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| HLI-REPORT
HUMAN LIFE INTERNATIONAL Schweiz Nr. 31 Juni 2000 |
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Inhaltsverzeichnis:
Internationaler
Kongress «Europa für das Leben – Evangelium vitae und der Schutz des Lebens
im dritten Jahrtausend»
Rachel und Matthias Ziegler
Projekt
Leben… ein erfolgreicher Start zu weiteren Projekten
Anita Walser-Fraefel
Ein Foto ging um die
Welt
Ein Kommentar von Weihbischof Andreas
Laun
Sie
wussten nichts von Natürlicher Familienplanung und Gott wusste das…
Michael Chapman Marlene Gillette (aus
dem Englischen übersetzt)
Voraussichtliches Referendum zur Fristenlösung Juni 2000
HLI -
Jugendseite: Bleibe ich allein?
Anita Walser
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Internationaler Kongress «Europa für das Leben – Evangelium Vitae und der Schutz des Lebens im dritten Jahrtausend»
Am 6. April trafen wir voller Vorfreude und gespannt auf unsere Reisegefährten im Flughafen Kloten zum Checkin ein, wo wir bald darauf mit Prof. Dobiosch, Dr. Ehmann, und den Priesteramtskandidaten Jan Strancich und Joseph Schmid zusammentrafen. Nach einem kurzen Flug hatten wir einen zweistündigen Aufenthalt in Barcelona. Diese Zeit konnten wir optimal ausnutzen. Prof. Dobiosch lud uns zu einer Stadtrundfahrt ein, die uns auf einen Hügel führte, welcher uns einen schönen Ausblick auf die Stadt, den Hafen, das türkisfarbene Meer und den stahlblauen Himmel gewährte. Speziell freute uns, dass wir bei dieser Gelegenheit Dr. Ehmann persönlich kennenlernen durften, da er während des Kongresses in einem anderen Hotel als wir untergebracht war. Am selben Abend machten wir uns bereits auf einen Spaziergang durch Granada, besuchten einen Gottesdienst und probierten in einem Restaurant spanische Spezialitäten aus. Am nächsten Morgen begann der internationale Kongress «Europa für das Leben», organisiert vom päpstlichen Rat für die Familie, aus Anlass des fünfjährigen Jubiläums der Enzyklika «Evangelium Vitae» von Papst Johannes Paul II. Mit einem gemeinsam lateinisch gesungenen Vater Unser wurde der Kongress eröffnet. Unsere anfängliche Enttäuschung, als wir merkten, dass Dr. Nathanson und Kardinal Schönborn an der Teilnahme verhindert waren, wurde durch viele andere interessante Vorträge aufgewogen. Schon bald folgte das hervorragende Referat von Dr. Ehmann, in dem er auf ergreifende Art und Weise die Gefahren für das ungeborene Leben aufzeigte. In weiteren Vorträgen behandelten Kardinal Lopez Trujillo, Präsident des päpstlichen Rates für die Familie, verschiedene Bischöfe, Priester, Ärzte und Politiker die Thematiken um Familie und ungeborenes Leben. Neben den guten fundierten Vorträgen schätzten wir auch sehr den Kontakt mit Leuten aus ganz Europa. Besonders beeindruckt waren wir vom Jugendfestival am Samstag Abend, an dem etwa 3000 Jugendliche aus verschiedenen Ländern teilnahmen. Sie berichteten auf mitreissende Art und Weise von ihren Erfahrungen und konkreten Aktionen für das Leben.
Obwohl wir leider nur wenig vom.Spanisch verstanden, fühlten wir doch durch Stimmung und mitreissende Lieder ihre Botschaft. Nur zu bald endete der Kongress mit einem feierlichen Gottesdienst in der Kathedrale von Granada. Aus diesem Anlass ertönte neben spanischen, französischen, russischen und deutschen wohl zum erstenmal in dieser Kirche auch eine schweizerdeutsche Fürbitte. Dieser Kongress hat uns in vielem an den Internationalen Familienkongress der Schweizerischen Stiftung für die Familie von 1999 in Luzern erinerinnert. Ein grosser Unterschied zeigte sich darin, dass hier in Granada die katholische Kirche federführend und mit grosser Präsenz das Bild prägte. Unsere jeweils nur sporadischen kurzen Entdeckungstouren durch Granada konnten wir am Sonntag Nachmittag mit einem Besuch der weltberühmten Alhambra ergänzen, einer Burganlage aus der muslimischen Zeit mit wunderbaren Gärten. Unser Rückflug führte uns nach Madrid, wo uns ein halber Tag zur Verfügung stand. Auf verschiedenen Rundfahrten und zu Fuss lernten wir einige der wichtigsten Teile dieser riesigen Stadt kennen. Erfüllt von einem interessanten Kongress, von guten Kontakten und vom spannenden und fröhlichen Beisammensein mit unserer Gruppe kamen wir nach Kloten zurück. Wir sind voll motiviert, uns intensiv für den Schutz des Lebens einzusetzen
Rachel und Matthias Ziegler
Projekt Leben… ein erfolgreicher Start zu weiteren Projekten
Im Frühling 1998 haben wir das Projekt Leben mit der Büroeinrichtung in Zug gestartet. Mit viel Freude durften wir im September unser Büro, das «Projekt Leben» eröffnen. Alle unsere Vorbereitungsarbeiten haben sich gelohnt. Den Eröffnungstag mit den Vorträgen, dem feinen Früchtebuffet und unserem Stand haben wir noch gut in Erinnerung. Bischof Wolfgang Haas segnete unser Büro und unsere Arbeit. Inzwischen sind wir dank Ihren Spenden bereits 2 Jahre am Wirken. Grossartige Hilfe durften wir erfahren. Ein Spender schenkte uns das gesamte BüroMobiliar, ein anderer den Computer samt Zubehör. Von einer Firma erhielten wir einen Fax und zahlreiche kleinere und grössere Spenden von privaten Personen und Firmen halfen uns bei dieser Gründung des HLI/IANFP/Kath. Ärzte Büro. Eine Person übernahm das Porto für einen Versand. HLI Amerika überreichte uns ca. 500 Füsschen Pins und viele gute Tapes, sowie Schriften zum Verbreiten. Eine Frau schenkte uns aus einem Erblass fünf goldige, steinbesetzte Ringe, die wir verkaufen konnten. Eine besondere Gabe, die ebenfalls zum Grundstein des Büros beitrug. Alle diese Beiträge halfen dazu, dass im September 1998 mit der effektiven Büroarbeit begonnen werden konnte. Im Oktober wurde bereits die erste Aktion durchgeführt, die Gebetsaktion zur Fristenlösung vor dem Bundeshaus, als der Nationalrat über diese wichtige Sache zu entscheiden hatte. Während dieser Zeit standen wir vor dem Bundeshaus, überreichten jedem Parlamentarier eine Rose und ein Flugblatt und beteten an verschiedenen Orten, um den Schutz des menschlichen Lebens bei diesem Entscheid. Im Advent wurden ca. 400 Priester durch einen Briefversand motiviert, Gebete und Aktionen für die ungeborenen Kinder in ihren Pfarreien abzuhalten. Advents und Fastenbriefe wurden an unsere Spender versandt. Weitere Aktionen möchten wir hier erwähnen wie regelmässige Gebetsveranstaltungen mit Hl. Messe in der Liebfrauenkirche und anschliessender Prozession zur Frauenkli nik, Informationsstand am Familienkongress in Luzern, Organisation der Herbsttagung in ZürichSeebach, Unterstützung der FMFInitiative, Reisevorbereitungen der HLIDelegation nach Granada (Europäischer Kongress des Päpstlichen Rates für die Familie zum Jubiläum von Humane vitae. Daneben wurde der HLI Report neu gestaltet, die Adresskartei aufgebaut und ergänzt, Korrespondenz geführt mit verschiedenen weltlichen und kirchlichen Behörden. Immer wieder erreichten uns Anfragen für Informationsmaterial und dank dem Büro konnten wir auch direkt Menschen, insbesonders Frauen in Not weiterhelfen. Besucher aus verschiedensten Ländern durften im Büro Zug empfangen werden, was uns immer wieder stärkte und freute. Es gäbe noch vieles zu berichten.... Nochmals wollen wir von HLI Schweiz allen Spendern ganz herzlich danken. Ohne die Hilfe von Ihnen hätten wir es nicht geschafft. Gott segne Ihr Mithelfen für die Rettung des Lebens von ungeborenen Kindern.
Anita Walser-Fraefel
Ein Foto ging um die Welt
Ein Kommentar von Weihbischof Andreas Laun
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In der grössten Tageszeitung Österreichs erschien am 19.12.1999 ein atemberaubendes Bild: Wie eine blutrote Kugel wölbt sich die Gebärmutter einer schwangeren Frau den Händen des Arztes entgegen, alles andere bleibt abgedeckt und liegt im Dunkeln. Desto deutlicher ist die Gebärmutter zu sehen, in der Mitte geöffnet, und aus dieser Öffnung ragt bis zur Achsel ein dünner Arm. Es ist, als ob sich der kleine Mensch dahinter strecken würde, um mit seiner winzigen Hand doch noch den großen Finger des Chirurgen zu erreichen. Als ob sich das Kind jetzt in Sicherheit wüsste und den Arzt einladen wollte, seine Arbeit weiter zu verrichten, liegt die Hand ruhig auf dem Finger, wie ein Symbol des Friedens und menschlichen Urvertrauens zwischen Arzt und Kind. Auch wenn Sie das Bild im Internet anschauen, ist es nicht das Produkt der Technik (wie die Dinosaurier in manchen Filmen), sondern Wirklichkeit, nämlich eine Momentaufnahme aus den – von der Taufe abgesehen – wichtigsten 77 Minuten im Leben des kleinen Samuel. Und das kam so: Die Mutter des Samuel war zum Ultraschall gegangen. Dabei hatten die Ärzte eine «spina bifida», einen offenen Rücken und damit eine schwere Behinderung, entdeckt – gemäß heutigen Selektions Kriterien sehr oft das Todesurteil für das betroffene Kind. Aber Julie und Alex, die Eltern, entscheiden sich für ihren Samuel, und die Ärzte schlugen ihnen einen neuen, noch nie dagewesenen Eingriff vor: Operieren vor der Geburt! Und so geschah es: Dr. Bruner vom Medizinischen Universitäts Zentrum in Vanderbild, USA, operierte das 21Wochen alte Kind, gab es in die bergende Gebärmutter seiner Mutter zurück, und 19 Wochen später, am 2. Dezember 1999, kam seine Mutter mit ihrem Sohn Samuel auf ganz natürliche Weise nieder! Auch wenn noch manche Therapien notwendig sein werden, die Operation dürfte gelungen sein! Die Hand des Embryos auf dem Finger des Arztes geht um die Welt und trägt eine wunderbare Botschaft mit sich: Ihr, die Ihr einer schwangeren Frau begegnet, haltet inne! Denn sie trägt unter ihrem Herzen einen neuen Menschen, der nur noch sehr klein ist, aber alles besitzt, was zu einem Menschen gehört. Er, oder sie, ist «einer von uns», er wird lachen, weinen, fragen, suchen, lieben und beten so wie wir alle, das Antlitz Gottes leuchtet schon jetzt über ihm, und sein Engel steht schon bereit ihm zu dienen. Darum denkt nicht, die Frau sei «schwanger» wie die Kuh «trächtig» ist. Nein, sie ist wirklich «guter Hoffnung» und «gesegneten Leibes», wie unsere Vorfahren zu sagen pflegten. Zu allen Zeiten begegneten die Menschen Frauen, die ein Kind erwarteten, mit besonderer Ehrfurcht, und zu Recht hat man Unrecht und Gewalt, an werdenden Müttern begangen, zu allen Zeiten mit besonderer Schärfe und Abscheu verurteilt: ein Kind ist im Kommen, und auch wenn es noch nicht seine kleine Hand herausstrecken kann wie Samuel – wir alle wissen um ihn und seine noch verborgene Würde. Als Maria mit Jesus unter dem Herzen zu Elisabeth kam, rief diese: «Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes!» Keiner anderen Frau kann man zurufen «mehr als alle anderen», wohl aber gilt für jede in guter Hoffnung: «Gesegnet bist du und gesegnet ist die Frucht Deines Leibes und die Frucht Eurer Liebe – gesegnet das Kind in dir». |
Samuel während der Operation
Samuel nach der Geburt Kürzlich machte Dr. Brunner zu den aufgenommenen Bildern von Samuel im Uterus eine erschreckende Bemerkung. Er sagte, dass dieses Bild für ihn wenig Bedeutung habe: «Es hängt von Ihrer politischen Einstellung ab, das ist entweder Samuel, der aus dem Uterus herausgreift, um den Finger eines anderen Menschen zu berühren, oder ich bin es, der seine Hand aus dem Uterus herauszieht, was ich auch tatsächlich getan habe.» Dr. Brunner hat zugegeben, dass er Kinder mit Spina Bifida abtreibt, wenn die Frau es wünscht. |
Sie wussten nichts von Natürlicher Familienplanung und Gott wusste das…
Eltern vertrauten auf die Lehre der Kirche und auf Gottes Vorsehung Der Arzt riet Emma Ramirez keine weiteren Kinder mehr zu haben. Er sagte, es wäre zu riskant und das Baby könnte behindert sein. Emma und ihr Ehemann hörten nicht auf den Arzt. Sie hörten auf Gott und er schenkte ihnen ein zehntes Kind. Dieses Baby, Geraldo, ist heute 32 Jahre alt und katholischer Priester in der Diözese Ponce, Puerto Rico. «Niemand kann sich das Glück vorstellen, einen Sohn zu haben, der Priester ist», sagt Andres Ramirez, Emmas Ehemann. «Gott greift ein, wenn es nötig ist, und wir hofften auf Gott. Wir ignorierten den Rat des Arztes.» Ein Bekannter der Familie Ramirez meint: «Gott plant die Familien. Er ist der FamilienPlaner. Das ist der Punkt, der oft übersehen wird. Gott achtet darauf, was die Eltern wissen und was nicht. Und sie wussten nichts von Natürlicher Familienplanung und Gott wusste das. Also plante er für Fr. Geraldo.» Fr. Juan Fremiot TorresOliver, der Bischof von Ponce, stimmt dem zu. Er fügt an, Emma und Andres Ramirez haben als treue Katholiken gehandelt, weil nach zwei oder drei Kindern in Puerto Rico die Frauen aufgefordert werden, sich sterilisieren zu lassen, entweder direkt durch den Arzt oder indirekt durch die Kultur. Es wird grosser psychologischer Druck auf die Frauen ausgeübt, was das Misstrauen in die Vorse hung Gottes fördert. «Es gibt eine starke Propaganda für kleine Familien und Sterilisation. Die meisten Leute folgen der Propaganda. Es ist schrecklich. Die Ramirez taten es nicht», so Bischof Torres. 13 gesunden Kindern haben die Ramirez das Leben geschenkt. Auch Emma ist gesund. Sie ist jetzt 69 Jahre alt und lebt mit ihrem 73jährigen Gatten in Villalba, einem kleinen Bergdorf.
Ein katholisches Leben
Andres Ramirez lernte seine zukünftige Ehefrau auf dem Weg zur Heiligen Messe kennen. Das geschah in Villalba, wo beide Familien lebten. Er hatte zehn, sie hatte vier Geschwister. Bald lernten sie sich näher kennen. Andres war in der Armee und nach einem 13monatigen Aufenthalt in Deutschland kehrte er nach Puerto Rico zurück und heiratete Emma. Während 20 Jahren unterrichtete Andres an der HighSchool. Nebenbei betrieb er etwas Landwirtschaft. Zwischen 1955 und 1966 gebar Emma neun Kinder, dann wurde bei ihr Phlebitis diagnostiziert, eine Venenentzündung mit Schmerzen, Schwellungen und Veränderung der Hautfarbe. Der Arzt riet ihr deshalb auf weitere Kinder zu verzichten. Eine erneute Schwangerschaft könne ihren Tod und die Schädigung des Kindes bedeuten. «In Puerto Rico werden oft Frauen sterilisiert. Meine Mutter wusste das und sie wusste, dass es nicht gut und christlich ist, also machte sie es nicht», so Padre Geraldo. Emma und Andres wussten nichts von NFP. Sie erfuhren davon erst in den 70er Jahren. «Ich weiss nicht ob es richtig oder falsch war, aber wir dachten nie an Verhütung», sagte Andres. Ihr zehntes Kind, Geraldo wurde am 17. November 1967 zu Hause geboren, einen Monat zu früh, aber normal und gesund. Er wurde noch am gleichen Tag getauft. Sie vertrauten auf Gott und Emma dankte ihm, denn alle ihre Geburten waren sehr leicht.
Padre Gerry
Emma
Ramirez erzählte ihrem Sohn die Geschichte von seiner Geburt 1984. Geraldo war
damals 17 und plante ins Seminar einzutreten. Die Geschichte berührte ihn tief,
meinte Padre Gerry, wie er von seinen Gläubigen genannt wird. «Es hat mein
Leben sehr bereichert. Ich fühlte, dass meine Mutter von ihrer schwierigen
Situation wusste und sie riskierte ihr Leben für mich. Sie setzte alles alleine
auf das Vertrauen zu Gott.» Wegen der Entscheidung seiner Mutter und der Lehre
der Kirche gibt Padre Geraldo nie einer Frau die Erlaubnis zur Sterilisation. «In
allen meinen Predigten und in der geistlichen Unterweisung rate ich den Frauen
und Paaren auf Gott zu vertrauen. Er wird sie nicht verlassen.» Pater Geraldo
erzählt seine Geschichte in allen Pfarreien, die er besucht. Sie beeindruckt
die Menschen und viele Frauen ändern ihre Ansichten über Schwangerschaft und
Grösse der Familie. Zahlreiche Frauen kehren auch zum Sakrament der Beichte zurück.
Bischof Torres meint: «Frauen, die auf Gott vertraut haben, bemerken, dass Er für
seine Kinder sorgt. Wir sollten der Versuchung der Welt nicht erliegen, nur
kleine Familien zu haben, um alle Güter der Erde über sie ausgiessen zu können
und nichts mehr für Gott übrig zu lassen.» Nach Geraldo hatte Emma Ramirez
noch drei weitere Kinder. Die 15köpfige Familie lebte in einem 6Zimmer Haus.
Oft litten sie auch unter finanzieller Not. «Wenn wir etwas brauchten, wenn es
wirklich nötig war, sorgte Gott immer für uns», erzählt Vater Ramirez. Elf
seiner Kinder besuchten das Gymnasium. In ihrem Zuhause wurde täglich gebetet
und mindestens jeden Sonntag die Heilige Messe besucht. Seit seinem fünften
Lebensjahr wollte Pater Gerry Priester werden. «Ich sah die Priester und so
wollte ich werden wie sie.» Als er neun und zehn war, stand er in der Nacht auf
und betete den Rosenkranz. Als Teenager besuchte er jeden Tag das Sakrament im
Tabernakel. Emma und Andres hofften immer auf eine Berufung in ihrer Familie,
aber sie beteten nicht speziell für eine Berufung. «Wir baten nicht darum.
Gott gab uns ein grosses Geschenk», lobt Vater Andres.
Vertraue auf Gott
«Zwei Dinge sollten wir uns aus dieser Geschichte merken», meint Pater Geraldo. «Gott sorgt vor, wir müssen Gott gehorchen, bevor wir den Menschen gehorchen. Erinnert euch an die Bergpredigt. Sorgt euch nicht darum, was ihr anziehen oder was ihr essen werdet. Das hatte sich in unserer Familie erfüllt. Es fehlte uns an nichts.» Die Ramirez setzten ihr Vertrauen auf Gott, was heute immer weniger Paare tun, mit dem Resultat, dass es immer weniger grosse Familien gibt. «Eltern brauchen viele Kinder. Von da kommen die Berufungen. Die Eltern müssen den Kindern das Vertrauen in Gott lehren. So bekommen wir Priester – von christlichen Eltern», rät Pater Geraldo.
Michael Chapman Marlene Gillette (aus dem Englischen übersetzt)
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JUGENDSEITE |
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Du bist 14 oder 16 Jahre alt, vielleicht
sogar älter und plötzlich sieht
deine Welt ganz anders aus. Sie ist komplizierter als früher. Du hast
niemanden mit dem du so richtig darüber reden kannst, was dich alles
beschäftigt. Deine Kollegen geben mit ihrer Freundschaft an und auch
du sehnst dich nach der Traumfreundschaft, nach Liebe und Zärtlichkeit.
In diesem Report schreiben wir speziell
für dich.
Heute zum Thema
| Bleibe ich allein? |
«Jetzt ist es mir wieder passiert, das ich mich total verliebt habe – es ist schön, aber es ist auch total schwierig, weil ich noch nie eine feste Freundin hatte. Verliebt habe ich mich schon ein paar Mal, aber ich habe nie gewusst, wie ich es den Mädchen zeigen sollte». Tom, 16
Erfahrungen wie diese machen viele Jugendliche. Vielleicht sind dir solche Situationen auch nicht fremd: Du bist verliebt und weisst nicht, wie du es dem Jungen oder Mädchen deiner Träume sagen sollst. Du bist unsicher und vielleicht kommen dir jede Menge Fragen und Zweifel an dir selbst: Bin ich hübsch genug? – Bin ich männlich genug? – Bin ich attraktiv? Du erlebst neben dem Kribbeln und dem Glück auch die andere Seite der Verliebtheit: die Anspannung, die Angst vor einer Ablehnung, die Unsicherheit, ob der Junge oder das Mädchen, das du magst, genauso empfindet wie du. Ziemlich schlimm kann das Verliebtsein werden, wenn z.B. Folgendes eintritt: Der andere nutzt dein Verliebtsein aus und sagt dir nicht ehrlich, ob er/sie sich eine Beziehung zu dir vorstellen kann oder nicht. Als Spielzeug benützt zu werden, tut mehr weh, als der Wahrheit ins Auge zu blicken. Unsicherheit lässt sich niemand gern anmerken. Und es gibt viele Versuche, sie zu überspielen. Die einen verstellen sich, spielen die Coole oder den Clown, obwohl es ihnen eher zum Weinen zumute ist. Das Problem ist nur: Alle diese Strategien bringen dich deinem Wunsch nicht näher, eine Freundschaft zu beginnen. Du hast Angst, einen Korb zu bekommen, und lässt die Sache deshalb in der Schwebe. So quälst du dich vielleicht über Monate hin, suchst möglichst unauffällig seine/ihre Nähe. Bist himmelhoch jauchzend, wenn du ein vermeintliches Zeichen von Zuneigung entdeckst, und zu Tode betrübt, wenn er/sie gleichgültig reagiert oder mit anderen flirtet.
Mut zur «Flucht nach vorn»
Manche Verliebtheit vergeht so schnell, wie sie gekommen ist. Es schadet daher nicht, ein wenig abzuwarten, was aus den ersten «Schmetterlingen im Bauch» wird. Als Christ wirst du deine Träume und Wünsche auch mit Gott besprechen und nach seiner Perspektive für dich und den Menschen, den du magst, fragen. Wenn du aber den Eindruck gewinnst, dass eine Beziehung zu einem bestimmten Jungen oder Mädchen ein echter Wunsch von dir ist, dann hab den Mut, die Initiative zu ergreifen. Ein offenes Gespräch ist hilfreicher als dieser schmerzende, schleppende Zustand der Ungewissheit. Du musst dein Herz in beide Hände nehmen und auch bereit sein, ein «Nein» auszuhalten. Du darfst traurig sein, wenn dein Wunsch nach einer bestimmten Freundschaft nicht in Erfüllung geht. Aber bleib nicht in deiner Enttäuschung stecken.
Was kannst du tun, um mit einer Enttäuschung fertig zu werden und daraus vielleicht sogar Zuversicht für deinen nächsten Versuch zu gewinnen?
Vergiss deine Freunde nicht! Es gab ja auch vorher Menschen, die dir wichtig waren und mit denen du dich gut verstehst. Suche gerade jetzt den Kontakt zu ihnen. Zeig, dass du etwas kannst! Zieh dich nicht bloss auf deine Traurigkeit und dein angeknacktes Selbstwertgefühl zurück. Beweise dir, dass du jemand bist in deinen Hobbys, deinen Lieblingsfächern oder einem Arbeitsfeld, auf dem du stark bist! Hände weg von «billigem Trost» – Alkohol, Nikotin oder andere Suchtmittel machen nichts besser, sondern auf Dauer alles nur schlimmer. Auf jeden Fall solltest du in Sachen Beziehungen nicht aufs Theaterspielen ausweichen. Das Desinteresse eines oder mehrerer Menschen bedeutet noch lange nicht, dass du unattraktiv oder uninteressant bist. Es besagt lediglich, dass Flirts, Flops und grosse Liebe diese eine Person kein Interesse an einer Freundschaft mit dir hat.
Was kann ich tun, um einen Freund/eine Freundin zu bekommen?
Leider gibt es kein Patentrezept, das dir verrät, wie du garantiert eine Freundin oder einen Freund findest. Aber es gibt einige Voraussetzungen, die es erleichtern können, Freundschaften zu schliessen. Ich möchte dir Mut machen: Hör nicht auf zu träumen – von einer Freundschaft, die dir entspricht. Orientiere dich nicht an irgendwelchen «Erfolgsrezepten» aus Zeitschriften oder Talkshows, sondern bleib deinen eigenen Ansprüchen und Wünschen treu.
Vielleicht
findest du hier einige Anregungen:
• Bleib nicht allein. Suche die Gemeinschaft mit anderen, in deiner Klasse, in einer Jugendgruppe, in einem Sportclub... oder auf einer Jugendwallfahrt. Beteilige dich an gemeinsamen Unternehmungen oder Aktionen. So tust du Dinge, die dir Spass machen und «trainierst» gleichzeitig deine Kontaktfähigkeit.
• Übe es in vertrauten Gruppen, aus dir herauszugehen und etwas von dir selbst zu zeigen. Was kannst du besonders gut? Was kannst du zu einer gemeinsamen Unternehmung oder Feier beitragen? Wenn du dich immer zurückhältst, kann niemand dich und deine liebenswerten Eigenschaften entdecken.
• Entdecke deine eigenen Stärken und Begabungen und steh dazu. Vergleich dich nicht mit anderen (da stellt man meistens bei sich selbst nur Defizite fest), sondern lerne, dich über das zu freuen, was du gut kannst.
Unser Tipp: Sprich mit Gott und lege alle deine Wünsche und Sehnsüchte vor ihn.
Quelle:
«Flirts & Flops & grosse Liebe», G. Hornung/E. Geier, Brunnen Verlag
Giessen, Fr. 14.90, in Buchhandlungen erhältlich.
News aus aller Welt
Patente auf Leben Greenpeace und Kirchen
Greenpeace hat die Vertreter von Kirchen und Religionen zur Ablehnung von Patenten auf Leben aufgefordert. Die Glaubensgemeinschaften müssten Position beziehen im Konflikt darüber, wem die Gene von Menschen, Tieren und Pflanzen gehörten, erklärte Greenpeace in Hamburg. Die Umweltorganisation bat katholische, evangelische, jüdische, buddhistische, islamische und andere Würdenträger dazu um Stellungnahmen. Die Grosse Beschwerdekammer des Europäischen Parlamentes in München hatte den Weg für die Patentierung genmanipulierter Pflanzensorten und Tierarten frei gemacht. Greenpeace nannte diese Entscheidung unverantwortlich. Sie führe zu einem Ausverkauf von Pflanzen und Tieren an die Gen technik. Die Kirchen und Religionen «müssen den Menschen Orientierung bieten und sagen, was aus ihrer Sicht zulässig ist und was nicht». In der Öffentlichkeit sei das Ausmass des Problems gar nicht richtig bekannt. (Kipa)
«Babyklappe»
In Hamburg ist die erste deutsche «Babyklappe» eingerichtet worden. Dort können verzweifelte Mütter ab sofort anonym und straffrei ihre ungewollten Babies abgeben. «Wir wollen dazu beitragen, dass keine Neugeborenen mehr getötet werden», sagte Heide Kaisr, die Leiterin des Projekts «Findelbaby». Der Säugling wird anschliessend einer von drei Familien übergeben, die das Kind ehrenamtlich für acht Wochen betreut. In dieser Zeit kann sich die Mutter bei der Einrichtung melden, wenn sie ihr Baby doch noch zurückhaben möchte. Nach Ablauf der Frist wird das Kleinkind zur Adoption freigegeben. 1999 wurden in Deutschland 40 Babies ausgesetzt, von denen die Hälfte nicht überlebte. NNZ 10.4.00
Forschung mit menschlichen Embryos gefordert
Madrid (dpa) Spanische Wissenschaftler haben sich dafür ausgesprochen, Forschungen mit menschlichen Embryos zu medizinischen Zwecken zu erlauben. In einer Expertenkommission, welche die spanische Regierung berät, sei die Mehrheit der Mitglieder dafür, die Gesetzgebung entsprechend zu lockern, berichtet die Zeitung «El Pais». Danach sollten wissenschaftliche Laboratorien die Erlaubnis erhalten, Experimente vorzunehmen an den 30 000 in Spanien eingefrorenen Embryos, die aus In-vitro Befruchtungen stammen. Hubert Hüppe, Bundestag, 11.4.2000
Humangenetik: «Der Zug ist schon in voller Fahrt»
Jena. (AP) – Forscher aus Grossbritanien, Schweden, Japan, Kanada,
Deutschland und den USA arbeiten mit Hochdruck an der Entschlüsselung des
menschlichen Erbguts. Bis zum Jahr 2003 soll das Projekt Menschliches Genom
(Human Genom Project) abgeschlossen sein. Anfang Dezember 1999 war es erstmals
gelungen, den exakten Aufbau eines kompletten menschlichen Chromosoms
darzustellen, was von der Fachwelt als Meilenstein auf dem Weg zur Entschlüsselung
der gesamten menschlichen Genstruktur gewertet wurde. Doch im Gegensatz zu
dieser Dynamik der Forschung herrscht in der Politik weitgehend Ratlosigkeit über
den Umgang mit diesen neuen Erkenntnissen vor.
«Wir stehen längst nicht mehr am Bahnhof und können überlegen,
ob wir in den gentechnologischen Zug einsteigen wollen», meint der Direktor des
Jenaer Instituts für Humangenetik und Anthropologie, Uwe Claussen, im Gespräch
mit der Nachrichtenagentur AP. «Der Zug ist schon in voller Fahrt, und eine
umfassende öffentliche Diskussion der Problematik ist überfällig. Es besteht
dringender gesetzgeberischer Nachholbedarf», mahnt der Mediziner. Längst seien
sich die Experten einig, dass die Humangenetik das nächste Jahrhundert
wesentlich prägen werde. Da sich die Genforschung weiter so rasant entwickle, würden
auch die diagnostischen Möglichkeiten geradezu explodieren. So sei schon jetzt
abzusehen, dass es eines Tages Auswirkungen auf die vorgeburtliche (pränatale)
Diagnostik geben werde. «Die Eltern werden ihre Schlüsse ziehen, sofern der
Nachwuchs im Mutterleib nicht ihren Vorstellungen entspricht», sagt der
Professor voraus.
| Hier erhalten Sie Hilfe
Wichtige Pro-Life Telefonnummern HLI Schweiz hat zu wenig finanzielle Mittel, um selber Beratungen und Unterstützung für Familien in Not zu leisten. Wir verrichten vor allem Informationsarbeit und unterstützen konkrete Projekte. Nachfolgend verweisen wir auf jene Organisationen in der Schweiz, die schon Hilfe- und Beratungsstellen für Mütter und Familien in Notsituationen eingerichtet haben (Detailinfos unter www.human-life.ch). |
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In der Natur ist keine Freude so
erhaben, |
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