Studie belegt: Für jede mittels Präimplantationsdiagnostik erzielte Geburt müssen 118 Eizellen befruchtet werden

17. Feb./ 1. Juli 2001

 

Neue Studie zeigt: PID ist eine 'Trial-, Error- and Kill'-Methode

In der Zeitschrift 'Human Reproduction' ist im Dezember 2000 eine Studie über Präimplantationsdiagnostik erschienen. Sie fasst Ergebnisse über diese Technik von 1993 bis Mai 2000 zusammen. Unter dem Begriff Präimplantationsdiagnostik versteht man die Analyse von in der Regel zwei Zellen, die dem mehrzelligen Embryo entnommen werden, um vor der Implantation genetische Anomalien festzustellen oder aber auch das Geschlecht des Embryos zu bestimmen. Nur wenn die Analyseresultate für beide Zellen übereinstimmen und keine genetische Anomalie vorliegt, wird der entsprechende Embryo in den Uterus der Frau transferiert. Die anderen Embryonen werden sofort vernichtet oder für die Forschung verbraucht.

Die Resultate sollten den Befürwortern der Präimplantationsdiagnostik in der Schweiz und in Deutschland zu denken geben. Wer das folgende Zahlenmaterial betrachtet, muss sich wirklich fragen, wie man diese 'Trial, Error and Kill-Methode' allen ernstes vertreten und zugleich behaupten kann, die Würde des Menschen schützen zu wollen.

Bis vor kurzem wurde auf dieser Webseite angegeben, dass gemäss der Studie für jede mittels Präimplantationsdiagnostik erzielte Geburt durchschnittlich 74 Eizellen befruchtet werden müssen und davon lediglich 7 transferiert würden. Diese Zahlen müssen leider nach oben (118 bzw. 18) korrigiert werden, da in der betreffenden Studie der Schwangerschaftsverlauf für alle vorgenommenen Diagnostiken in einer einzigen Tabelle angegeben wurde, während die Details über die Präimplantationsdiagnostik in zwei Tabellen (VIII mit / IX ohne Test auf Aneuploidien) aufgespalten wurde. Somit ergeben die beiden zusammengefassten Tabellen folgende Werte:

Eizellentnahmen

  Anzahl %
Zyklen 1318 100 %
keine Entnahme von Eizellen möglich 82 6.2 %

Insgesamt wurden durch die Studie 886 Paare erfasst. Pro Zyklus wurden somit 12.4 Eizellen entnommen. Das heisst, dass je Geburt durchschnittlich bis zu 10 (!) Eizellentnahmen erfolgen mussten.  

Diagnosen und Embryotransfers

Anzahl entnommene Eizellen 16292 -
inseminierte Eizellen 14522 100.0 %
befruchtete Eizellen 10220 70.4 %
Embryonen, denen Zellen entnommen wurden 8218 56.6 %
Erfolgreich durchgeführte Zellentnahmen 7991 55.0 %
Diagnosen 6182 42.6 %
transferierbare Embryonen * 2746 18.9 %
transferierte Embryonen 2248 15.5 %

* Diese Zahl ist zu klein, da ein Zentrum nicht angab, wieviele Embryonen transferierbar waren.

Verlauf bis zur Geburt

Anzahl registrierte Feten (Chorionsäcke)      224 1.54 %
Schwangerschaften 163 1.12 %    
Geburten 123  0.85 %    
Babys     162 1.11 %

   

Somit müssen bei der Präimplantationsdiagnostik für eine einzige Geburt durchschnittlich 118 Eizellen inseminiert werden, wobei davon schliesslich gerade noch 18 transferiert werden!

    

Es gibt auch Abtreibungen nach PID

Zu den enormen Verlusten, die in dieser Datensammlung ausgewiesen werden, gehören auch sieben Abtreibungen, wobei Mehrlingsschwangerschaften auf ein oder zwei Kinder reduziert wurden. Invasive pränatale Diagnostik wurde in 132 Fällen durchgeführt, um die Präimplantationsdiagnostik zu überprüfen. Dabei wurden vier Falschdiagnosen entdeckt. Zwei der betreffenden Kinder wurden abgetrieben, während weitere zwei falsch diagnostizierte Kinder ausgetragen und mit ihren Krankheiten geboren wurden. Damit wird das Argument der Befürworter, PID verhindere Abtreibungen nach PND entkräftet oder zumindest stark relativiert.

Aus den Zahlen ist zu entnehmen, dass 25% der registrierten Schwangerschaften in Aborten enden, die von den Müttern physisch und psychisch verkraftet werden müssen. An der Studie haben sich Forscher aus folgenden Ländern beteiligt: Australien, Belgien, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Israel, Italien, Niederlanden, Südkorea, Spanien, Schweden, Grossbritannien und den USA.

Quelle: ESHRE PGD Consortium Steering Committee, ESHRE Preimplantation Genetic Diagnosis (PGD) Constortium: data collection II (May 2000). Human Reproduction 15 (2000) 2673-2683.

ESHRE=European Society of Human Reproduction and Embryology

 

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