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HLI-REPORT

HUMAN LIFE INTERNATIONAL

Schweiz   Nr. 27  Juni 1999


Inhaltsverzeichnis:

Kinderlosigkeit und seine Auswirkungen
Hans Ziegler, Psychotherapeut SPV

Kindersegen - Muttersegen, Gedanken eines Priesters
Pfarrer Thomas Rellstab, Oberurnen

Kennen Sie den hl. Ignatius von Laconi?
Ein Helfer für gesegnete Mütter

Trotz düsteren Aussichten heute eine glückliche Familie mit vier Kindern
Name der Redaktion bekannt

News aus aller Welt


Kinderlosigkeit und seine Auswirkungen

Hans Ziegler, Psychotherapeut SPV

Der Wunsch eines frisch verheirateten Paares nach eigenen Kindern übertrifft oft alle anderen Wünsche. Das ist unter anderem genetisch und biologisch begründet durch das Bedürfnis nach Liebe, Kontakt und Sexualität, sowie durch das Interesse, Leben weiterzugeben. Ein Kind zu bekommen ist einerseits ein eminent intimes Geschehen in der Ehe, es ist aber auch ein Ereignis, an dem die Gesellschaft für ihr Überleben interessiert ist (fände es doch vermehrt Anerkennung durch eine familienfreundliche Gesetzgebung, das nur nebenbei gesagt). Wenn nun der Kindersegen ausbleibt, wenn nach Monaten des Wartens und Bangens Zeichen der Schwangerschaft ausbleiben, so entwickeln sich für die Betroffenen Unsicherheiten und Fragen, oft verbunden mit Enttäuschung und Traurigkeit. Was vorerst nur das Paar belastet, weil es sein Problem ist, wird mit zunehmender Dauer auch ausserhalb des Ehebundes registriert, denn ausbleibender Kindersegen wird von Nachbarn, Freunden, Bekannten und Verwandten sehr wohl wahrgenommen. Dabei lassen sich unterschiedliche Reaktionsweisen feststellen, angefangen bei rücksichtsvollen und von Mitgefühl getragenen Fragestellungen und Ermutigungen bis hin zu dreisten und gar zotenhaften Anrempelungen. Sei es, dass das Paar auf solch äussere paar.gif (46903 Byte)Einwirkungen hin, oder dass es sich selber um die ausbleibende Schwangerschaft zu sorgen und zu fragen beginnt, es befindet sich zunehmend in einem Konflikt um Kinderwunsch, Unfruchtbarkeit, Reaktionen darauf und zu treffenden Massnahmen.

Konflikte haben Aufforderungscharakter, auch wenn wir ihnen oft anfänglich auszuweichen versuchen. So ist das Paar aufgefordert, sich mit seinem Kinderwunsch zu befassen, aber auch mit seiner Partnerschaft. Was wird sein, wenn wir keine Kinder bekommen, so werden sie sich fragen müssen. Sind wir bereit, das Schicksal der Unfruchtbarkeit zu tragen? Wie können wir die Fragen aus der Umgebung verkraften: «Wie viele Kinder habt Ihr?» Wie werden wir uns einrichten ohne Kinder? Kommen für uns Adoptiv- oder Pflegekinder in Frage? Wir sehen, es ist eine ganze Palette von schwerwiegenden Fragen. Es erstaunt deshalb nicht, dass betroffene Ehepaare den unausweichlichen Prozess der Auseinandersetzung als schmerzhaft und belastend bezeichnen. Kinderhaben kann in unserer Macher-Gesellschaft wie ein Leistungsausweis, ein Gütemerkmal sein. (Je länger je mehr ist zwar «zu viele Kinder haben» ein Stigma, für viele Leute sogar ein Ärgernis.) Wer keine Kinder bekommt, kann sich recht schnell als Versager fühlen. Schuldgefühle können sich sehr leicht entwickeln. Wenn Kinder Segen bedeuten, sind wir dann ohne Segen?

Es ist gut, wenn wir die Frage in einen etwas grösseren Zusammenhang stellen. Erik Erikson, ein Klassiker der Entwicklungspsychologie, hat in seinem Werk «Kindheit und Gesellschaft» das Leben in verschiedene Phasen eingeteilt und für jede den zentralen Wachstumsbereich und seine spezifische Gefährdung herausgearbeitet. Die Phase des Erwachsenenalters ist mit dem Titel überschrieben: «Zeugende Fähigkeit gegen Stagnation». Zeugende Fähigkeiten entwickeln meint, sein Interesse der Stiftung und Erziehung der nächsten Generation zuzuwenden und entsprechend tätig zu werden. Das kann heissen,

eigene Kindern zu empfangen und für sie zu sorgen. Explizit erwähnt der Autor aber, dass Einzelne aus Unglück (zu verstehen als Schicksal, keine Kinder empfangen zu können) oder aus motivierter Entscheidung heraus (Ehelosigkeit und zölibatäres Leben) diese zeugende Fähigkeit nicht eigenen Nachkommen zugute kommen lassen. Auch sie müssen sich aber in irgend einer Form der Pflege der Generation annehmen. Wieso? Weil das die Weiterentwicklung und Entfaltung der Persönlichkeit in dieser Lebensphase ermöglicht, weshalb es unverzichtbar ist. Mit der, der «Zeugenden Fähigkeit» gegenübergestellten «Stagnation» meint Erikson folgendes: Wer dieses Interesse an der Gesellschaft und ihren zukünftigen Trägern nicht aufbringt oder aufgibt, steht in der Gefahr zu regredieren, sich nur noch mit sich selber zu beschäftigen, sich zu verwöhnen, als wäre er selber sein Kind, was schliesslich zu seelischer Verarmung, zu Unzufriedenheit, zur Erstarrung und zur Stagnation im lebenslangen Entwicklungsprozess führt. Was Erikson vor bald 50 Jahren als Gefahr aufzeigte, ist heute leider in der Gesellschaft recht häufig anzutreffen: egoistische Verweigerung, der Generativität entzogener Sexismus, Benachteiligung von Familien, usw. Das Bejahen der Notwendigkeit für alle Erwachsenen, sich in irgend einer Form für die kommende Generation einzusetzen reicht aber nicht aus, um den Konflikt wegen der Kinderlosigkeit zu lösen. Echte Hilfe für die Annahme der Unfruchtbarkeit kann da nur der Glaube vermitteln. Denn die Kirche lehrt unter Berufung auf die Heilige Schrift, dass die Ehe an sich etwas Gutes ist, auch wenn ihr Kinder versagt bleiben. In der Schöpfungsgeschichte der Bibel lesen wir, dass Gott sprach: «Es ist nicht gut, wenn der Mensch allein ist; ich will ihm eine Hilfe machen als sein Gegenstück.» (Gen. 2,18) Wir lesen weiter, dass Tiere wohl vom Menschen benannt wurden, sie konnten ihm aber keine ausreichende Hilfe und Ergänzung sein. Erst nachdem Gott aus der Seite Adams die Frau erschaffen hatte, konnte dieser freudig ausrufen: «Das ist Bein von meinem Gebein, Fleisch von meinem Fleisch... Darum wird der Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden ein Fleisch werden.»

(Gen. 2,23;2,24). Hier geht es um die Grundlage der Ehegemeinschaft, das sich gegenseitig Schenken und Annehmen, das sich Hilfe- und Ergänzung-Sein. Von Nachkommen ist in dieser paradiesischen Urzeit noch nicht die Rede, nur von der Gemeinsamkeit.

So sehr die Katholische Kirche die Fruchtbarkeit der Ehe bejaht und hochschätzt, so hat sie schon immer die Ehegemeinschaft an sich geschützt. In der Pastoralkonstitution Kirche und Welt des II. Vatikanischen Konzils (50.) lesen wir: «Die Ehe ist aber nicht nur zur Zeugung von Kindern eingesetzt, sondern die Eigenart des unauflöslichen personalen Bundes und das Wohl der Kinder fordern, dass auch die gegenseitige Liebe der Ehegatten ihren gebührenden Platz behalte, wachse und reife. Wenn deshalb das - oft so erwünschte - Kind fehlt, bleibt die Ehe dennoch als volle Lebensgemeinschaft bestehen und behält ihren Wert sowie ihre Unauflöslichkeit.» An vielen weiteren Stellen der Konzilstexte wird der sakramentale Charakter der Ehe, ihr Wert und ihre Bedeutung aufgezeigt. Papst Paul VI. hat in der Enzyklika Humanae Vitae einige Stellen aufgeführt, so in der Anrede der Eheleute im Schlussteil (25.): «Indem sie in Demut seiner Stimme folgen, sollen die christlichen Eheleute daran denken, dass ihre Berufung zum christlichen Leben, in der Taufe gründet, im Sakrament der Ehe entfaltet und gefestigt wurde. So werden sie ,gestärkt und geweiht', um ihre Aufgabe treu zu erfüllen, ihre Berufung zur Vollendung zu führen und vor der Welt das ihnen aufgetragene christliche Zeugnis geben zu können. ...Deshalb sollen die Eheleute die ihnen auferlegten Opfer bereitwillig auf sich nehmen, gestärkt durch den Glauben und die Hoffnung, die nicht zuschanden werden lässt: denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ward.» Papst Johannes Paul II. zeigt im Apostolischen Schreiben Familiaris Consortio (14.) weiter auf: «Die leibliche Unfruchtbarkeit kann den Gatten Anlass zu wichtigen Diensten im Leben sein, wie Adoption, verschiedene erzieherische Tätigkeiten, Hilfe für andere Familien, für arme und behinderte Kinder.» Diese Aufzählung ist nicht abschliessend, kinderlosen Ehepaaren stehen viele Bereiche offen, wo sie zeugendes, lebensbejahendes Interesse einbringen können. Jedes Paar wird die für sich angemessene Lösung finden müssen. So kann die Adoption ein sinnvoller Entscheid sein für Partner, die nicht darauf verzichten möchten, ihre Fähigkeiten direkt in den Dienst von Kindern zu stellen. Leider sind die Möglichkeiten dazu sehr eingeschränkt. Viele Paare warten jahrelang auf die Zuteilung eines Kindes, weil in der Schweiz sehr wenige Kinder zur Adoption freigegeben werden. Das ist nicht nur für jene bedauerlich, die keine Kinder bekommen können. Das Austragen eines ungewollten Kindes und das Freigeben nach der Geburt ist ein echter Dienst an der Generation und als solcher befriedigend und befreiend. Diese Lösung ist der Abtreibung in jeder Hinsicht überlegen und absolut vorzuziehen. Weil hier so wenig Kinder verfügbar sind, versuchen viele Paare Kinder aus einem andern Kulturkreis zu erhalten. Das ist materiell sehr aufwendig und nicht ganz unproblematisch, wenn die Kinder einmal grösser werden. Die Entscheidung zur Adoption ist in jedem Fall sorgfältig zu überlegen, sie erfordert ein unwiderrufliches und lebenslanges Engagement, wie für eigene Kinder.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, ein oder mehrere Pflegekinder aufzunehmen. Hier sind die Anforderungen sehr gross, weil mit Enttäuschungen gerechnet werden muss. Sehr häufig entstehen Konflikte mit der Kindesmutter oder den Kindeseltern und den Angehörigen. Diese ertragen es oft schlecht, wenn das Kind bei Pflegeeltern heimisch und anhänglich wird. Die Pflegekinderaufsicht kann hier beratend beistehen. Es gibt immer wieder Beispiele, wo die Pflegeverhältnisse zu lebenslangen Beziehungen wurden, die ausser dem fehlenden Erbrecht in nichts natürlichen Eltern-Kind-Verhältnissen nachstehen. Das Annehmen der Kinderlosigkeit unter Überwindung von Enttäuschung und Trauer, verbunden mit dem Verzicht auf Ersatzlösungen und in Bereitschaft, bewusst das Leben als Ehepaar zu pflegen, kann ein sehr sinnvoller Entscheid sein.

Jene Paare werden die ihnen angemessenen Beiträge an die Gemeinschaft finden müssen, so z.B. im Verwandten- und Bekanntenkreis die Aufgaben von Gotte und Götti übernehmen, oder junge und kinderreiche Familien materiell und ideell unterstützen. Weitere Möglichkeiten sind die Pflege eines ausgedehnten Gebetslebens, das Mitwirken in Institutionen und Verbänden und nicht zuletzt auch das Engagement in Politik und Gesellschaft. Ganz wichtig aber bleibt das Zeugnis für die treue Ehe, trotz Schwierigkeiten und gelegentlicher Trauer. Im 1. Buch Samuel finden wir ein wunderschönes Beispiel, wie Elkana als zärtlicher Partner seine Hanna tröstet: «Warum weinst du? Warum isst du nichts? Was bedrückt dich? Hast du an mir nicht mehr als an zehn Söhnen?» (1 Sam. 1,8). Wir dürfen nicht vergessen, dass Menschen in jedem Stand, Verheiratete mit Kindern und ohne Kinder, aber auch Unverheiratete, zölibatär lebende und geweihte Menschen, vom Leben immer wieder gefordert werden durch Belastungen, durch Ungerechtigkeiten und Lieblosigkeiten, die im Wechsel stehen mit Momenten der Freude, des Glücks und der Liebe, immer herausgefordert, den gottgefälligen Weg zu suchen.

Kindersegen - Muttersegen, Gedanken eines Priesters

Fruchtbarkeit und Unfruchtbarkeit sind Begriffe, die in der Bibel oft vorkommen. Die Heilige Schrift und die kirchliche Überlieferung sehen in kinderreichen Familien ein Zeichen des göttlichen Segens und der Grosszügigkeit der Eltern. Keine Kinder bekommen zu können ist für Eheleute dagegen oft ein schweres Leid. Gott hat zum ersten Ehepaar gesprochen: Seid fruchtbar und vermehret euch (Gen 1,28). Wenn nun die Fruchtbarkeit als Zeichen der ehelichen Liebe ausbleibt, obwohl die Offenheit dafür vorhanden wäre, ist dies eine Situation, die verschiedentlich auch in der Bibel aufscheint. So klagt z.B. Abraham bei Gott: Herr, mein Herr, was willst du mir schon geben? Ich gehe doch kinderlos dahin... (Gen 15,2) oder Rahel schreit zu ihrem Gatten Jakob: Verschaff mir Söhne! Wenn nicht, sterbe ich (Gen 30,1). Die beiden bekanntesten Frauen, die zuerst kinderlos blieben und dann durch das Wirken Gottes doch fruchtbar wurden, sind Sara (Gen 18,1-22;21,1-8) und Elisabeth (Lk 1,13-25.37). Beide Frauen galten als unfruchtbar und waren schon in fortgeschrittenem Alter, als Gott ihnen ein Kind schenkte. Betrachtet man aber diese beiden Frauen etwas genauer, stellt man fest, dass sie sich eigentlich abgefunden haben mit der Tatsache, dass sie keine Kinder erhielten. Vielleicht war es gerade kinder.gif (45329 Byte)dieses Sich-fügen in das persönliche Schicksal, das bewirkte, dass sie schwanger werden konnten. Eine Fixierung auf den Kinderwunsch kann zu einer inneren Verklemmung führen, ein Sich-fügen löst solche Widerstände und ermöglicht oftmals die Fruchtbarkeit.

Unfruchtbarkeit bzw. Kinderlosigkeit kann bei vielen Ehenpaaren eine Verhärtung gegenüber Gott, ein Hadern mit dem persönlichen Schicksal und ein Zuweisen der Schuld bewirken. Die Schuld für die Kinderlosigkeit wird bei Gott, beim Ehepartner, in der Umgebung, bei den Vorfahren gesucht, was sehr belastend für ein Ehepaar und sicher keine günstige Voraussetzung zum Empfang von Kindern ist. Daher ist es wichtig, dass sich ein Ehepaar fragt, ob es einen grösseren Sinn in der Kinderlosigkeit geben könnte. Eine Ehe hat nämlich nicht nur dann Sinn, wenn Kinder da sind, sondern Gott gibt auch einem kinderlosen Ehepaar eine Aufgabe und einen Auftrag in der Gesellschaft. Daher könnte das ehrliche Suchen nach dem Willen Gottes viel Leid verhindern und vor allem den Kreis der Schuldzuweisungen durchbrechen.

In den Geschichten von Sara und Elisabeth sieht man aber auch, dass Gott sich den Menschen annimmt und um ihre Sorgen weiss. Dieses Wissen um Gottes Beistand macht sich auch die Kirche zu eigen, wenn sie mit speziellen Segen den Frauen und Müttern beisteht. So kennt die Kirche den feierlichen Trauungssegen bei der Hochzeit. Der Priester oder Diakon bittet Gott u.a.: «Schenke ihnen das Glück, Vater und Mutter zu werden und hilf ihnen, ihre Kinder christlich zu erziehen.» Die Kirche kennt auch einen Muttersegen vor der Geburt, den eine schwangere Frau empfangen kann. In ihm wird Gottes Schutz für die Mutter und das werdende Kind erbeten, damit das Kind gesund das Licht der Welt erblickt. Diesen Segen kann eine werdende Mutter so oft empfangen, wie sie will. Zum Beispiel könnte sie öfters nach der Sonntagsmesse zum Priester in die Sakristei gehen, um diesen schützenden Segen für sich und ihr Kind zu erhalten. Dann kennt die Kirche auch den Muttersegen nach der Geburt des Kindes. Darin bittet die Kirche Gott für die Gesundheit der Mutter, und dass er das Kind vor allem Bösen bewahre und den Eltern beistehe. Schliesslich kennt die Kirche auch zahlreiche Formen von Kindersegen, die bei uns leider eher etwas in Vergessenheit geraten sind. So kann der Segen Gottes als hilfreiches Mittel das Leben eines Kindes vom Moment an, wo es von seinen Eltern gewünscht wird, über die Zeit der Schwangerschaft bis zur Geburt und darüber hinaus in Anspruch genommen werden. Aber auch im Falle von Unfruchtbarkeit kann die Kirche mit einem helfenden Segen einem Ehepaar beistehen und Gott bitten, dass ER alles so ordne, dass die Frau schwanger werde und alles fernhalte, was einer Schwangerschaft im Wege steht. Der priesterliche Dienst in diesem Bereich ist sehr vielfältig. Er zeigt auf, dass die Liebe Gottes in allen Lebenssituationen in die Geschichte des Menschen einbrechen will, und dass dieses Heilswirken Gottes stärker ist als alles, was dem Willen Gottes widerspricht.

Eine weitere Hilfe können kinderlose Ehepaare sicher auch von der Fürsprache der Heiligen erwarten. Neben der heiligen Elisabeth, die wir vorher schon erwähnt haben, gibt es auch andere Heilige, wie z.B. der hl. Vitus (oder Veit) und der hl. Ägidius (Gilles, Till), die beide den 14 Nothelfern zuzuzählen sind, welche in diesem besonderen Anliegen angerufen werden können. Einige Gebetserhörungen sind mir durch die Fürsprache der hl. Paola Frassinetti, die Gründerin des Dorotheen-Ordens bekannt. Die Heiligen helfen, dass sich die Schöpfungsordnung Gottes durchsetzen kann. Sie schauen also fürsprechend dafür, dass sich das Ehepaar, das sich ein Kind wünscht, in der richtigen Weise entfaltet, damit es zu einer Schwangerschaft kommen kann. Natürlich ist die Anrufung der Heiligen keine Gewähr für eine erfolgreiche Schwangerschaft, aber eine Hilfe. Denn das Ehepaar muss einen gemeinsamen Glaubensweg gehen, der von falschen Wunschvorstellungen wegführt und es zu einer inneren Reife bringt, die wohl Voraussetzung ist für eine Schwangerschaft. Dabei darf es ganz fest auf die liebende Hilfe Gottes zählen, denn Gott will, dass die Menschen glücklich sind.

Pfarrer Thomas Rellstab, Oberurnen

Kennen Sie den hl. Ignatius von Laconi?
Ein Helfer für gesegnete Mütter

 

ignatius.gif (24010 Byte)Der hl. Ignatius wurde am 17. Dezember 1701 in Laconi (Sardinien) geboren. Vor seiner Geburt musste die Mutter qualvolle Stunden durchleiden. Ihre Schmerzen wurden sofort gemindert, als sie das Kind Gott und dem hl. Franziskus von Assisi weihte.

Eine schwere Krankheit veranlasste ihn zum Gelübde: Wenn ich wieder gesund werde, trete ich bei den Kapuzinern ein! Durch den Ruf Gottes gedrängt, erfüllte er dieses Versprechen aber erst einige Zeit später. Nun gab es keinen Aufschub mehr. Bruder Ignatius wurde Kapuziner, Almosensammler (mit Bettelsack und Gabelstock) in der Stadt Cagliari. Bruder Ignatius wurde zum grossen Freund der Kinder. Ging er durch die Strassen, riefen sie aus Leibeskräften: «Der heilige Pater!» eilten herbei, küssten seine Hand, zupften an seinem Mantel, bestürmten ihn mit tausend Fragen. Viele kranke Kinder durfte der Heilige durch ein Wunder gesund machen.

Begreiflich, dass die Mütter mit ihren kranken Kindern, mit ihren Sorgen und Anliegen zu diesem Wundertäter gingen. So kam es, dass die Mütter in der Schweiz anfingen, Bruder Ignatius als mächtigen Fürbitter und Helfer bei Schwangerschaft und Geburt zu verehren. Bruder Ignatius starb am 11. Mai 1781. Elf Jahre später wurde er von Papst Pius XII heiliggesprochen.

Als Bruder Ignatius noch lebte, pflegte er zu sagen, er werde zum Troste der Mütter seinen Stab als Reliquie zurücklassen. Sein Wort ging und geht in Erfüllung bis zur heutigen Stunde!

 

Seine Hilfe

«Ein ganz unerwartetes Glück ist uns zuteil geworden. Der hl. Ignatius beschütze, segne und erhalte uns und unser Kind, das uns nach elfjähriger Ehe geschenkt wurde.» Frau G. in St.G.

«Zwei Monate vor der Geburt befielen mich wahnsinnige Schmerzen im Rücken. Die Ärztin sagte, das werdende Kind sei die Ursache. Es liege direkt auf einem Nerv der Mutter. Diese Schmerzen würden wohl so bleiben, bis das Kind das Licht der Welt erblickt habe. Auch eine Steissgeburt sei in Aussicht. In diesen qualvollen Stunden bestürmte ich den hl.

Ignatius um seine Hilfe. Und siehe da, schon nach zwei Tagen waren die Schmerzen fast gänzlich weg. Gegen alles Erwarten der Ärztin hat sich das Kind gedreht. Die Geburt verlief ganz normal. Nach drei Stunden war ich glückliche Mutter eines gesunden Mädchens.» Frau St. in Sch.

 

(Quelle: «Ein Helfer für gesegnete Mütter», zu beziehen bei: Kapuzinerkloster, 6430 Schwyz)

Trotz düsteren Aussichten heute eine glückliche Familie mit vier Kindern

Ich bin zu einer Zeit aufgewachsen, da kinderreiche Familien noch eher präsent waren. Die Familien mit einem oder zwei Kindern bildeten die Minderheit. Als diplomierte Kinder- und Säuglingsschwester stand für mich ganz klar fest, einmal zu heiraten, Kinder zu haben und eine Familie zu gründen. Dass dies mit Schwierigkeiten verbunden sein könnte, dass einiges vielleicht nicht klappen würde, daran dachte ich nicht.

Einige Zeit nach unserer Heirat habe ich mich schon langsam gefragt, warum ich nicht schwanger werde? Ich sorgte mich nicht allzusehr, da das Leben zu zweit auch sehr angenehm war und ich zudem wöchentlich zwei mal in einer Praxis mit Kindern in Kontakt kam. Plötzlich, an einem Pfingstsonntag, meldeten sich heftige Unterleibsschmerzen. Arztbesuch, Hospitalisierung mit bevorstehender Operation war die Folge der Diagnose: Eileiterschwangerschaft. Nach der Operation aber erklärte mir der Arzt, es sei keine Eileiterschwangerschaft gewesen, sondern ich hätte am linken Eierstock eine tennisballgrosse Zyste gehabt, und es wurde fast alles vom Eierstock entfernt. Was nun? Zudem war die Wundheilung schlecht, da ich einen Bauchdeckenabszess machte. Zu unserem grossen Schreck nahm die Krankheit meines Mannes, ausgebrochen ein Jahr vor unserer Heirat, einen sehr schnellen negativen Verlauf. Die Sorge um meinen Mann war grösser, und der Wunsch nach Kindern rückte an die zweite Stelle. Plötzlich, nach gut dreieinhalb Jahren zeigte babyg.gif (36286 Byte)sich, dass ich schwanger war. Leider wieder nichts, es erfolgte ein Abort. Vom Arzt, der mich damals operierte und vom Gynäkologen, der mich zu dieser Zeit betreute, wurden mir und meinem Mann wenig Hoffnung gemacht. Da wurde uns ein Lichtstrahl in diese Dunkelheit geschenkt. Ich erfuhr, dass der Oberarzt, bei dem ich einen Teil meiner Ausbildung absolviert hatte, zum Chefarzt auf einer Geburtenabteilung gewählt wurde. Zu diesem Arzt hatte ich Vertrauen, und suchte ihn sofort auf. Ganz erstaunt, dass eine seiner Schülerinnen zu ihm kam, hat er mir versichert: «Nur Geduld, ich bin sicher, dass sie Kinder bekommen.» Nach über fünf Jahren Ehe kam unsere Tochter durch Kaiserschnitt auf die Welt. Da die erste Operation sehr gross war, entstanden viele Verwachsungen, die entfernt werden mussten. Die Gefahr bestand, dass ein Uterusriss während der Geburt entstehen könnte. Das Glück war nun gross. Es wurde einzig getrübt durch die Krankheit meines Mannes, die zusehends schlimmer wurde. Automatisch haben wir uns die Frage gestellt: «Noch mehr Kinder?» Zu diesem Zeitpunkt bin ich Menschen begegnet, die mir Mut gemacht haben und zeigten, dass da noch jemand anders das letzte Wort hat. Nach vielen Diskussionen, harten Auseinandersetzungen puncto Krankheit, Zukunft, Kindern und nicht zuletzt Gottvertrauen und oft schlaflosen Nächten konnten sich mein Mann und ich durchringen, seinen Arzt zu wechseln, der ihm ein Medikament verschrieb, das für ihn eine Erleichterung bedeutete, doch die Gefahr vergrösserte, dass Kinder vielleicht geschädigt auf die Welt kämen. Dass wir diesen Schritt gemacht haben, verdanken wir vor allem aufrichtigen, treuen Personen, die bestimmt viel für uns gebetet haben. Dann wurde ich wieder schwanger. Die Freude war gross, leider nur zu gross, denn am Weihnachtstag lag ich wieder im Spital, erneuter Abort. Von vielen Seiten kamen die guten Ratschläge, wie z.B.: «Sei zufrieden, du hast ja nun ein Kind. Bedenke die Krankheit deines Mannes und dein Alter...» Inzwischen war ich 37 Jahre alt. Gott sei Dank hatte ich da meine vertrauten Personen, und auch mein Arzt machte mir Mut. Nach sechs Monaten war ich wieder schwanger, und die zweite Tochter kam wieder mit Kaiserschnitt gesund zur Welt. Wichtig scheint es mir zu erwähnen, dass ich nie einen Fruchtwassertest gemacht habe. Mein Arzt respektierte es und hat mich nur beim ersten Kind auf diese medizinische Untersuchung angesprochen. Solche Ärzte braucht es auch in der heutigen Zeit, die den Frauen Mut machen und sich bewusst sind, dass sie bestimmt vieles können, aber nicht alles. Mein Mann hatte riesige Freude an den zwei Mädchen. Seine Krankheit war natürlich noch da und gar nicht einfach zu tragen, doch sie war nicht mehr primär. Hat sich da eine psychische Verkrampfung bei mir gelöst, war mein Gottvertrauen grösser geworden? Ich weiss es nicht. Auf jeden Fall, als ich 42 Jahre alt war, kam unser drittes Kind, ein Knabe, und mit 44 Jahren unser viertes Kind zur Welt. Das Glück war gross und mein Arzt versicherte mir, dass er bei mir noch einen fünften Kaiserschnitt machen würde. Die Schwangerschaften verliefen problemlos und auch die Kaiserschnitte ohne Komplikationen.

Dass dies alles nicht unser Verdienst ist, weiss ich. Mit meinen Ausführungen möchte ich den Frauen Mut machen. Bestimmt ist es wichtig, dass man Vertrauen zu einem guten Arzt hat und dass man Menschen mit einer guten, normalen moralischen Einstellung begegnet, die treu zu einem stehen und immer wieder ermutigen. Der Mensch denkt und Gott lenkt.

Name der Redaktion bekannt.

News aus aller Welt - News aus aller Welt - News

Erste Geburt eines Kindes nach künstlicher Befruchtung mit Sperma eines Toten

(sda/ros) Erstmals ist ein Kind zur Welt gekommen, dessen Mutter mit dem Samen eines Toten befruchtet worden war. Wie die «Los Angeles Times» berichtete, war das Sperma ihres 1997 an einer allergischen Reaktion gestorbenen Ehemannes Bruce Vernoff wenige Stunden nach dessen Tod für 15 Monate eingefroren worden.

Ein Ärzteteam um den Urologen Cappy Rothman am Century City Hospital in Los Angeles hatte bereits einem Dutzend verstorbener Männer auf Wunsch ihrer Angehörigen Sperma aus den Hoden entnommen. Noch nie zuvor waren die Proben aber tatsächlich für eine Befruchtung zum Einsatz gekommen, wie es hiess.

Links: http://www.regio-online.ch/privat/news/aktuelles/sda/pdneaksda_inh001.html

«Dr. Tod» vor Gericht verurteilt

(sda/ess) Der als «Dr. Tod» bekannte US-Arzt und Sterbehelfer Jack Kevorkian ist von einem Geschworenengericht in Pontiac (Michigan) der Tötung und der Verabreichung einer verbotenen Substanz für schuldig befunden worden.
Die Geschworenen konnten sich nicht dazu entschliessen, den 7Ojährigen pensionierten Pathologen wegen seiner Hilfestellung beim Selbstmord eines unheilbar Kranken wegen Mordes zu verurteilen. Ihm droht trotzdem als Höchststrafe lebenslange Haft. Bis zur Verkündung des Strafmasses bleibt Kevorkian auf freiem Fuss, weil er versprach, in dieser Zeit keine Sterbehilfe zu leisten.
Nach seinen eigenen Aussagen hat der 70jährige in über 130 Fällen Sterbehilfe geleistet. Es war das erste Mal, dass ihm der Prozess wegen Mordes gemacht wurde. In bisher vier Fällen lautete die Anklageschrift Beihilfe zum Selbstmord. Dreimal wurde er freigesprochen, und einmal wurden die Vorwürfe fallen gelassen.

Links: Dr. Jack Kevorkian
Liste mit 120 getöteten Personen

Ausführlicher Bericht der Schweizer Organisation Exit über ihre Hilfe zum Selbstmord (englisch)
Hier finden Sie erschreckende Statistiken, die Exit auf ihrer deutschsprachigen Seite vorenthält!

Transplantation mit eigenen geklonten Zellen, aus Rind und Mensch wird Mensch?

New York/APM-Reuters Die amerikanische Biotechnologie-Firma "Advanced Cell Technology" verkündet, auf dem Gebiet der Klonierung erneut im Vorsprung zu liegen und entfacht damit heftige ethische Debatten. Hybride embryonale Zellen aus menschlicher DNS und Rindereizellen sollen die Transplantation eigenen Gewebes ermöglichen.
Aus Rind und Mensch wird Mensch? Das Experiment besteht darin, einen Zellkern, der aus einer adulten menschlichen Zelle stammt, in eine Rindereizelle einzupflanzen, der man vorher den Kern entfernte. Diese hybride Zelle teilt sich in der Folge solange, bis ein Embryo entstanden ist, dessen Zellen zur Schaffung von Geweben oder Organen verwendet werden könnten. Schlussendlich könnten diese dann zur Transplantation gelangen. (Medical Tribune, 1. April 1999)

Links: http://www.fkpi.com/Release_Comp/Releases/ACT/11-12-98.html
http://www.washingtonpost.com/wp-srv/national/science/cloning/keystories.htm

 

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