Sexualität - eine Herausforderung!

home
zurück

4. Teil: Ganzheitliche integrierte Sexualität - eine lebenslange Herausforderung!

Pro Life Themen

Autoren: Käthy von Däniken und Dr. med. Claudine Schmidt

Ganzheitliche integrierte Sexualität – eine lebenslange Herausforderung!

Wie stellt sich diese Herausforderung im Leben zu zweit dar? Nehmen wir wieder das Personenmodell heraus. (Skizze 2) Im Innern liegt die ganzheitliche, integrierte Sexualität, mit Ausrichtung auf das Du.

Zuerst zum Fundament unserer Gedanken:

Gott schuf den Menschen als sein Ebenbild, als Person, als Beziehungswesen, nicht nach eigenen Trieben, sondern nach göttlichen Gesetzen. Die Enzyklika ("Mulieris dignitatem") über die Würde der Frau sagt: Die Frau als Person nehmen und achten. (Das heisst: das sichtbare, der Körper einerseits, und das unsichtbare das in "Person" = "Persuonare" = "durchtönende" schätzen) Der Mensch besitzt die Körpernatur wie die Tiere, zusätzlich die Geistnatur und alles einschliessend noch die Gottesnatur, als Kinder Gottes. Der Mensch ist ein Meisterwerk der Schöpfung. Der Mann ist der Herr, oder wie Pater Kentenich sagt, das Haupt der Schöpfung und die Frau ist die Krone, oder das Herz der Schöpfung. Erschaffen als Ebenbilder Gottes in zwei sich ergänzenden Wesen, zwei Personen, als Mann und Frau.

Wir wollen beide, Mann und Frau, anhand des Personenmodells darstellen. Dann sollen sich beide begegnen.

Zuerst die alltägliche Begegnung.

Die nächstmögliche Nähe ist der äussere Kreis. Zwei Menschen stehen nebeneinander. Es sind zwei eigenständige Personen.

© by Käthy von Däniken und Dr. med. Claudine Schmidt

© by Käthy von Däniken und Dr. med. Claudine Schmidt

Persona im griechischen Theater sind Rollen oder Masken. Nach dem Psychologen Dr. Arthur Brühlmeier ist der Mensch normalerweise kontrolliert. Nur in speziellen Situationen lassen die Menschen ihre Maske, oder Kontrolle fallen. Es ist dann die Preisgabe von

etwas sehr Intimem. Es können für eine bestimmte Zeit verschiedene Kontrollmechanismen ausgeblendet werden.

Man schaut zum Beispiel bei einem Schlafenden im Zug diskret zur Seite. Intuitiv schützt man so den Intimbereich des Schlafenden. Eine ganz andere Art der Kontrollaufgabe kann die Art des innigen Gebetes, des Gespräches mit Gott sein. Der Beter hat unter Umständen den Bezug zu seiner körperlichen Umgebung verloren. Auch dies kann ein sehr persönlicher intimer Bereich sein.

Während des Geschlechtaktes wiederum geht die willentliche Kontrolle über den Körper verloren. Die Person gibt sich ganz dem Partner hin. Es gibt eine neue Art der Begegnung.

Skizze 4

© by Käthy von Däniken und Dr. med. Claudine Schmidt

© by Käthy von Däniken und Dr. med. Claudine Schmidt

In unserem Modell öffnet sich der äussere Ring für den Partner. Es gibt eine viel nähere, intimere Begegnung.

Die rein körperlichen Vorgänge sind bei den meisten Menschen identisch. Es laufen Reflexe ab. Somit ist, falls rein körperliche Interessen die Vereinigung herbeigerufen haben, auf dieser Ebene der Partner austauschbar. Auch bleibt der Kern des Menschen, sein Inneres, häufig unberührt.

Isolierte, körperliche Sexualität kann, falls die anderen Stufen der Liebe nicht entwickelt wurden, eine bestehende innere Leere nicht ausfüllen. Es besteht nur ein momentaner Lustgewinn. Wie geht die Gesellschaft damit um?

Dagegen ist das körperliche Sich-Verschenken ganzheitlicher, tiefer, erfüllter, je mehr der körperliche Akt Ausdruck des Zusammenspiels aller inneren Bereiche des Menschen ist. Je mehr also die gesamten Bereiche einer reifen Liebe mitspielen. Nach Pater Kentenich also sexus, die körperliche Liebe, die die Partner im Geschlechtsakt vereint, zusammen mit eros, der sich für den Partner schmückenden Liebe, oder der schönen Atmosphäre, mit amor, der geistigen Liebe, welche die geistigen Werte und Fähigkeiten und die Einmaligkeit des Partners schätzt und agape oder caritas, der übernatürlichen Liebe, welche den Partner als Wohnstätte des dreifaltigen Gottes erkennt, oder welche die Geschöpfe untereinander und mit Gott verbindet.

Diese verschiedenen Bereiche der Liebe sind beim Mann und bei der Frau unterschiedlich ausgeprägt. Beim Mann zum Beispiel ist die Geschlechtlichkeit stärker gewichtet. Bei der Frau ist die liebende Atmosphäre und das geistige Element wichtig.

Die männliche und die weibliche Art sind gleich wertvoll und wichtig. Jeder Partner hat, je nach Neigung, bestimmte Aufgaben. Sie ergänzen sich.

Die Partner sind in so einer Beziehung nicht mehr ohne wesentlichen Verlust tauschbar. Die gesamte Person des Partners wird kostbar, nicht ausschliesslich seine Geschlechtlichkeit, welche sich sehr dynamisch durch das Alter, Krankheit oder andere Einflüsse, wie Belastung am Arbeitsplatz, ändern kann.

Der kleine Prinz ist sich der Einmaligkeit seiner Rose bewusst. Wie er das ganze Rosenfeld sieht, zieht es ihn zurück zu seiner Rose, die er allein gelassen hat und für welche er sich verantwortlich fühlt. "Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar"!

Reife Liebe ist treu. Über das "Ich" auf das "Du" ausgerichtete Liebe, kann Verantwortung übernehmen. Es heisst nicht: ich gebe, wenn du gibst! Das Wohlergehen des Partners, und im Weiteren des Nächsten, liegen dem Menschen am Herzen. Dies ist die ideale Bedingung für das aus der Vereinigung entspringende, neue, einmalige Leben: das Kind!

Ein entscheidender Aspekt ist die übernatürliche Liebe. Sie ist ein Teil des innersten Kerns der Person und weist auf den Schöpfer hin.

Die Gotteskindschaft ist das den Menschen Erhebende. Gott als unser Vater war sich der Wichtigkeit, der Zentralität, der Vereinigung von Mann und Frau, dieses "Sich-Verschenkens" bewusst und hat für diese Situation einen Schutz, ein Sakrament gewollt:

Das Ehesakrament

Für den glaubenden Christen ist das Ehesakrament (für unsere evangelischen Geschwister der Ehebund) ein Geschenk Gottes, als Wertschätzung und als übernatürlicher Schutz für den geschlechtlichen Akt zwischen Mann und Frau und der Weitergabe des menschlichen Lebens. Weitergabe des Lebens, körperlich, oder geistig, in körperlicher, oder geistiger Fruchtbarkeit.

Wie wir im Entwicklungsmodell (Skizze 1) gesehen haben, bleibt die körperliche Fruchtbarkeit nicht immer. Doch durch die Pflege der ganzheitlichen, integrierten Sexualität ist es möglich, die geistig-seelische Ebene zu entfalten, dass der Mensch zu einem Schatz geistiger Fruchtbarkeit für die anderen wird, auch wenn die körperliche Fruchtbarkeit nicht vorhanden ist und auch, wenn die körperliche Sexualität langsam zurückgeht. Körperliche Fruchtbarkeit, Zeugungsfähigkeit, ist beschränkt, aber in allen Lebenssituationen kann die geistige Fruchtbarkeit weiterwachsen.

Die Weisheit und Würde unserer Grosseltern in Lebensfragen, beeindrucken die Grosskinder und lassen sie stundenlang zuhören. Nutzen wir diesen enormen Reichtum!

Wenn wir zu unserem Ehemodell zurückkehren und die beiden Personen, Mann und Frau, sich ohne Maske, ohne die äusserste Schicht, intim begegnen lassen, entdecken wir die Ähnlichkeiten mit Pater Kentenichs Modell für die eheliche Vereinigung: der Ellipse mit den zwei Brennpunkten. Ein Fleisch werden und doch zwei Personen bleiben. Im ehelichen Akt zugleich eigene, geschlossene Persönlichkeit und doch geöffnet für das Du sein. Durch das Einswerden von Mann und Frau ist eine Nähe der Begegnung möglich wie sonst nie.

Etwas wunderbares, einmaliges. Daraus kann neues Leben entstehen. Wir haben in unserem Modell, zur Vereinfachung, die Personen mit den gleichen Anteilen innenschichtig dargestellt. Aber in Wirklichkeit stehen den Ehepartnern verschiedene Qualitäten der einzelnen Schichten zu. Wie wir besprochen haben, ergänzen sie sich ja. Noch dazu unterscheidet sich jedes Ehepaar vom anderen. Kein Paar ist gleich und kein Paar bleibt gleich. Jedes Ehepaar hat eine eigene Dynamik, da ja auch jeder Partner sich andauernd weiter entwickelt.

Dies ist eine lebenslange Herausforderung für das Unternehmen Ehe, für die Beziehung zwischen Mann und Frau.

Jedes Ehepaar ist also einzigartig, weil auch jeder einzelne Mensch einzigartig ist. Seit der Verschmelzung der Samen- und der Eizelle ist ein einmaliger, einzigartiger Mensch entstanden. Unverwechselbar von Anfang an, durch seinen genetic print, seinen genetischen "Fingerabdruck".

Jeder Mensch ist einmalig.

Gott gab nun den Menschen die Freiheit zu entscheiden, ob sich diese Einmaligkeit zu einem neuen Leben verwirklichen kann. Können wir damit umgehen?

Wir sind optimistisch! Und der Kreislauf Kind- Jugendlicher- Erwachsener..... kann weitergehen!

Sexualität- eine Herausforderung!

Ganzheitliche, integrierte Sexualität- eine lebenslange Herausforderung! Oder kurz:

Liebe - die Lebensaufgabe!

****************************

Weitere Quellen:

Interessante Impulse können Sie finden:

Für Jugendarbeit TeenSTAR , Persönlichkeitsbildung gestützt auf ganzheitliche Einführung in die Sexualität

Für Ehepaare Natürliche Empfängnisregelung nach Prof. Dr. J. Rötzer, INER

Für Familien Die Ausbildung: "Wie Familie gelingen kann!" im Familienseminar der Schönstattbewegung, mit Kinderbetreuung

Für Freunde des ungeborenen Lebens

Unsere Lebensschutzorganisationen

Herzlichen Dank!

 

 

Kontaktadresse:

Sr. Mariza Signer
Bildungszentrum Neu-Schönstatt
CH-8883 Quarten SG

Tel. 081 739 11 04
Fax 081 739 10 10

e-mail: bildungszentrum@schoenstatt.ch

Quellenangabe:

zurück

4. Teil: Ganzheitliche integrierte Sexualität - eine lebenslange Herausforderung!

Pro Life Themen

Sexualität - eine Herausforderung!

home