Siehe Dossier: Stammzellenforschungsgesetz
Gegen die Legalisierung der Tötung von Embryos!

Zahlreiche Organisationen haben in der Schweiz für das Referendum gegen das Stammzellenforschungsgesetz gesammelt und die geforderten 50'000 Unterschriften zusammen weit übertroffen! Allen, die dazu beigetragen haben, sei herzlich gedankt!

Weitere Infos und Unterlagen finden Sie in unserem Dossier.

 

Eingefrorene Embryonen in der Schweiz: Die neuesten Zahlen - wie immer ohne Gewähr!

12.05.2003

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat am 14. April mitgeteilt, dass in der Schweiz jährlich nicht 100 (gemäss Botschaft des Bundesrates), nicht 81, wie Bundesrat Pascal Couchepin vor dem Ständerat erklärte, sondern 200 überzählige Embryonen entstehen. In der Erklärung heisst es, das BAG habe im Frühjahr 2003 eine Umfrage bei den Kantonen durchgeführt, um die Anzahl der überzähligen Embryonen in den Jahren 2001 und 2002 zu erheben. Wörtlich heisst es: "In diesen beiden Jahren fielen je rund 200 überzählige Embryonen an. Gestützt auf diese Ergebnisse ist anzunehmen, dass in der Schweiz auch zukünftig jährlich mehr als die 100 geschätzten überzähligen Embryonen anfallen."

Nun existiert ein Jahresbericht der FIVNAT Schweiz, der die Ergebnisse von 18 Zentren für das Jahr 2001 zusammenfasst. Darin heisst es: "Total wurden 8126 Zygoten und 97 Embryonen kryokonserviert." Das entspricht der Hälfte der Deklaration des BAG. Hier besteht zweifellos Erklärungsbedarf. Bei der FIVNAT sind die grössten IVF-Kliniken der Schweiz aus Genf, Lausanne, Basel, Baden und Zürich beteiligt (siehe unten gemäss einer Statistik bei ESHRE von 1999). Fraglich ist noch, ob einige Praxen in und im Umkreis von Basel (Reinach, Therwil) mit dem IVF-ICSI-Zenter Institut Dr. Voillier zusammenarbeiten. Es würde schon sehr erstaunen, wenn die Nichtmitglieder (FIORE in St. Gallen; Linder Bern und evtl. Centre de Procréation médicalement assistée Lausanne) für die restlichen 100 Embryonen verantwortlich wären. Eine andere mögliche Erklärung wäre, dass Praxen der FIVNAT andere Zahlen als den Kantonen meldeten. Da der Bund die Zahlen wohl anonymisiert erhalten hat, lässt sich nicht so ohne weiteres eruieren, wo der Fehler bzw. der Schwindel geschehen ist. Am besten wäre, man würde die Anonymisierung, die an sich im FMedG nicht ausdrücklich vorgesehen ist, im Art. 14 der Fortpflanzungsmedizinverordnung (FMedV) aufheben, um die geforderte Transparenz zu erhalten. Gefordert ist die WBK des Nationalrates die lückenlose Aufklärung der Widersprüche aufzudecken. Sie wird Mitte Mai über das Embryonenforschungsgesetz beraten.

Zum Vergleich: Die Bundesrepublik Deutschland hatte im Jahr 2002 ingesamt 17 überzählige Embryonen und im Vorjahr nur gerade 15. Im Jahr 2002 wurden in der BRD somit zwei Embryonen überzählig!

Die 18 Mitglieder von FIVNAT, die bei der Statistik beteiligt sind

(The European IVF-monitoring programme (EIM), for the European Society of Human Reproduction and Embryology (ESHRE), Assisted Reproductive Technology in Europe, 1999. Results Generated from European Registers by ESHRE: Hum Reprod 17 (2002) 3260-3274, hier 3274)

 
Baden: Reproduktionsmedizinisches Zentrum Kantonsspital 1
Basel: IVF-ICSI Zenter Institut Dr Viollier, Dr N. Pavic, Dr J-C. Spira; Universitäts-Frauenklinik, Abt. für gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin 2;3
Bellinzona: ProCrea, Centro Fertilità della Svizzera Italiana 4
Bern: Lindenhofspital, IVF-Labor; Universitätsfrauenklinik, Abt. für Gynäkologie, IVF und Reproduktionsmedizin, Inselspital 5,6
Frauenfeld-Kreuzlingen: IVF Zenter ILAMED 7
Genève: Centre Privé de Procréation Médicalement assistée de la Clinique de Champel Elysée; Hôpital Universitaire, Clinique et Policlinique de Stérilité et d’Endocrinologie Gynécologique 8,9

Laufen: Dr A. Koller

10
Lausanne: Centre Vanderlick-Montchoisi; CHUV, Unité de Médecine de la Reproduction et d’Endocrinologie Gynécologique 11,12
Locarno: Centro Cantonale di Infertilità, Servizio di Endocrinologia Ginecologica 13
Luzern: Kantonalspital, Sterilitätssprechstunde Frauenklinik, IVF-ICSI Labor 14
Schaffhausen-Zürich: Zentrum für Reproduktionsmedizin, Dr P. Fehr, Dr Singer 15
Winterthur: Dr R. Köppel 16
Zollikerberg: IVF Zürich 17
Zürich: Universitätsspital, Klinik für Endocrinologie 18

Links:

Medienmittelung des Bundesamtes für Gesundheit vom 14.4.2003

Medienmitteilung der WBK des Nationalrates vom 14.4.2003

Hintergrundinformationen von HLI-Schweiz: Dossier Fortpflanzungsmedizin

Zur Debatte über das EFG im Ständerat (12.3.2003)

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