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Sexualität - eine Herausforderung! |
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3. Teil: Vorpubertät und Pubertät |
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Autoren: Käthy von Däniken und Dr. med. Claudine Schmidt
Wie in den vorhergehenden Schritten die Veränderung des Körpers die Weiterentwicklung des Geistes herausgefordert hat, wird in dieser Zeit speziell wichtig und sichtbar.
Die körperliche Veränderung und Entwicklung drängt sich so massiv auf, und die Sexualität nimmt einen so grossen Stellenwert ein, dass sie sich an die Oberfläche drängt. Die geistige Veränderung wird von uns Erwachsenen oft nicht bewusst als psychosexuelle Entwicklung wahrgenommen. Diese ist aber genau so wichtig, wie die Körperliche. Die Jugendlichen fangen an in diesem Alter von den Eltern langsam Distanz zu nehmen und Geheimnisse zu haben, sodass wir gar nicht mehr immer erfahren, was sie denken und fühlen. Ihre Rebellion und ihr Verhalten empfinden wir zwar als Stressfaktor. Dies gehört aber als geistiger Entwicklungsschritt dazu. (Von uns Erziehern verlangt dieser Schritt das Dreifache ab, als es die Trotz Phase der Dreijährigen tat, den schliesslich sind sie ja jetzt auch dreimal grösser.)
Die bei vielen Jugendlichen vorherrschenden Eigenschaften zwischen ca. 8 – 16 Jahren sind folgende:
Rebellion zur Selbstfindung, Unabhängigkeit, eigene Erfahrungen machen wollen, seinen Weg gehen wollen, erleben wir Eltern zu Recht als Aufruhr, Auflehnung und als sehr anstrengend.
Wichtig ist, dass wir nicht in Vorurteile verfallen und gängige Vorstellungen übernehmen, die oft sehr negativ sind. Versuchen Sie einmal genau hinzuhören, wenn jemand über Jugendliche etwas erzählt. Sie werden Bemerkungen hören wie:
Wir wissen, dass jede und jeder Jugendliche einmalig, originell, anders ist. Deswegen wollen wir sie als Person, und somit auch ihre Sorgen, Probleme und Freuden
Wir Eltern und Erzieher können den Jugendlichen die Sicherheit gewähren, dass wir zu ihnen halten. Auch wenn sie Fehler gemacht haben, auch wenn sich unsere Meinung nicht mit ihrer deckt. Anstelle nur zu kritisieren, können wir ihre Fähigkeiten und Qualitäten speziell betonen. Zeigen, dass wir auch Werte respektieren können, die von unseren abweichen. Zeigen, dass wir versuchen, nicht die Stacheln am Kaktus zu sehen, sondern die Blume vom Kaktus.

© by Käthy von Däniken und Dr. med. Claudine Schmidt
Mit ca. 15 Jahren hat sich der Körper fast vollständig verändert. Alles ist neu: Grösse, Umfang, Form, Gefühle. Die Mädchen haben praktisch alle ihre monatlichen Zyklen. Die Burschen sind im Stimmbruch und sie strotzen vor Kraft.
Das Körperliche beginnt seine Entsprechung zu suchen, das ist der Trieb, und sie müssen lernen vom "Ich-Bezogen-Sein" wegzukommen, um sich auf ein "Du" auszurichten.
Genau das können sie innerhalb der Familie nicht.
Der jugendliche Mensch muss sich nach aussen orientieren, denn er kann erstens kein Abklatsch seiner Eltern sein, und zweitens kann er ja auch seine neuerwachten sexuellen Gefühle nicht gegen seine Mutter, oder Schwester richten, oder gegen den Vater, oder Bruder.
Sie sind gezwungen, sich nach aussen zu orientieren.
(Und auch wenn sie ein halbes Jahr vorher das andere Geschlecht noch kalt liess, werden sie nun anfangen nach ihm zu schielen.)
Die Jugendlichen haben in sich die Sehnsucht nach Wahrheit, Liebe, Geborgenheit und Idealen.
Also müssen sie kreativ sein und neue, eigene Ideen sammeln. Nach Idealen suchen, mit denen sie sich intentifizieren können. Sie wissen vielleicht gar nicht genau, nach was sie suchen, was sie plötzlich für einen Drang haben. Aber, die neuen Gefühle sind ein Antrieb nach aussen zu schauen und sich an den Werten der Aussenwelt, ihrer Umgebung und der verschiedenen Kulturen zu orientieren.
Versuchen wir uns jetzt vorzustellen, was der junge Mensch als erstes in seiner Umgebung antrifft, wenn er nach aussen schaut und er sich an der Gesellschaft orientieren will.
Zuerst einmal trifft er eine körperbetonte Gesellschaft. Denken wir daran, sein Körper ist im Wandel, sichtbar im Wandel, das interessiert ihn natürlich speziell, darum fällt ihm vor allem die sexualisierte Welt der Medien auf, Kioske mit vorherrschendem Körperthema, Sensationshascherei über Liebesdramen, Fernsehfilme wo keine Beziehung mehr treu ist, oberflächliche Werte, Machbarkeitswahn, optimierter Genuss, Befriedigung aller Gelüste, schönste Ferien, Realisierung aller Wünsche, bestes Aussehen, Bequemlichkeit, müheloses Dasein, Ichbezogenheit in der Selbstverwirklichung, Gewalt um zu erreichen was man will,
das Leben hauptsächlich für sich voll geniessen, das heisst auch ausleben der Triebe.
Der Körper ist ja wohl befriedigt, sein vordergründiges Ziel ist erreicht. Er hat alles was er braucht.
Was ihm passiert und was er fühlt, wenn er bei dem bleibt was ihm die Werbung, die Wirtschaft zeigt, ist Dumpfheit, abgestumpft sein, auch geistig, -innere Leere.
Es ist eine Betäubung der Sehnsucht, durch das Ausleben der oberflächlichen Gesellschaftlichen Vorgabe.
Es ist das verbleiben beim "Ich-Bezogen-Sein", welches aber ein nicht voll ausgereiftes Verhalten darstellt.
Der einzelne Mensch in der Pubertäts- Phase ist eine der wertvollen Chancen, sich zu einer ganzheitlichen Persönlichkeit zu entwickeln. Die Gesellschaft in der Pubertät, ist aber dagegen eine Sackgasse. (Verweis auf Skizze 3, Stufe 6-12)
Seine Sehnsucht und sein ursprünglicher Antrieb hinauszuschauen während der Pubertät waren:
Liebe, Geborgenheit, ein Du finden, sein Streben war - nicht für sich leben zu wollen.
Was bräuchte er, um gegen diese einseitige Entwicklung entgegenzusteuern?
Der Jugendliche hat die Fähigkeit die Wahrheit zu erkennen.
Wie geschieht ihm, wenn er hinausschaut? Er sieht die Werbung und das Leben der Gesellschaft und denkt sich, das ist richtig, das ist normal.
Seine Wahrheit sieht zwar anders aus, aber durch die Gewaltigkeit der gesellschaftlichen Welt, der Schlagwörter, niemand sagt laut etwas dagegen, wenige zeigen eine andere Wahrheit, oder sie wird totgeschwiegen, viele Erwachsene machen mit, bis ins hohe Alter. Also muss er seine Wahrheit zurücknehmen, oder zurückstellen und sich denken, dass er sich wahrscheinlich geirrt hat. (Schliesslich ist es auch die vordergründig bequemere Lebensweise)
Wollen wir die Entwicklungsschritte zur vollen Reife führen, wie wir das vorher beim Kind gemacht haben, müssen wir aktiv werden. (In der vermarkteten Gesellschaft hat er nur die körperliche Entwicklung und Ausnutzung erlebt, aber die Gesellschaft hat neben der Halsschreierischen, auch noch andere Dimensionen)
Nichts begeistert den Jugendlichen so sehr, wie die Entdeckung der unvergänglichen Wahrheit. Wie könnte das aussehen?
Wir könnten ihnen ermöglichen das Frausein, bzw. Mannsein, in ihrer Entwicklung kennen zulernen, über das Erfahren der natürlichen Vorgänge in ihrem Körper-, Geist- und Seele, auf wissenschaftlicher Basis, wie das z.B. Hanna Klaus in ihrem TeenSTAR Programm anbietet. Das beinhaltet, dass sie ihr soziales Umfeld analisieren, Gesellschaftliche Zusammenhänge erkennen, Werbung beurteilen und demaskieren können, damit die Sexualität ihren richtigen Platz und Stellenwert bekommt und integriert wird im ganzen jungen Menschen, der aus allen drei Dimensionen besteht, Körper, Geist und Seele.
Hanna Klaus betont, wie wichtig es ist, der heutigen Mentalität entgegengesetzt, dem Jugendlichen Zeit zu geben, seine geistige und seelische Entwicklung entfalten zu können. Laut den Hirnforschern Dr. J. Giedd und Dr. Sowell, (und auch anderen) vom Nationalen Institut für Nerven und Geisteskrankheiten in Amerika, hat das Gehirn seine emotionelle Entwicklung erst nach dem 16. Altersjahr abgeschlossen. Es wird beschrieben, dass der Jugendliche vor dem 16. Altersjahr die idealisierte Traumwelt, nicht klar von der Wirklichkeit und Realität unterscheiden kann.
(Skizze1: siehe Schulterknick: geistig- seelisch kommt später als körperlich)
Der Körper ist zwar bereits reif und somit zeugungsfähig, aber seine geistige und seelische Entfaltung wird erst zwischen dem ca. 18 –24 Lebensjahr soweit entwickelt sein, dass die Fähigkeit zu einer festen beständigen Beziehung mit einem Du herangereift sein wird. Das heisst, wartet der junge Erwachsene mit dem Ausnutzen seiner bereits vorhandenen Zeugungsfähigkeit, gibt er sich selber die Chance, dass seine geistigen und seelischen Ebenen sich gleichwertig zum Körper entwickeln. Ansonsten kann es geschehen, dass diese beiden Ebenen verkümmern, oder stehen bleiben.
Die neu erworbene Identität im Umgang mit der Sehnsucht, der Einblick in neue Tiefen und Dimensionen der eigenen Männlichkeit, oder des Frauseins, ermöglicht die Fähigkeit, sich selber annehmen zu können, sowie zu einer dauerhaften Beziehung in einer Partnerschaft, zu Liebesgemeinschaft und zu Treue.
Auch hier geht es nicht ohne Herausforderung, denn nun erstrecken sich die drei Dimensionen über zwei Personen.
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3. Teil: Vorpubertät und Pubertät |
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