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Dossier zur Abtreibungsdebatte in Deutschland
       

Letzte Aktualisierung: 12. April 2003

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Briefe Johannes Paul II. Nr. 2-5 und die Pressemeldungen der Deutschen Bischofskonferenz

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Manfred Spieker: Kirche und Abtreibung in Deutschland. Ursachen und
Verlauf eines Konflikts
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Endgültiges Aus für die Vergabe von Beratungsscheinen im Bistum Limburg  08.03.02
Endgültiges Aus für die Vergabe von Beratungsscheinen im Bistum Limburg  08.03.02
Die neuen Richtlinien der Deutschen Bischofskonferenz für katholische Beratungsstellen, die zum 1. Januar 2000 in Kraft treten 03.12.00

Medienkampagne zur katholischen Schwangerenberatung

03.12.00
Bischof von Limburg will trotzdem nicht aus der staatlichen Beratung aussteigen 23.11.99
Entscheid der Deutschen Bischofskonferenz: Endgültig Schwangerenberatung ohne Beratungsnachweis 23.11.99
Bischof Lehmann stärkt Laienorganisation "Donum Vitae" den Rücken 20./21.11.99
Treffen Bischof Lehmanns mit dem Papst ohne Einigung 19.11. 99
Robert Spaemann zum Abtreibungsstreit: Die schlechte Lehre vom guten Zweck (FAZ) 23.10.99
Abtreibungsstreit in Deutschland: kein Ende in Sicht 26.10.99
Papst lehnt die Neuregelung der Deutschen Bischofskonferenz zum Beratungsschein ab 17.09.99
Deutsche Bischöfe wahren den (Abtreibungs)Schein! 18.07.99

 

Links: Homepage der Deutschen Bischofskonferenz
          Sammlung kirchlicher Dokumente zum Lebensschutz

 

 

 

 

24. Nov. 1999

Die deutschen Bischöfe geben in der Abtreibungsfrage nach

Neue Weisung des Papstes

Würzburg. 23. Nov. (Reuters) Die deutschen Bischöfe wollen die Beratung schwangerer Frauen durch die katholische Kirche im kommenden Jahr im Sinne des Papstes neu ordnen. Die Deutsche Bischofskonferenz erklärte am Dienstag in Würzburg, dieser Schritt sei eine Reaktion auf die Weisung des Papstes, künftig keine Beratungsscheine mehr auszustellen. Eine konkrete Aussage über Verbleiben oder Ausstieg aus der Beratung trafen die Bischöfe nicht. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Karl Lehmann, äusserte sich aber skeptisch über die Aussichten auf ein Verbleiben in der gesetzlichen Beratung. Unmittelbar vor den zweitägigen Beratungen des Ständigen Rates der deutschen Bischöfe im Würzburger Kloster Himmelspforten hatte der Papst die Bischöfe in einem neuen Brief angewiesen, künftig keine Beratungsscheine mehr auszustellen.

«Wir haben gekämpft und verloren», erklärte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, der Mainzer Bischof Lehmann, nach dem Treffen in Würzburg. Nun gehe es darum, in die Zukunft zu schauen und zu sehen, ob die Beratung noch zu retten sei. Die Bischöfe würden sich um eine Möglichkeit bemühen, auch ohne den Schein in der staatlichen Beratung zu bleiben.

Johannes Paul II. im Wortlaut: "Was die Bitte betrifft, die Sie im Schlußteil Ihres Briefes dargelegt haben, bitte ich – nachdem ich darüber gebetet habe – Sie und über Sie alle anderen Diözesanbischöfe Deutschlands, sich für eine einheitliche Lösung einzusetzen, weil ich es in einem hohen Maß für schädlich halte, in einer so kennzeichnenden Angelegenheit zwei verschiedene Vorgehensweisen innerhalb desselben Episkopats zu akzeptieren. Ich vertraue also darauf; daß man bei der nächsten Sitzung des Ständigen Rates der Deutschen Bischofskonferenz einmütig und einträchtig zu einer endgültigen Entscheidung kommt, um die Weisungen zügig zu verwirklichen."

Einzelne Stimmen des Widerstandes

Der Sprecher des Limburger Bischofs Franz Kamphaus kündigte dagegen an, das Bistum Limburg werde nicht aus der staatlichen Beratung aussteigen. Es werde sich aber an den Beratungen über eine Alternative für die Ausstellung des Beratungsscheins beteiligen. Dabei müsse sich jedoch eine Lösung ergeben, die das Verbleiben in der gesetzlichen Beratung garantiere. Möglich sei etwa, dass die Beratung auch ohne den Schein anerkannt werde. Finde sich keine überzeugende Alternative, werde der Beratungsschein in Limburg weiterhin ausgestellt. Bischof Kamphaus fühle sich verpflichtet, auch die Frauen in Konfliktsituationen zu erreichen.

(NZZ, Nr. 274, 24.Nov 1999, S.2)

Link: http://www.nzz.ch/
Der Philosoph Robert Spaemann zum Abtreibungsstreit:
"Die schlechte Lehre vom guten Zweck."
"Die schlechte Lehre vom guten Zweck."

 

 

 

21. Nov. 1999

Bischof Lehmann stärkt Laienorganisation "Donum Vitae" den Rücken (20./21. Nov. 1999)

Positionsbezug im Abtreibungsstreit

Bonn, 19. Nov. (Reuters) Im Streit um die Beratung von Schwangeren durch die katholische Kirche in Deutschland hat der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Karl Lehmaun, der Laienorganisation ‘Donum Vitae’ den Rücken gestärkt. Es sei gut und wichtig, dass die Laien nicht einfach kampflos eine andere Beratung hinnähmen, sagte der Mainzer Bischof am Freitag bei der Generalversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) in Bonn. Diese Haltung habe er vor einigen Tagen auch gegenüber dem Papst geäussert.

Papst Johannes Paul II. hatte im September erklärt, er wolle eine Beteiligung der katholischen Kirche in Deutschland an der staatlichen Schwangerenberatung für Schwangere nicht länger dulden. Nach der Kritik des Papstes ist es Sache der einzelnen Bischöfe, über das Verbleiben ihrer Bistümer in der staatlichen Schwangerenberatung zu entscheiden. Das ZdK, Laienorganisation der Katholiken, hatte die Gründung von ‘Donum Vitae’ angeregt, um auch bei einem Ausstieg der Bischöfe eine Beratung anzubieten. Die Zukunft des Vereins ist jedoch weiter unklar. Mehrere Millionen Mark seien nötig, um ‘Donum Vitae’ finanziell ausreichend auszustatten, sagte der Präsident des ZdK, Hans Joachim Meyer. Nicht abzuschätzen sei auch, wie viele deutsche Bischöfe aus der Beratung ausstiegen und wie viele neue Beratungsstellen damit nötig würden. Der Verein sei daher auf Spenden und möglichst viele Beitritte angewiesen

(Quelle: NZZ, Nr. 271, 20./21. Nov. 1999, S. 3)

 

Link: http://www.nzz.ch/
Der Philosoph Robert Spaemann zum Abtreibungsstreit:
"Die schlechte Lehre vom guten Zweck."
"Die schlechte Lehre vom guten Zweck."

 

 

 

21. Nov. 1999

Treffen Bischof Lehmanns mit dem Papst ohne Einigung

Umstrittene deutsche Abtreibungsfrage

Rom, 18. Nov. (ap) Ein Treffen von Papst Johannes Paul mit dem Mainzer Bischof Karl Lehmann hat offenbar keine neuen Ergebnisse im Streit um die Schwangeren-Konfliktberatung in Deutschland gebracht. Auf die Frage nach dem Verlauf seines Gesprächs mit dem Papst sagte Lehmann am Donnerstag am Rande einer Pressekonferenz in Rom, er sei mit klarem Kopf nach Rom gefahren und er kehre mit demselben klaren Kopf nach Deutschland zurück. Das Treffen habe nichts Neues ergeben. Das umstrittene Thema komme aber an der Bischofskonferenz zur Sprache.

Die deutschen Bischöfe haben Johannes Paul in den vergangenen Tagen ihre turnusmässigen Pflichtbesuche abgestattet. Die sogenannten Adlimina-Besuche finden in der Regel alle fünf Jahre statt ünd sollen den Bischöfen Gelegenheit geben, dem Oberhaupt der Katholiken und den Behörden der Kurie über die Situation in ihren Diözesen Bericht zu erstatten. Laut der Niederschrift seiner Äusserungen vor den deutschen Bischöfen beklagte der Papst «den psychologischen Druck einiger Gesellschaftskreise in Deutschland». Dieser führe dazu, dass einige Katholiken grundlegende Kirchenregeln in Frage stellten. In einer Atmosphäre von weit verbreitetem religiösem Individualismus gingen einige Kirchenmitglieder so weit, dass sie in Glaubensfragen ihnen genehme Lehren auswählten und andere ablehnten.

(Quelle: NZZ, Nr. 270, 19. Nov. 1999, S. 2)

Link: http://www.nzz.ch/
Der Philosoph Robert Spaemann zum Abtreibungsstreit:
"Die schlechte Lehre vom guten Zweck."
"Die schlechte Lehre vom guten Zweck."

 

 

 

Abtreibungsstreit in Deutschland: Kein Ende in Sicht

26. Okt. 1999

Für den Freistaat Bayern soll demnächst ein Landesverband "Donum Vitae" (Gechenk des Lebens) gegründet werden. Dies kündigte der Vizepräsident des Zentralkomitees der Katholiken, Walter Bayerlein in Ingolstadt an. Auch die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) hat zur Unterstützung des Vereins aufgerufen. Dieser will die katholische Schwangerschaftskonfliktberatung mit Scheinvergabe nach dem Ausstieg der deutschen Bischöfe fortführen.

Kommentar: Allein schon die Namensgebung des Landesverbandes ist verführerisch. Im Jahr 1987 wurde von der Kongregation für die Glaubenslehre die Instruktion über die Achtung vor dem beginnenden menschlichen Leben und die Würde der Fortpflanzung unter dem Namen "Donum vitae" herausgegeben. Während bei diesem Dokument Titel und Inhalt übereinstimmen, beabsichtigt der Landesverband "Donum Vitae" das Geschenk des Lebens mittels Scheinvergabe zu verraten.

(Quelle: Die Tagespost, 26. Okt. 1999)

       Der Philosoph Robert Spaemann zum Abtreibungsstreit: "Die schlechte Lehre vom guten Zweck."

 

 

Papst Johannes Paul II. lehnt die Neuregelung der Deutschen Bischofskonferenz zum neuen Beratungsschein ab!

17. Sept. 1999

Gemäss der Nachrichtenagentur Reuters lehnt der Papst die von der Deutschen Bischofskonferenz beschlossene Neuregelung des Beratungsscheines ab, da auch dieser Schein Frauen zur Abtreibung berechtige. Der Papst bereite dazu einen neuen Brief (der vierte!) vor. Über den Entwurf habe er am vergangenen Mittwoch mit Vertretern der katholischen Kirche in Deutschland gesprochen. Der Brief soll in der kommenden Woche vor oder während der Herbstversammlung der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlicht werden.
Die Erklärung des Vatikans könnte
Homepage HLI-Schweiz

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