmolen entwickeln würden.6 1993 haben Forscher publiziert, dass ca. 14% aller polyploiden Embryonen in der Lage sind, ihr überschüssiges Set von Chromosomen abzustossen und sich als normale diploide Embryonen weiterzuentwickeln.7 In der Schweiz ist übrigens am Universitätsspital in Zürich verbrauchende Forschung an triploiden Embryonen im Vorkernstadium durchgeführt und 1996 publiziert worden.8

 

Bei der Befruchtungskontrolle, das ist m.E. einzusehen, wird hiermit eindeutig über 'lebenswert' oder 'lebensunwert' entschieden. Im Zweifelsfall wird "sicherheitshalber" das gezeugte menschliche Leben vernichtet.

In der folgenden Darstellung ist ersichtlich, dass das Laborpersonal zwischen der Befruchtung und dem allfälligen Transfer mehrmals entscheiden muss, was mit den Embryonen geschehen soll.

Grafik: Befruchtungskontrolle

Wenn ein Moraltheologe dazu tendiert, die IVF in speziellen Fällen zuzulassen, muss er wissen, dass auch in jenen speziellen Fällen die oben geschilderten Entscheidungen über ‘lebenswert oder lebensunwert’ gefällt werden müssen.

Die IVF als medizinische Methode schliesst die Vernichtung und Tötung menschlichen Lebens mit ein. Niemand ist in der Lage, diese Möglichkeit völlig auszuschliessen.9 Wenn ein Moraltheologe wie Johannes Gründel die IVF in speziellen Fällen zulassen will, ist zu folgern, dass er nicht wirklich weiss, was bei der IVF genau geschieht. Gründel selber schreibt nämlich "Die qualitative Bewertung von Leben im Sinne von ‘lebenswert’ oder ‘lebensunwert’ bleibt uns untersagt."10 Genau das geschieht allein schon bei der Festellung ob die Befruchtung erfolgreich war oder nicht.

 

2. Die Kryokonservierung

Wie sieht das Schicksal der kryokonservierten Embryonen aus? Ca. 20-30% überleben den Auftauprozess nicht oder weisen einen sehr schlechten morphologischen Zustand auf (extrazellulare Fragmentierungen). Die meisten IVF Kliniken transferieren solche Embryonen nicht, sondern vernichten sie.11

In der nächsten Grafik sind die Resultate einer Studie aus Frankreich12 über das Schicksal kryokonservierter Embryonen, die länger als ein Jahr gelagert worden sind, zusammengefasst. Unter der Voraussetzung dass ca. 30% der aufgetauten Embryonen wegen mangelnder morphologischer Verfassung nicht transferiert werden können, lässt sich eine Vernichtungsrate für Schweizer Verhältnisse berechnen. Ca. 44% aller kryokonservierten Embryonen werden früher oder später vernichtet.

Auch die Kryokonservierung von Embryonen oder Embryonen im Vorkernstadium schliesst die Vernichtung und das Töten von Embryonen ein.

 

3. Präimplantationsdiagnostik

Unter dem Begriff ‘Präimplantationsdiagnostik’ werden in der Reproduktionsmedizin Verfahren verstanden, die es ermöglichen, Chromosomenfehler oder andere Anomalien des Embryos noch vor dem Transfer (also in der Präimplantationsphase) festzustellen. Beispielsweise werden einem mehrzelligen Embryo während der sog. Totipotenzphase eine oder zwei Zellen entnommen. Diese werden dann auf Chromosomenfehler untersucht. Wird ein Fehler gefunden, so wird der Embryo nicht zum Transfer verwendet, sondern vernichtet oder für die Forschung freigegeben. 13

Bei einem anderen Verfahren werden im Vorkernstadium des Embryos die beiden Polkörper, das ist abgestossenes überschüssiges genetisches Material, untersucht. Selbstverständlich führt auch hier die Diagnose eines Chromosomenfehlers zur Vernichtung des Embryos. Diese Methode wäre nach dem noch nicht in Kraft gesetzten FMedG erlaubt. Deshalb ist dieses Gesetz m.E. veraltet, bevor es überhaupt in Kraft gesetzt wird.

Grafik: Mikromanipulationsmethoden

Selbst wenn die PID einen Transfer erlaubt, wird während einer Schwangerschaft mehrmals gründliche pränatale Diagnostik angewendet. Ebenso verhält es sich nach ICSI. Das Universitätsspital Zürich empfiehlt in ihrer Patienteninformation von 1996 eine Fruchtwasseruntersuchung, "da es sich bei der ICSI um eine neue, erst in den letzten Jahren entwickelte Technik handelt."14 Nachdem diese Technik jahrelang angewendet und teilweise als Routinemethode angepriesen wurde, wird sie nur noch in Ausnahmefällen empfohlen. Es wurde nun belegt, dass ICSI Chromosomenfehler verursacht. Dieser Sichtweise hat sich das Uni-Frauenklinik angeschlossen.15

Wenn die invasive pränatale Diagnostik eine Anomalie zutage bringt, wird in der Regel das Kind abgetrieben. Eine Studie mit 10'000 Choriozottenbiopsien und Ultraschalldiagnosen aus Italien bestätigt diesen Befund zu 96.4%.16 Auch die Präimplantationsdiagnostik und leider in der Regel auch eine positive Diagnose bei pränataler Diagnostik beinhalten als Methode die Vernichtung und Tötung menschlichen Lebens.

 

4. Von den befruchteten Eizellen zu Lebendgeburten

Die nächste Grafik stellt die geringe Erfolgsrate der IVF dar. Die Erfolgsrate ist hier allerdings lediglich berechnet, weil keine Statistik, die mir in den letzten vier Jahren begegnet ist, umfassendes Zahlenmaterial lieferte. Danach entwickeln sich von 100 Eizellen schliesslich lediglich drei bis zur Geburt eines Babys. Nicht jedes Baby ist so gesund, wie sich das Paar es wünscht.17 Wegen Anomalien oder Mehrlingsschwangerschaften wird abgetrieben oder ein selektiver Fetozid durchgeführt. Die Wahrscheinlichkeit für eine klinische Schwangerschaft beträgt pro Zyklus ca. 30%, jene für eine Lebendgeburt ca. 10%.18 Dieses Zahlenmaterial stammt von 1993. Es gibt Kliniken, die höhere Erfolgsquoten präsentieren können, aber dies durch höhere Risiken erreichen: Agressivere Hormonstimulation oder Transfer von mehr als drei Embryonen, was mit einem höheren Anteil von Mehrlingsschwangerschaften verbunden ist. Eine aktuellere, aber weniger ausführlich belegte Publikation von 1999 aus den USA ergibt eine Geburtenrate von 20.8% wobei sie von einer Abortrate von 15.9% begleitet ist. Bei 25.9% aller Frauen, die sich einem IVF-Zyklus unterworfen haben, konnten schliesslich keine Embryonen transferiert werden.19 Über die langfristige Auswirkung der IVF-ET auf die gesundheitliche Verfassung der Kinder lässt sich bisher noch zu wenig sagen. In einer Studie sind 422 Kinder im Alter von sechs bis dreizehn Jahren untersucht worden. Sie gibt vor, es gebe kaum Unterschiede zu normal gezeugten Kindern. Ehrlicherweise wird in der Studie auf eine wichtige Lücke hingewiesen: "Leider, waren wir nicht in der Lage, die Zahl der wegen Missbildungen oder chromosomalen Anomalien durchgeführten Abtreibungen während der Periode dieser Studie zu erhalten." 20

Interessant ist, dass auf Geburten nach IVF-Behandlungen auch solche aufgrund spontaner Schwangerschaften folgen. Im Januar dieses Jahres ist dazu endlich verlässliches Zahlenmaterial publiziert worden. 142 Frauen, denen verminderte Fruchtbarkeit diagnostiziert wurde, und die nach IVF ein Kind geboren hatten, haben innerhalb von 5 Jahren zu 17,6% ein weiteres Kind nach spontaner Schwangerschaft geboren. Der grösste Teil der Geburten fällt in die ersten zwei Jahre. Wobei von den Frauen unter 28 Jahren die Rate erstaunliche 38% betragen hat. Die Frage muss gestellt werden, ob die IVF nicht allzu voreilig angewendet wird.

 

5. Hinwendung zu unaufgebbaren ethischen Prinzipien

Wir haben gesehen, dass die IVF, die Kryokonservierung und die PID in sich die Vernichtung menschlichen Lebens einschliessen.21 Ich bin der Auffassung, dass man die IVF als: "Trial-, error- and kill-Methode." bezeichnen muss. Damit haben wir eine erste ethische Bewertung aus medizinischer Sicht vorweggenommen. Die IVF muss als ethisch verwerflich betrachtet werden. Obwohl die IVF-ET etwas Gutes anstrebt, nämlich die Geburt eines Kindes, kann sie wegen der Missachtung der Würde des gezeugten menschlichen Lebens auch in Ausnahmefällen nicht zugelassen werden. Johannes Gründel hat zur IVF-ET gesagt:

" ... dass ein solches Vorgehen nicht auf Kosten menschlichen Lebens, konkret gesprochen auf Kosten von menschlichen Embryonen, geschehen darf. Insofern wäre eine solche Methode nicht zu bejahen, wenn im Rahmen der IVF ‘überzählige Embryonen’ der Manipulation oder gar der ‘verbrauchenden Forschung’ bzw. der Vernichtung preisgegeben würden. ... Persönlich habe ich bereits 1982 betont, dass dieses ‘bedingte Ja’ einiger Theologen zur IVF/ET auch zu einem ‘Nein’ werden kann, wenn sich neue Gefahren bzw. fragwürdige gesellschaftliche Trends abzeichnen."22

Es ist Zeit, dass Johannes Gründel und mit ihm auch andere Moraltheologen ihr bedingtes Ja zurücknehmen und das schon aus rein pragmatischen Gründen. Die bedingte Zulassung dieser Methode war falsch. Diese Zulassung hat auch gegen das durch Gründel selbst vertretene Prinzip, Leben nicht qualitativ als lebenswert oder lebensunwert bewerten zu dürfen, verstossen. Somit muss die Art und Weise, wie Gründel zu seiner ethischen Bewertung der IVF-ET gekommen ist, in Frage gestellt werden. Die Ärzte und unfruchtbaren Paare haben ein Recht, so beraten zu werden, dass sie über die Sittlichkeit ihrer zur Diskussion stehenden Handlung Bescheid wissen und über die Durchführung oder die Unterlassung der Handlung richtig entscheiden können. Es ist eine Ethik gefordert, die von Prinzipien geleitet wird, die von den Folgen der zu beurteilenden Handlung möglichst unabhängig ist.

Für Forschungsprojekte, deren Folgen naturgemäss nicht absehbar sind, ist eine nützlichkeits- oder folgenorientierte Ethik ungeeignet. Eine solche Ethik ist dazu verdammt, dem Fortschritt der Forschung hinterherhinken zu müssen oder von ihrer Dynamik überrannt zu werden.

Das Katholische Lehramt hält hingegen an unaufgebbaren Werten und gültigen ethischen Prinzipien fest. Wer ‘Donum vitae’ liest, muss auch zwölf Jahre nach seiner Veröffentlichung feststellen, dass ihre Aussagen über die künstliche Befruchtung, IVF, das Klonen, die Zwillingsspaltung und die Parthenogenese (künstl. Aktivierung von Eizellen ohne Spermium) auch dem heutigen Wissenschaftler immer noch eine Hilfe für sein Forschen bieten. Liebesakt und Zeugung werden bei diesen Methoden getrennt. Deshalb kann die Kirche im Voraus die ethische Bewertung solcher Techniken vornehmen und muss nicht die ersten Ergebnisse ihrer Anwendung abwarten.

Die Trennung von Liebesakt und Zeugung ist ein Beispiel für ein Objekt menschlichen Handelns, das sich nicht auf Gott hinordnen lässt, "weil sie in radikalem Widerspruch zum Gut der nach seinem Bild geschaffenen Person stehen."23 Solche Handlungen werden als ‘in sich schlecht’ (intrinsece malum) bezeichnet. Aufgrund ihres Objektes, "unabhängig von den Absichten des Handelnden und den Umständen"24, sind diese Handlungen in sich schlecht. Diese Lehre ist durch das II. Vatikanum in ‘Gaudium et spes’ Nr. 27 bestätigt worden. 25

Ganz klar gilt nach Röm 3,8: "Es darf nicht etwas Böses getan werden, damit etwas Gutes entsteht." Die Kirche lehrt, dass eine gute Absicht oder besondere Umstände einen in sich schlechten Akt abschwächen, aber nie aufheben können. Es bleibt trotzdem eine in sich schlechte Handlung (VS 81). Die Durchführung der IVF-ET und der künstlichen Befruchtung will zwar einem unfruchtbaren Paar zu einem Kind verhelfen, aber dieses gute Ziel kann nur durch die Trennung von Zeugung und Geschlechtsakt erreicht werden. Der technische Vorgang widerspricht der Würde der menschlichen Fortpflanzung und der ehelichen Vereinigung.26

Weiter ist die Würde des menschlichen Lebens zu achten. Als Geschöpf nach dem Abbild Gottes kommt dem Menschen eine besondere Würde zu. Dies zeigt sich auch darin, dass der Sohn Gottes die menschliche Natur angenommen hat.27 Es ist immer moralisch unerlaubt, einen unschuldigen Menschen zu töten, denn das menschliche, unschuldige Leben ist heilig und unantastbar. Die In-vitro-Bedingungen bringen es mit sich, die menschlichen Zygoten bzw. Embryonen in tödliche Gefahr zu bringen. Zwar können Embryonen auch nach natürlicher Zeugung unter In-vivo-Bedingungen im Uterus der Mutter absterben, aber wenn das ohne Einfluss von aussen geschieht, kann für diese Vorgänge niemand verantwortlich gemacht werden. Für das Schicksal des In-vitro-gezeugten menschliche Leben sind Reproduktionsmediziner und Eltern hingegen voll und ganz verantwortlich.

Es gibt Moraltheologen, die entgegen der Lehre der Kirche eine Trennung von Liebesakt und Zeugung nicht als in sich schlecht einstufen. Für diese ist die IVF, wie sie heute praktiziert wird, ethisch nicht verwerflich. Allerdings haben sie sich mit dem Problem herumzuschlagen, wie die bei der Entwicklung der IVF unzähligen geopferten menschlichen Embryonen zu rechtfertigen sind.

Der Moraltheologe J. Gründel beruft sich dabei auf die Handlung mit doppelter Wirkung.28 Dieses Prinzip darf aber erstens nur angewendet werden, wenn es um eine Handlung geht, die nicht in sich schlecht ist.29 Diese Bedingung ist bei der IVF bereits nicht erfüllt.30 Zweitens muss bei diesem Prinzip die gute Wirkung zeitlich zuerst erfolgen.31

Doch diese Bedingung wurde bei der IVF nicht erfüllt, weil erst nach unzähligen, jahrelang dauernden Versuchen die gute Wirkung, nämlich die Geburt eines gesunden Babys, erreicht worden ist.32 Selbst für noch so hochrangige Forschungsziele darf nie die direkte oder indirekte Tötung menschlichen Lebens in Kauf genommen werden. 33

Die Analyse mit Hilfe des Prinzips der Handlung mit doppelter Wirkung kann somit die "Pionierzeit" der IVF selbst dann nicht rechtfertigen, wenn diese Technik fälschlicherweise nicht als in sich schlecht eingestuft wird.

 

Schlussfolgerung

Konsequenterweise müssen wir aus all den Überlegungen ein eindeutiges Verbot der IVF, der verbrauchenden Embryonenforschung und der asexuellen Zeugung durch Parthenogenese oder Klonen fordern. 34

Die gewaltigen Geldmittel, die für diese Forschung zur Zeit aufgewendet werden, könnten für die Erforschung der wirklichen Ursachen der Unfruchtbarkeit investiert werden. Denn bei vielen Paaren bleibt selbst nach mehreren Behandlungen der IVF der Erfolg aus. Nachdem solche Paare unangenehme, ja schmerzhafte Prozeduren über sich ergehen lassen müssten und immer wieder Hoffnung aufgekommen ist, bleiben sie mit ihrem Kinderwunsch allein. Wer weiss, vielleicht ist ihr Schmerz noch grösser, als vor der Behandlung. Ein Verbot der IVF würde die Forschung zum Umdenken zwingen, was für solche Paare früher oder später eine Hilfe für die Verarbeitung ihres unerfüllten Kinderwunsches sein könnte.

Wie die ethische Bewertung der IVF und der künstlichen Befruchtung in Recht umgesetzt werden soll, wird Ihnen nun der Präsident der FMF-Initiative, Herr Guido Appius, darlegen.

 

 

1 Der ART World Report des Jahres 1995 gibt an, dass im Zeitraum von 1982-1993 allein in Deutschland 9871 Kinder nach IVF geboren worden sind.

Bis zum Jahr 1998 sind gemäss J. Reiter allein in Deutschland 80000 Kindern nach assistierter Reproduktion geboren worden; weltweit seien es etwa 300'000 Kinder. Der Begriff assistierte Repoduktion umfasst nicht nur IVF-ET, sondern auch andere Techniken wie z.B. die Hormonstimulation.

Vgl. Felberbaum R., Baumann P., von Steirteghem A., Diedrich K., Schwangerschaft und Geburt nach Sterilitätsbehandlung. In: Diedrich K. (Hg.), Weibliche Sterilität. Ursachen, Diagnostik und Therapie. Berlin 11998, 425.

Vgl. Reiter Johannes, Problematische Eigendynamik. Fortpflanzungsmedizin 20 Jahre nach dem ersten Retortenbaby: HK Aug. (1998) 407.

2 Robertson J.A., Disposition of Frozen Embryos by Divorcing Couples without Prior Agreement: Fertil Steril 71 (1999) 996-997.

3 Gründel Johannes, In-vitro-Fertilisation III. Ethisch. In: LThK3 Bd. 5, 1996, Sp. 575.

4 Ebd.

5 Levron J., Munné S., Willadsen S., Rosenwaks Z., Cohen J., Male and Female Genomes Associated in a Single Pronucleus in Human Zygotes: Biol Reprod 52 (1995) 653-657.

6 In Einzelfällen sind aber auch schon triploide Kinder, die an schweren Missbildungen leiden, geboren worden.

7 Kola I., Sathananthan H., Gras L., Chromosomal Analysis of Preimplantation Mammalian Embryos. In: Handbook of IVF, 187.

8 Macas E., Imthurn B., Rosselli M., Keller P.J., The Chromosomal Complements of Multipronuclear Human Zygotes Resulting from Intracytoplasmic Sperm Injection: Hum Reprod 11 (1996) 2496-2501.

9 Falsche Entscheidungen unter dem Lichtmikroskop sind gemäss Fachliteratur immer möglich. Mikromanipulationen mit Mikropipetten und Laserstrahlen gefährden oft den Embryo und können seinen Tod verursachen.

10 Hepp H., Gründel J., Fortpflanzungsmedizin und Biotechnik: Zur Debatte 25 (1995) 9.

11 Van Steirteghem A. C., Van Den Abbeel E., Survey on Cryopreservation. In: Jones H. W., Schrader C., In Vitro Fertilization and Other Assisted Reproduction: Annals of the New York Academy of Sciences Vol. 541 (1988) 574.

Wie bereits erwähnt, gibt es Embryonen die zwar zum Zweck eines späteren Transfers eingefroren werden aber schliesslich doch nicht transferiert werden. Beispielsweise wird die behandelte Frau unter Umständen von "frischen" oder anderen kryokonservierten Embryonen schwanger und gebärt ein gesundes Baby. Später entscheidet sich das Paar, die eingeforerenen Embryonen nicht mehr transferieren zu lassen. Sie überlassen die überschüssigen Embryonen der Forschung oder einem anderen unfruchtbaren Paar, sofern das gesetzlich erlaubt ist, oder sie wünschen die Vernichtung der eingefrorenen Embryonen. Eine weiteres Problem ist die bereits erwähnte Scheidung eines Paares, das noch Embryonen eingefroren hat.

12 Lornage J., Chorier H., Boulieu D., Mathieu C., Czyba J. C., Six Year Follow-Up of Cryopreserved Human Embryos: Hum Reprod 10 (1995) 2610-2616.

13 Da ca. 45% der Embryonen mosaik sind, dh. nicht jede Zelle des Embryos gleichgeartet ist, muss der diagnostische Nutzen dieses Verfahrens als gering angesehen werden.

Katagiri Y., Katayama S., Influence of Mosaicism on Sexing of Human Preembryos Detected by the Polymerase Chain Reaction: J Assist Reprod Genet 13 (1996) 586-591.

Strom C. M., Mosaicism and Aneuploidy in Human Preembryos. Editorial: J Assist Reprod Genet 13 (1996) 592-593.

Munné S., Sultan K. M., Weier H., Grifo J. A., Cohen J., Rosenwaks Z., Assessment of Numeric Abnormalities of X, Y, 18 and 16 Chromosomes in Preimplantation Human Embryos Before Transfer: Am J Obstet Gynecol 172 (1995) 1191-1201.

14 Imthurn B., Keller P. J., Maurer E., Macas E., Rosselli M., Therapie bei Kinderlosigkeit: Die In-vitro-Fertilisation (IVF) Der intratubare Gametentransfer (G.I.F.T.) Die intrazytoplasmatische Insemination (ICSI). Zürich 41996, 13.

15 tlu, Offene Fragen zur künstlichen Befruchtung. Spermien-Injektion könnte Entwicklung der befruchteten Eizelle stören: NZZ 220, 12. Mai (1999) 73.

16 Brambati B., Tului L., Cislaghi C., Alberti E., First 10 000 Chorionic Villus Samplings Performed on Singleton Pregnancies by a Single Operator: Prenatal Diagn 18 (1998) 255-266.

Aus 10'000 wurden 580 Anomalien registriert, wovon 559 Kinder abgetrieben wurden.

17 Dawood M. Y., In Vitro Fertilisation, Gamete Intrafallopian Transfer, and Superovulation with Intrauterine Insemination: Efficacy and Potential Health Hazards on Babies Delivered: Am J Obstet Gynecol 174 (1996) 1208-1217.

Seamark R. F., Robinson J. S., Potential Health Hazards of Assisted Human Reproduction. Potential Health Problems Stemming From Assisted Reproduction Programmes: Hum Reprod 10 (1995) 1321-1322.

Wisanto A., Magnus M., Bonduelle M., Liu J., Camus M., Tournaye H., Liebaers I., Van Steirteghem A. C., Devroey P., Obstetric Outcome of 424 Pregnancies After Intracytoplasmic Sperm Injection: Hum Reprod 10 (1995) 2713-2718.

Olivinnes F., Blanchet V., Kerbrat V., Fanchin R., Rufat P., Frydman R., Follow-up of a Cohort of 422 Children Aged 6 to 13 Years Conceived by In Vitro Fertilization: Fertil Steril 67 (1997) 284-289.

18 Bonduelle M., Hamberger L., Joris H., Tarlatzis B. C., Van Steirteghem A. C., Assisted Reproduction By Intracytoplasmic Sperm Injection: An ESHRE Survey of Clinical Experiences Until 31 December 1993. The ESHRE Task Force on Intracytoplasmic Sperm Injection: Hum Reprod Update 1 (1995) CD-ROM Zur Ausgabe No. 3, 1-24.

19 Society for Assisted Reproductive Technology, The American Society for Reproductive Medicine, Assisted Reproductive Technology in the United States: 1996 Results Generated from the American Society for Reproductive Medicine/Society for Assisted Reproductive Technology Registry: Fertil Steril 71 (1999) 798-807.

20 "Unfortunately, we were unable to obtain the number of terminations performed for malformation or chromosomal abormalities during the period of the study."

Olivinnes F., Blanchet V., Kerbrat V., Fanchin R., Rufat P., Frydman R., Follow-up of a Cohort of 422 Children Aged 6 to 13 Years Conceived by In Vitro Fertilization: Fertil Steril 67 (1997) 284-289.

21 Klein Renate D. (Hg.), Das Geschäft mit der Hoffnung. Erfahrungen mit der Fortpflanzungsmedizin. Frauen berichten. Berlin 11989, 15.

22 Hepp H., Gründel J., Fortpflanzungsmedizin und Biotechnik: Zur Debatte 25 (1995) 7.

23 VS 80.

24 Ebd.

25 VS 80 zitiert hier GS 27.

Sie können in drei Kategorien eingeteilt werden:

  • Alles, was zum Leben selbst im Gegensatz steht,
  • was immer die Unantastbarkeit der menschlichen Person verletzt und
  • was die menschliche Würde angreift.

26 DnV II, B, Nr. 5.

27 "Tatsächlich klärt sich nur im Geheimnis des fleischgewordenen Wortes das Geheimnis des Menschen wahrhaft auf. ... Da in ihm die menschliche Natur angenommen wurde, ohne dabei verschlungen zu werden, ist sie dadurch auch schon in uns zu einer erhabenen Würde erhöht worden. Denn er, der Sohn Gottes, hat sich in seiner Menschwerdung gewissermassen mit jedem Menschen vereinigt." GS 22.

28 Für Gründel waren das "anfängliche therapeutische Misserfolge".

Gründel J., In-vitro-Fertilisation III. Ethisch. In: LThK3 Bd. 5, 1996, Sp. 575.

29 Vilar J., O. zit., FKTh 1 (1985) 128.

Vgl. Reiter J., Umgang mit Embryonen und Feten. In: Pfammatter J., Christen E., Leben in der Hand des Menschen. (Theologische Berichte XX.) Zürich 11991, 51.

Vgl. Piegsa J., Der Mensch - das moralische Lebewesen, 32.

30 Vgl. EV 57.

Es ist beachtenswert, mit welcher Weitsicht ‘Donum viatae’ schon 1987 zur Zwillingsspaltung, zur Parthenogenese und zum Klonen Stellung genommen hat. Nach zehn Jahren hat diese Formulierung, durch die im Feb. 1997 publizierten Erfolge des Klonens im Tierversuch, eine bedauernswerte Aktualität erhalten. Sie ist und bleibt auch in Zukunft voll und ganz gültig.

"Auch die Versuche oder Überlegungen, die sich darauf richten, dass ein menschliches Geschöpf ohne jede Verbindung mit der Geschlechtlichkeit durch sogenannte "Zwillingsspaltung", Klonierung und Parthenogenese erzeugt wird, sind als eine Sache, die der Ehrenhaftigkeit der Sitten widerspricht, zu betrachten, da sie ja mit der Würde sowohl der menschlichen Fortpflanzung wie der ehelichen Vereinigung auf keine Weise zusammenstimmen." DzH 4798, DnV I, 6.

31 Nach J. Vilar muss "die gute Folge unmittelbar wie die schlechte aus der Ursache hervorgehen. Geht zuerst die schlechte und aus ihr erst die gute Folge hervor, ist die Handlung nicht erlaubt."

Vilar J., O. zit., FKTh 1 (1985) 128.

Nach Vilar ist es "ein positiver, persönlicher oder allgemeiner Wert oder Vorteil, der das Negative, die böse Folge, aufwiegt." Ebd.

Für das Prinzip der Handlung mit doppelter Wirkung hat J. Piegsa folgende Bedingungen angeführt:

  • "Der Wille des Handelnden muss auf die gute Wirkung ausgerichtet sein.
  • Die gute Wirkung muss zeitlich zuerst erfolgen.
  • Ein proportional gewichtiger Grund muss für diese Handlung vorliegen.
  • Die gute wie auch die böse Wirkung müssen miteinander untrennbar verbunden sein."

Piegsa J., Der Mensch - das moralische Lebewesen, 32.

32 Es ist bekannt, dass die IVF-Pioniere Edwards und Steptoe die Geburt des ersten Retortenbabys nicht auf Anhieb erzielen konnten. Vgl. Breuer C., Person von Anfang an? 167.

33 Vgl. EV 63.

34 Shimizu Y., Kodama H., Fukuda J., Murata M., Kumagai J., Tanaka T., Spontaneous Conception after the Birth of Infants Conceived Through In Vitro Fertilization Treatment: Fertil Steril 71 (1999) 35-39.

Schicksal von Emryonen und imprägnierten Eizellen nach einer Scheidung: Robertson J.A., Disposition of Frozen Embryos by Divorcing Couples without Prior Agreement: Fertil Steril 71 (1999) 996-997.

Goldberg J.M., Falcone T., Effect of Diethylstilbestrol on Reproductive Function: Fertil Steril 72 (1999) 1-7.

Weitere Literatur:

Graf Roland, Ethik in der medizinischen Forschung rund um den Beginn des menschlichen Lebens. Darmstadt 1999.

Die bisher ausführlichste Studie mit Daten von der Befruchtung der Eizellen bis zur Geburt ist erst 2001 (Nach Inkraftsetzung des FMedG) erschienen. Sie bestätigt die im Vortrag angebrachten Vorbehalte gegenüber der IVF: Senn A., Vozzi C., Chanson A., De Grandl P., Germond M., Prospective Randomized Study of Two Cryopreservation Policies Avoiding Embryo Selection: The Pronucleate Stage Leads to a Higher Cumulative Delivery Rate Than the Early Cleavage Stage: Fertil Steril 74 (2001) 946-952.

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