Pressemitteilung der Schweizerischen Hilfe für Mutter und Kind (SHMK)

Dossier der SHMK zum Thema "Post Abortion Syndrome" (PAS)

  

Symposium am Inselspital in Bern: Abtreibungslobby vereinnahmt schweizerische medizinische Fachverbände

31. Mai 2001

Wissenschaft für politische Zwecke missbraucht:

Mit dem für heute, den 31. Mai 2001, am Berner Inselspital angekündigten Symposium über «Psychische Folgen des Schwangerschaftsabbruches – Mythen und Fakten» ist es der Abtreibungslobby offenbar gelungen, ehrbare schweizerische medizinische Fachverbände für politische Zwecke zu vereinnahmen: Die Tagung will zwar nach eigenen Angaben einen «Beitrag zur Versachlichung» der Diskussion über den Schwangerschaftsabbruch leisten. Doch von Sachlichkeit keine Spur: Unter den Referenten befinden sich ausschliesslich Abtreibungsbefürworter, obwohl namhafte kritische Wissenschafter mit umfangreicher Literatur verfügbar wären. Mediziner, die andere Meinungen vertreten, wurden als Zuhörer teilweise gar nicht zugelassen. In der Öffentlichkeit wurde verheimlicht, dass das Symposium von der Abtreibungslobby organisiert wird. Zudem ist der Zeitpunkt der Aktion so gewählt, um dem laufenden Referendum gegen die Fristenlösung entgegenzuwirken. Die teilnehmenden medizinischen Fachverbände müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, sich bewusst oder unbewusst politisch instrumentalisiert haben zu lassen.

Gemäss Einladung zeichnen folgende schweizerische Fachverbände als Veranstalter verantwortlich: Schweizerische Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (SGP), Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen (FSP), Schweizer Psychotherapeuten Verband (SPV), PLANeS Schweiz. Stiftung für sexuelle und reproduktive Gesundheit, Schweizerische Gesellschaft für Fertilität, Sterilität und Familienplanung SGFSF, Schweizerische Gesellschaft für Prävention und Gesundheitswesen. Doch alle diese Organisationen haben nichts mit der Organisation des Symposiums zu tun. Sie alle verweisen für Auskünfte auf eine Telefonnummer, hinter welcher sich - ohne dies aber offenzulegen - die Schweizerische Vereinigung für straflosen Schwangerschaftsabbruch (SVSS) versteckt. Immerhin gibt der Kassier des Schweizer Psychotherapeutenverbandes, Dr. Brander, offen zu, dass «die SVSS im Grunde genommen die veranstaltende Gesellschaft» ist.

Die SVSS betreibt seit 30 Jahren eine fanatische Kampagne zur Einführung strafloser Abtreibungen bis zur Geburt. Für sie ist eine 12-wöchige Fristenlösung ausdrücklich nur «ein Kompromiss»: Am liebsten hätte sie die Straflosigkeit der Abtreibung bis am Vorabend der Geburt. Wer sich nun für das Symposium anmeldet, wird von der Co-Präsidentin der SVSS, Annemarie Rey, persönlich am Telefon einer peniblen Befragung unterzogen. Diese dient dazu, potentielle Andersdenker zu identifizieren und von der Veranstaltung fern zu halten.

 

Ein typischer Fall unter mehreren:

Ein wissenschaftlich interessierter Arzt wollte sich anmelden und bat die Co-Präsidentin des SVSS, ihm und einem befreundeten Arzt eine Einladung mit Anmeldebestätigung zuzustellen. Sobald Frau Rey aber die Adressen der Ärzte erfuhr, sagte sie nach kurzem Nachdenken: «Ach ja, dann weiss ich aus welchem Lager Sie kommen. Wir möchten nicht den ganzen Hörsaal voller Abtreibungsgegner!». Der befreundete Arzt erhielt in der Folge keine Anmeldebestätigung. Der Anrufende selber erhielt eine solche erst nach Wochen der Ungewissheit und kurz vor Anmeldeschluss des Symposiums. Weitere Fälle liegen vor. Zum Teil haben spätere Anrufer eine Bestätigung erhalten, andere wiederum nicht.

Offenbar stand selbst das Ergebnis der Veranstaltung lange Zeit vor dem Symposium fest: Der Moderator des «Zischtigsclubs» des Schweizer Fernsehens, Ueli Heiniger, konnte bereits am 15. Mai 2001 wortwörtlich über das Symposium berichten: «In der Post ist heute von einem Kongress etwas gekommen, der am 31. Mai im Inselspital stattfindet. Dort wird das PAS (Post abortion syndrome) offenbar schwer bestritten!» Diese Aussage war in dieser Form nur aufgrund von Insider-Informationen möglich und lässt ebenso auf eine manipulative und gesteuerte Kongressorganisation schliessen.

Erstaunlich ist, mit welcher Unverfrorenheit die SVSS glaubhaft machen will, dass Schwangerschaftsabbrüche im besten Fall «schlechte Gefühle» verursachen. Zu einem Zeitpunkt, wo sich die ganze Nation mit Patricia Fässler solidarisiert und sich mit deren Schicksal auseinandersetzt, wirken die Bemühungen der SVSS geradezu grotesk. Damit schafft die SVSS für viele Frauen eigentliche «Abtreibungsfallen», in welche sie ahnungslos hineingeraten.

 

Weitere Informationen, Studien und Fachartikel zum PAS sowie weiterführende Literatur:

Dossier der SHMK zum Thema "Post Abortion Syndrome" (PAS)

Schweizerische Hilfe
für Mutter und Kind (SHMK)
www.mamma.ch

Tel. 061 703 77 77

Fax 061 703 77 78


Zu den ReferentInnen:

Dr. Ellie Lee, Soziologin, an der Universität von Southampton, England, Koordinatorin des Pro Choice Forum, welches sich u.a. die Verteidigung der «Wahlfreiheit» für Abtreibungen bis zur Geburt auf die Fahnen geschrieben hat. Zitat aus www.spiked-online.com: «One reason why it is unethical for late abortion to be restricted is that such restrictions undermine the principle of bodily autonomy.»

Nancy Felipe Russo Ph.D., Psychologieprofessorin, Arizona State Universitiy, USA, will unter anderem in einer Ihrer Studien dem Publikum weismachen, dass eine Abtreibung zu einem höheren Selbstwertgefühl führe, als das durchschnittliche Frauen haben. Als Datenbasis nimmt sie die National Longitudinal Study of Youth (NLSY). Sie findet darin ein Kollektiv von 5295 Frauen 773, die zugaben, eine Abtreibung hinter sich zu haben. Zur Beurteilung verwendet sie die «Rosenberg Self-Esteem Scale». Darin wird mittels 10 Fragen der Selbstwert eingeschätzt. Die maximale Punktzahl beträgt 40. Die 773 Frauen mit einer Abtreibung kamen auf einen Durchschnitt von 33,3 Punkte verglichen mit dem Durchschnitt des ganzen Kollektives von 33,2. Eine um einen Zehntel höheres Selbstwertgefühl auf einer 40-teiligen fraglichen Skala, die von vielen Wissenschaftern als nicht geeignet für die umfassende Erhebung des Selbstwertes bezeichnet wird, ist freilich kein signifikantes Resultat. Zusätzlich ist zu bedenken, dass laut nationalem Durchschnitt weitere 1157 Frauen eine Abtreibung in diesem Kollektiv gehabt haben müssten, diese aber offensichtlich verschwiegen. Gerade Frauen, die Ihre Abtreibung verschweigen, leiden oft am stärksten daran. Diese Frauen drücken vermutlich den Durchschnitt des Selbstwertes tendenziell nach unten. Der Vergleich zwischen zwei Gruppen ist also komplett absurd und daraus den Schluss zu ziehen, dass eine Abtreibung zu einem höheren Selbstwertgefühl führe ist eine starke Form intellektueller Unredlichkeit. (Studie: Russo; Abortion, Childbearing, and Women’s Well-Being; Professional Psychology: Research and Practice, 1992, 23(4): 269-280)

Anne C. Gilchrist M.D, consultant psychiatrist, Royal Cornhill Hospital, Aberdeen UK, führte eine Studie durch mit 13‘261 Frauen (6410 mit Abtreibung, 6151 ohne Abtreibung, 379 mit verweigerter Abtreibung, 321 zunächst Abtreibungswilligen, die ihre Meinung änderten). In ihren Schlussfolgerungen, unterscheidet Gilchrist zum Teil nicht zwischen einem Beenden der Schwangerschaft auf Grund einer Geburt und einem Schwangerschaftsabbruch. Sie findet lediglich, dass das Risiko für Psychosen bei Frauen nach einer Geburt höher sei als bei Frauen nach einer Abtreibung. Diese Rate sei allerdings bei Psychosen mit notwendiger stationärer Behandlung nicht mehr signifikant. Sie stellt ebenfalls fest, dass vorsätzlich selbstschädigendes Verhalten bei Frauen nach einer Abtreibung zunimmt, allerdings nur bei der Gruppe von Frauen ohne vorhergegangener psychiatrischer Erkrankung. Die Erklärung allein mit zusätzlichen sozialen Faktoren scheint uns eher gesucht. Gilchrist AC, Hannaford PC, Frank P, Kay CR; Termination of pregnancy and psychiatric morbidity, Br J Psychiatry 1995 Aug; 167 (2):243-8 )

Dr. Francesco Bianchi-Demicheli, Arzt am Departement für Frauenheilkunde des Universitätsspitals in Genf, veröffentlichte verschiedene Studien. In Zusammenarbeit mit Eliane Perrin wurden 103 Frauen untersucht, die drei Wochen vor und sechs Monate nach der Abtreibung zu ihrem Befinden ausgefragt wurden. Dieser Zeitraum ist allerdings zu kurz, um aussagekräftige Schlussfolgerungen zu ziehen. Rund 10% erlitten gemäss den Autoren ein starkes Trauma, wobei dieses voreilig mit anderen gleichzeitig stattfindenden traumatisierenden Ereignissen erklärt wurde. Bianchi-Demicheli und Perrin geben immerhin zu, dass 34 an starker Traurigkeit litten, 35 an Schuldgefühlen, 29 an bedrängenden Ängsten, 39 an chronischer Müdigkeit, 30 an Energielosigkeit. In einer früheren Studie (Vie intime après interruption volontaire de grossesse,; Méd.&Hyg.; 55:1442-6) stellte er fest, dass sich bis zu einem Drittel der Paare nach einer Abtreibung trennen, rund die Hälfte empfindet ihr Sexualleben als gestört. Den Boden der Wissenschaftlichkeit verlässt Bianchi-Demicheli aber dann, wenn er die Frage stellt, ob nicht das «Lobbying» der Abtreibungsgegner vor allem für diese Traumatisierung verantwortlich sein könnte. Wörtlich: «En créant une telle pression, on ne sait plus vraiment ce qui, dans le traumatisme, tient à ce lobbying ou à l’acte d’avorter» (Zitat und Angaben zur Studie aus: L’Hebdo, 22.06.00, Seite 66).

Dr. Angelika Schwendke, Gynäkologin und Psychotherapeutin, Uniklinik Basel. Frau Schwendke ist baselstädtische Frauenrätin und vehemente Befürworterin der Abtreibungspille RU 486. In der Basler Zeitung vom 24.03.00 schreibt sie unter dem Titel «Möglichkeiten, operativen Eingriff zu vermeiden» verharmlosend: «Die Rat suchende Frau muss zwischen zwei zunächst belastenden Alternativen entscheiden: Austragen des Kindes oder Schwangerschaftsabbruch.... Ziel des Beratungsgespräches ist es, im Sinne einer Prävention, der Frau zu ermöglichen, zu ihrer Entscheidung auch im Nachhinein stehen zu können.»

Dr. Winfried Barnett, Dipl. Psychologe an der Psychiatrischen Universitätsklinik, Heidelberg.

Er sollte die Resultate einer Studie aus Kiel präsentieren, wo 117 Frauen vor und 1 Jahr nach der Abtreibung befragt wurden. Dr. Barnett war am Arbeitsort krankheitshalber nicht erreichbar und wird deshalb vermutlich auch nicht auftreten.

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