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| HLI-REPORT
HUMAN LIFE INTERNATIONAL Schweiz Nr. 32 September 2000 |
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Inhaltsverzeichnis:
Es lebe das
Leben!
Erzbischof Pier Giacomo De Nicolò, Apostolischer Nuntius der Schweiz
Pro Life
Konferenz «Familien-Abendmahl»/Projekt Russland
Ewa Kowalewska
Dankesbrief
eines Theologiestudenten in Albanien
Ndua Ndreca
HLI -
Jugendseite:
Die selige Gianna Beretta
Molla – ein Vorbild für unsere Zeit.
Pius Stössel
Das Werk
«Emmanuel» in der Schweiz
«Emmanuel» S.O.S. Adoption
Es lebe das Leben!
Dies
ist der Schrei der Kirche, die sich bemüht, den unvergleichlichen Wert des
menschlichen Lebens zu verteidigen und sie glaubt fest, dass dieses, oft auch
schwache und leidende Leben, immer ein wunderbares Geschenk des gütigen Gottes
ist. Es ist einer der grundlegenden Punkte der NeuEvangelisierung, die dazu
führen möchte, dass die absoluten Werte, auf denen sich das soziale – des
Menschen würdige – Zusammenleben gründet, neu entdeckt werden.
Am 25. März 1995, hat Papst Johannes Paul II. dem Wert und der Unantastbarkeit des menschlichen Lebens, dessen Entwicklung durch das Versprechen und das Geschenk des göttlichen Lebens beleuchtet ist, eine Enzyklika gewidmet: Evangelium vitae. Besorgt über die verschiedenen Formen von Gewalt, die zurzeit das Leben bedrohen, drückt er in dieser Schrift die beständige, unzweideutige Lehre der Kirche insbesondere zu Abtreibung und Euthanasie mit Deutlichkeit aus. Dieses Dokument wird vom Papst selbst «in der Gesamtheit der Lehre meines Pontifikats als zentral» bezeichnet.
Der Ton ist von Anfang an ernst, denn es geht um die Achtung und den Schutz eines Geschöpfes Gottes, das einen Körper, ein Gewissen und eine Seele hat. Es ist «das unschuldigste Wesen, das man sich nur vorstellen kann»... «Unter allen Verbrechen, die der Mensch gegen das Leben begehen kann», schreibt der Papst weiter, «weist die Vornahme der Abtreibung, Merkmale auf, die sie besonders schwerwiegend und verwerflich machen.» Das Gleiche gilt für die Euthanasie, das heisst, die Versuchung, Herrscher über den Tod zu werden, indem er provoziert und dem eigenen Leben oder demjenigen der anderen ein «sanftes» Ende gesetzt wird. Auch dies ist vorsätzliche Tötung. (Evang. vitae 58, 62, 65).
Die Kirche hat es seit jeher nicht unterlassen, diese beiden Probleme, die neben der Schändung des Embryos, der Folter und der Todesstrafe zu den schwersten Angriffen unserer Zeit gegen das Leben zählen, wachzurufen: In ihren Dokumenten und Interventionen bei medizinischen und paramedizinischen Institutionen, sowie bei den Staaten und grossen internationalen Organisationen wie der UNO.
Die erwähnten Ausdrucksformen einer Gesellschaft des Todes bedrohen das Leben unserer Kinder und unser eigenes und verlangen daher die Aufmerksamkeit und eine klare, unzweideutige Stellungnahme von uns allen. In der Tat ist es einfacher, moralisch gegen die Abtreibung und Euthanasie zu sein, jedoch schwieriger, Mittel und Wege zu finden, um sie zu vereiteln, und gleichzeitig, trotz den Massnahmen, die sie sich seitens der kirchlichen und selbst zivilen Behörden aufladen, den Opfern und Urhebern in evangelischer Nächstenliebe zu begegnen. Wie kann dies gelingen?
Es ist vor allem unsere Pflicht, der Mentalität einer unmoralischen und entchristlichten Mitwelt, die dazu neigt, die Abtreibung und die Euthanasie zu erlauben und zu begünstigen, eine Mentalität des Lebens und Gebens – nicht des Habens – entgegenzustellen. Wir können dazu alle möglichen Massenmedien nutzen und Organisationen wie die Ihre, «Human Life International», unterstützen.
Der Papst hat kürzlich festgestellt: «Es existieren Anzeichen, die mit wachsender Klarheit nachweisen, wie Politik und Gesetze, die gegen das Leben sind, die Gesellschaft nicht nur zum moralischen, sondern auch zum bevölkerungspolitischen und wirtschaftlichen Zerfall führen. Die Botschaft der Enzyklika Evangelium Vitae kann darum nicht nur als wahre und echte Anweisung für ein moralisches Wiedererwachen vorgestellt werden, sondern auch als Bezugspunkt zum Heil der Bevölkerung. Jene Art der verzichtleistenden Mentalität, die dazu führt, zu denken, dass die Gesetze, die sich gegen das Recht auf Leben stellen, unabwendbar und fast eine soziale Notwendigkeit sind, hat darum kein Grund zur Existenz», führt der Papst weiter aus. «Diese Gesetze sind für die Gesellschaft und ihre Fundamente Keim des Verderbens.» (14.02.2000, VI. Generalvers. der Päpstl. Akademie Pro Vita, 5. Jahrestag Evangelium vitae). Gewiss, nur eine Änderung der Gesinnung und der Gewohnheiten der Menschen kann die wünschenswerte Änderung der Gesetze bewirken und auf breiter Ebene, kapillar und sichtbar begleiten. Auf diesem Gebiet können jene, die an das Geheimnis des Lebens glauben, die Menschen guten Willens, nichts unversucht lassen und weder Nachlässigkeiten noch schuldvolles Schweigen akzeptieren. Die Arbeit ist unendlich, der Kampf hat weltweite Aus masse angenommen. Wir sind gerufen, im Mass unserer Kräfte und unserer Mittel den Frauen, die durch eine Schwangerschaft in moralische oder materielle Schwierigkeiten geraten einerseits und andererseits jenen, die dem Tod entgegengehen, jede Art von Hilfe entgegenzubringen. Geistiger und praktischer Beistand, sowie jene Pflege zu garantieren, die dazu bestimmt ist, ihr Leiden erträglicher zu machen.
Im Rahmen der vom Papst und durch das Jubeljahr 2000 ausgerufenen Neuevangelisierung, sollten wir Christen noch weiter gehen, nicht nur, indem wir uns einsetzen, das Leben zu verteidigen, sondern auch, indem wir an Kampagnen und Aktionen teilnehmen, um die Existenz der Menschen in Not zu erleichtern. Das Evangelium endet ja nicht beim fünften Gebot «Du sollst nicht töten», sondern fordert – in der Liebe zu Gott – zur ständigen Liebe zum Nächsten auf. So wird es uns am Herzen liegen, uns über den «leidenden Gott» in all jenen zu beugen, die in geistiger oder auch materieller Art, in unserer Nähe oder auch weit entfernt, am stärksten leiden: damit sie ein seelisch und materiell würdigeres Leben haben. Unser Beitrag wird Hungernde, Flüchtlinge, Invalide, Kranke aller Art – besonders an Aids – erreichen und auch zu den an Körper und Seele misshandelten Kindern auf den Strassen, in den Minen, in den Milieus der Prostitution oder beim Militär gelangen.
Den Kampf, den Sie, dank Ihrer Organisation «Human Life International Suisse», friedlich aber mit Bestimmtheit führen – die Förderung der Achtung und des Schutzes eines jeden Menschen von der Befruchtung an bis zum natürlichen Tod und das Ergreifen und Unterstützen von Massnahmen, die den umfassenden Schutz des menschlichen Lebens betreffen – stellt ein wertvoller und unentbehrlicher Beitrag im Gebiet der Menschenrechte dar. Er kann nicht anders, als den Segen Gottes heranzuziehen.
Mit tiefer Bewunderung für Ihren Einsatz in einem Kampf, der mit jenem des jungen David gegen den Riesen Goliath verglichen werden kann, bitte ich den Herrn, Ihre Anstrengungen mit unbesiegbarer Hoffnung und mit Optimismus, die Ihren Herzen Trost und Frieden schenken, zu unterstützen.
Bern, 31. 7. 2000
Erzbischof Pier Giacomo De Nicolò, Apostolischer Nuntius der Schweiz
Pro Life
Konferenz «Familien-Abendmahl»/Projekt Russland
Viele Spender haben es ermöglicht, dass unsere beiden Fastenprojekte Russland und Noah gelungen sind. Mit den nachfolgenden Berichten wollen wir Ihnen allen nochmals herzlich dafür danken.
Lieber Herr Kayser Human Life International Europa möchte sich bei Human Life International Schweiz für die prolife Arbeit in Russland bedanken. Die letzte Schenkung ermöglichte uns eine Konferenz mit dem Titel «Familien Abendmahl» zu organisieren, welche dem ersten Nationalen Eucharistie Kongress in Russland voranging, die grösste Zeremonie im Rahmen der grossen Jubiläen im Osten. Der Zweck dieser Konferenz «FamilienAbendmahl» war es, der Katholischen Kirche in Russland Arbeiten des FamilienApostolats, prolife Leiter, NFPSpezialisten und Familientherapeuten aktivieren zu helfen. Die Konferenz war ein grosser Erfolg. Es kamen mehr Leute als wir erwartet hatten. Wir konnten den sozialen Bedarf dieses Ereignisses sehen. Es war sehr wichtig, dass diese Konferenz dem Eucharistischen Kongress voranging und die Leute im Gebet verbunden sein konnten. Der Kongress war ein unvergessliches Erlebnis, besonders die Prozession mit dem Allerheiligsten durch die Strassen Moskaus mit 50 Priestern und Mädchen, die Blütenblätter streuten. Unser Traum ist es, zuerst in den Hauptstädten ein Familiencenter zu starten. Das ist sehr wichtig, da die Familie in Russland in Gefahr ist. Nur ein Drittel der empfangenen Kindern werden geboren. 75% der Ehen werden geschieden. Die Bevölkerung Russlands wächst jeden Tag um 2500 Personen. Wir müssen uns in Erinnerung rufen, dass Aktivitäten um der Familientherapie willen, Aktivitäten um des Weltfriedens willen sind. Die Menschen in Russland brauchen Ihre Hilfe. Sie sind sehr arm, sie haben kein Geld für Lebensmittel. Es ist ihnen nicht möglich die Reise, die Unterkunft und Verpflegung zu bezahlen, wenn sie an prolife Ausbildungskurse gehen. Wir möchten ihnen helfen und verlassen uns und zählen auf Sie. Was braucht und erwartet man in Russland? Erstens einen professionellen Ausbildungskurs für die Mitarbeiter der FamilienberatungsCenter diesen Herbst. Zweitens möchten wir in Kalinigrad ein prolife und profamily Symposium organisieren, welches den ausgebildeten Leitern eine Möglichkeit bietet, ihre Aktivitäten und Arbeiten der FamilienberatungsCenter zu präsentieren. Wir legen einen Brief mit der ausdrücklichen Dankbarkeit von Father Andrzej Steckiewicz bei, der die Arbeit des Familienapostolates im nordeuropäischen Russland koordiniert. Gott segne Sie
Ihre Ewa Kowalewska
HLI Polen
Ewa Kowalewska
Dankesbrief
Shkoder, 2. 7. 2000
Sehr geehrte Damen und Herren von «Human Life International»
Ich bin Ihnen sehr dankbar, dass Sie mir durch Don Marjan mitgeteilt haben, dass Sie mich kennenlernen und mit mir zusammenarbeiten möchten, in dem was ich zu geben vermag und was Sie mir geben können im Dienst der Mission für die wir uns berufen fühlen.
Ich bin Student im 2. Jahr der Theologie, heisse Ndue (Anton) Ndreca, habe noch 5 jüngere Brüder und eine Schwester, die im Konvent der Dillinger Franziskanerinnen in Velipoje im 2. Noviziatsjahr ist. Wie fast alle Familien hier, ist auch meine Familie arm. Mein Vater arbeitet als Maurer, er findet nur gelegentlich Arbeit und muss diese wegen einer schweren Allergie zeitweise unterbrechen. Ich komme aus einer gediegen katholischen Familie, welche in ihrer Weise bemüht ist, ihren Kindern die Werte des Lebens zu vermitteln und die Fähigkeit sie zu leben, sowie Hoffnung und Liebe vermittelt, um dieses Leben zu schützen. Diese Fähigkeit, sowie Hoffnung und Liebe habe ich kultiviert und in der Zeit der Formung auf dem Weg zum Priestertum fühle ich mich motiviert, diesen Weg der Berufung mit Sicherheit zu gehen und mir der Aufgaben, die mich in der Mission erwarten immer mehr bewusst werden. In der Zeit der Vorbereitung auf die Verbreitung der Botschaft des Lebens überlege ich Rolle und Formen der Nachformung der pastoralen Aktivitäten auf diesem Gebiet. Meiner Meinung nach muss die «Familienpastoral» deutlich gemacht und betrachtet werden als einzige Möglichkeit und einziger Weg, der das Gleichgewicht herstellt und ein erfülltes ruhiges Leben ermöglicht.
Deshalb wird es sein, dass der gegenseitige Egoismus zwischen den Eheleuten verschwindet und als Kontribut das Geschenk des Rechtes auf Leben erbringt, in der Heilung der sogenannten «Manie», dann ist der Autor Christus die «Krone aller Werte». Ich denke, das wird mein Kontribut für die Zukunft sein.
Von Herzen grüsse und danke ich Ihnen
Ndua Ndreca
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JUGENDSEITE |
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Die selige Gianna Beretta Molla – ein Vorbild für unsere Zeit.
In ihren
Heiligen gibt uns die Kirche leuchtende Beispiele von Menschen, die den Mut
haben, gegen den Strom des Zeitgeistes zu schwimmen. Sie sind für uns Vorbilder
und lebendige, fürbittende Helfer in unseren täglichen Sorgen und Nöten.
Gianna ist wirklich ein von Gott gegebenes Vorbild für unsere Zeit, für unsere
moderne Gesellschaft, die den Wert des ungeborenen Lebens nicht mehr achten und
schützen will. Gianna ist im blühenden Alter von vierzig Jahren, als
heldenhafte und vorbildliche Mutter, nach der Geburt ihres vierten Kindes
gestorben. Die beispielhafte Mutter starb in der Überzeugung, dass es eine
Sünde ist, im Mutterleib zu töten. Sie nahm ihren Tod bewusst an, um ja zum
Leben ihres Kindes zu sagen. Papst Johannes Paul II. sprach sie aufgrund ihres
heroischen Tugendgrades am 24. April 1994 selig. In ihrer Jugendzeit hat sie
sich als Jugendführerin in der Jugendarbeit, in der damaligen KATHOLISCHEN
AKTION Italiens in besonderer Weise ausgezeichnet. Es gelang ihr, die jungen
Herzen für JESUS CHRISTUS zu gewinnen.
GIANNA – die begeisterte Jugendführerin der KATHOLISCHEN AKTION Italiens
Gianna übernahm bereits während ihrer Schulzeit 1940 die Führung von Jugendgruppen und blieb während der ganzen Studienzeit der Jugendarbeit verbunden, von 1946–1949 war sie Präsidentin der weiblichen Jugend. Was war die Methode Giannas, die Herzen der jungen Menschen für CHRISTUS zu gewinnen? Mehr als durch ihr überzeugendes Reden konnte sie die ihr anvertrauten Jugendlichen durch ihr Beispiel und vor allem auch durch persönliche Kontakte zum Guten führen. Gianna konnte gut auf die geistlichen Bedürfnisse der Jugendlichen eingehen. So blieb sie sehr oft nach der hl. Messe oder nach den Versammlungen mit Jugendlichen zusammen, um zu plaudern und ihnen mit Rat und Hilfe beizustehen.
Das Programm der KATHOLISCHEN AKTION
Das Programm lässt sich in drei Worten zusammenfassen: Gebet, Apostolat und Opfer. Gebet, weil aller Segen und alle Fruchtbarkeit des Wirkens von Gott kommt und von ihm geschenkt werden muss, Apostolat, weil Gott sich unserer Mitarbeit und unserer Initiative bedienen will, um Menschen für sich zu gewinnen und Opfer, weil nur die reine und lautere Hingabe, die nicht zuerst auf eigenen Gewinn und Erfolg aus ist, Werkzeug für die Gnade des Heiligen Geistes sein kann.
Die Liebe zu den Mitmenschen muss gelebt werden.
Sie selbst sagt: «Es gibt heute so viel Hass in den Herzen. Auch viele, die sich Christen nennen, sind weit davon entfernt, ihr Christentum zu leben. Christus hat der Welt die Gnade gebracht, und die Welt lebt immer noch in Sünde. Wir müssen etwas tun. Damit das Reich Christi triumphiert, braucht es Mitarbeiter. Genau das ist die Aufgabe der Kath. Aktion – an der Seite der Priester. Wir müssen die Wahrheit und die Liebe JESU CHRISTI zu den Menschen tragen». Es ist beeindruckend, mit welcher Natürlichkeit, aber auch mit welchem Ernst sie immer wieder auf die Grundanforderungen des geistlichen Lebens zurückkam.
Wenn sie den Jugendlichen etwas anregte, fügte sie immer wieder die Mahnung hinzu: «Vor allem aber vergiss nicht darum zu beten». Sie empfahl den Jugendlichen die Meditation, den öfteren Besuch des Allerheiligsten, den Rosenkranz. Sie betonte nachdrücklich: «Ich werde es euch immer wiederholen: Lebt von JESUS und geht oft zur hl. Kommunion. Trennt das Gebet nicht vom Apostolat, denn das Apostolat fruchtet nichts ohne Gebet. Betet für die Menschen, die JESUS nicht lieben, ihr wisst ja, dass die erste Aufgabe eines Mitgliedes der kath. Aktion das Gebet ist. Wir müssen glauben, dass Gott die Macht hat, dass er helfen kann. Wenn aber der Glaube fehlt, ist das Gebet leer». Nebst dem Gebet und dem Apostolat versuchte Gianna den Jugendlichen die dritte Säule nahe zu bringen: «Wir wollen arbeiten und opfern allein um Gott die Ehre zu geben, unseren bescheidenen Samen ausstreuen, ohne zu ermüden. Und wenn daraus trotz bestmöglich geleisteter Arbeit ein Misserfolg wird, dann wollen wir auch ihn grossmütig annehmen. Ein bejahter Misserfolg, den ein Arbeiter nach totalem Einsatz ernten muss, ist für die Erlösung heilsamer als ein grosser Erfolg. Arbeiten wir immer mit Grosszügigkeit und Bescheidenheit und erheben wir nie den Anspruch, die Früchte unseres Wirkens sofort sehen zu müssen... Die Welt zu retten war noch nie eine einfache Sache, weder für den Sohn Gottes, noch für seine Apostel. Ich habe euch gesagt, dass KATHOLISCHE AKTION Opfer bedeutet.»
Weitere Informationen erhalten Sie unter folgender Adresse:
Gebets- und Freundeskreis
GIANNA BERETTA MOLLA,
POSTFACH, 8730 UZNACH.
Das Werk «Emmanuel» in der Schweiz
Emmanuel ist ein Werk des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe mitten in unserer Zeit. Das Ziel der Vereinigung ist die Adoption geistig oder körperlich behinderter Kinder, die von ihrer eigenen Familie nicht angenommen werden. «Emmanuel» bietet die Möglichkeit, diesen Kindern eine Familie zu geben. Von Geburt auf behinderte Kinder werden bei uns oft abgewiesen von denen, die sie gezeugt haben, weil sie dem Wunschtraum von schönen, intelligenten Kindern nicht entsprechen. In der Dritten Welt sind solche Kinder zusätzlich behindert, da ihre Eltern sie nicht erhalten können, weil sie in Armut und Unsicherheit leben. Doch auch diese Kinder möchten leben und haben auch das Recht, zu leben und geliebt zu werden. In der Schweiz, wie auch in anderen Ländern, bestehen ausgezeichnete öffentliche Einrichtungen und Heime, wo diese Kinder aufwachsen können. Doch bietet eine richtige Familie mit der nötigen Nestwärme mehr Gewähr für eine gesunde Entwicklung der behinderten Kinder zu dem, was sie wirklich sind: vollwertige Persönlichkeiten. «Emmanuel» hat den Begriff Adoption umgedreht: Das Kind wird nicht einer Familie geschenkt, sondern die Familie schenkt sich einem Kind und nimmt es völlig an, mitsamt seiner Behinderung. In diesem Geiste leben bereits zahlreiche Familien. Sie sind keine besonderen Familien, nicht wohlhabender als andere. Sie sind nicht speziell ausgebildet, um adoptieren zu können. Sie sind nicht «besser» als andere, keine SuperFamilien. Oft haben sie bereits mehrere eigene Kinder. Die meisten dieser Familien leben im christlichen Glauben und setzen sich für ihn ein: sie wollen ihr christliches Engagement in konkreter Weise leben.
Das Werk «Emmanuel» wurde in Frankreich durch Jean und Lucette Alingrin gegründet und ist seit 1975 staatlich anerkannt. Es existiert auch in Belgien, Kanada, Luxemburg, in den Niederlanden, Argentinien, Indien und in der Schweiz seit 1984. In Frankreich empfangen bereits über 1000 behinderte Kinder, davon mehr als 200 Trisomie 21 Nestwärme in Familien. In der Schweiz konnten bis heute mehr als 40 Kinder zur Adoption durch dieses Werk vermittelt werden. Es sind Kinder aus der Schweiz, dem Libanon, aus Frankreich, Äthiopien, von der Insel Mauritius, aus Kolumbien, aus Indien und aus Portugal. Elf dieser Kinder haben Trisomie 21. Familien mit adoptierten oder aufgenommenen behinderten Kindern können beweisen, dass sie durch diese Kinder Familienglück und sogar unvermuteten Reichtum an Liebe erleben. So besteht für die heutigen Familien eine neue Hoffnung in dieser Zeit, wo sich die Gesellschaft dem ungeborenen Leben gegenüber oft respektlos und gleichgültig verhält.
Die Internationale Berufung von «Emmanuel»
Aus einer Perspektive der Liebe und in Ehrfurcht vor der Würde jedes Menschen – angefangen von der Empfängnis bis hin zum Tod – will «Emmanuel»:
• Ermöglichen:
Die Adoption von Kindern ermöglichen, die als unadoptierbar gelten, aufgrund einer körperlichen oder geistigen Behinderung oder einer chronischen Krankheit.
• Aufnehmen:
Ein nicht angenommenes, be hindertes Kind von Geburt an oder so bald als möglich bei sich aufnehmen mit dem Ziel, ihm eine Adoptivfamilie zu geben.
• Ausfindig machen:
Solche Kinder in der Schweiz und im Ausland ausfindig machen und sich für eine schnelle Zusammenstellung der medizinischen und juristischen Formalitäten einsetzten, um die Adoption zu beschleunigen.
• Begleiten:
Familien in der Schweiz begleiten, die von den zuständigen Sozialämtern anerkannt sind, und dem Kind entsprechend für ihre besondere Vorbereitung und Ausbildung sorgen, in Hinsicht auf die verschiedenen Aspekte der Adoption und des Familienlebens.
• Beistehen:
Diesen Familien vor und nach der Aufnahme eines Kindes in psy chologischer, materieller und juristischer Hinsicht beistehen und sie, soweit gewünscht, in ein echtes Netz der Freundschaft aufnehmen. Ziel ist es, sowohl ihnen als auch dem Kind ein normales Leben zu ermöglichen.
• Zusammenarbeiten:
Mit Dienststellen und Adoptionswerken in der Schweiz sowie im Ausland zusammenarbeiten, um vorrangig die Aufnahme solcher Kinder zu ermöglichen, da diese in noch stärkerem Masse als andere die Liebe einer Familie brauchen, um leben und sich entfalten zu können.
• Informieren: Die Öffentlichkeit und insbesondere die familienund sozialmedizinischen Zentren informieren und sie auf die Situation dieser Kinder aufmerksam machen, die ungerechterweise bei Adoptionsverfahren benachteiligt werden.
• Bekannt machen: Bekannt machen, wie Familien die Aufnahme behinderter Kinder erleben, um die Richtigkeit des Werkes zu bezeugen.
Gesetzliche Struktur von «Emmanuel» in der Schweiz
Gestützt auf Artikel 60 und folgende des Zivilgesetzbuches der Schweiz, wurde die Vereinigung «EmmanuelSchweiz» gegründet. 1992 wurde das Werk «Emmanuel» auf Bundesebene anerkannt.
Adresse:
«Emmanuel» S.O.S. Adoption
Charles und Mireille
Udriot-Schenker
Chalet «ANAWIM«
Route d’Outre-Vièze 146
CH-1871 Choëx/VS
Tel. und Fax 024/471 60 74
News aus aller Welt
An der Frauenklinik des Kantonsspitals Baden wird eine äusserst fragwürdige Technik der IVF praktiziert. Dabei wird der Reagenzglastod von Embryonen bewusst in Kauf genommen.
In der Zeitschrift Frauenheilkunde (9/1/2000, S. 5–10) beschreiben Dr. Michael Häberle, Philipp Scheurer und Prof. Michael K. Hohl eine äusserst fragwürdige Technik. Um Schwangerschaftsraten von bis zu 50% pro Embryo zu erreichen, transferieren sie die Embryonen erst am fünften oder sechsten Tag. Die publizierten Erfahrungswerte beziehen sich auf die Jahre 1998 bis 1999. Die Technik wird nur durchgeführt, wenn 7 und mehr Embryonen zur Verfügung stehen. Die in-vitro gezeugten Embryonen weisen oft genetische Defekte und mangelhafte Morphologie (fragmentierte Zellen etc.) auf, was u.U. auch auf die Hormonstimulation oder die Kulturmedien zurückgeführt werden kann. Weil im frühen Stadium diese Defekte bis jetzt noch nicht festgestellt werden können und die sog. Präimplantationsdiagnostik (Analyse von Zellen des Embryos) in der Schweiz gemäss Fortpflanzungsmedizingesetz verboten ist, lassen die genannten Reproduktionsmediziner die Embryonen bis zum fünften oder sechsten Tag in der Kultur. Sie bezeichnen das als natürliche Selektion. Originalzitat: «Der Filter Natur kommt hier voll zur Wirkung und der überwiegende Teil aller Embryonen degeneriert.» (S. 7)
Kommentar: Das Wort «natürlich» bzw. «Natur» ist hier fehl am Platz. In Tat und Wahrheit erfolgt hier eine künstliche Selektion. Von einem natürlichen Filter kann überhaupt keine Rede sein. Die Autoren manipulieren mit diesen Begriffen bewusst und beschönigen menschenunwürdiges Verhalten. So war es doch wohl nicht gemeint! Haben wir nun Artikel 119 der Bundesverfassung und das Fortpflanzungsmedizingesetz, damit Embryonen in hoher Zahl gezeugt werden, um sie dann im Brutschrank wieder umkommen zu lassen? Die Missbräuche in Genf und in Baden müssten die Behörden veranlassen, diesen Kliniken keine Bewilligung zu erteilen, wenn das FMedG in Kraft tritt. Rufen wir uns die wichtigsten Passagen der Gesetze in Erinnerung:
– BV Art 119, Abs. 2, Bst. c: Es dürfen nur so viele menschliche Eizellen ausserhalb des Körpers der Frau zu Embryonen entwickelt werden, als ihr sofort eingepflanzt werden können.
– FMedG Art. 17 Entwicklung von Embryonen:
1 Ausserhalb des Körpers der Frau dürfen nur so viele imprägnierte Eizellen zu Embryonen entwickelt werden, als innerhalb eines Zyklus für die Herbeiführung einer Schwangerschaft erforderlich sind; es dürfen jedoch höchstens drei sein.
2 Der Embryo darf ausserhalb des Körpers der Frau nur so weit entwickelt werden, als für die Einnistung in der Gebärmutter unerlässlich ist.
3 Das Konservieren von Embryonen ist verboten.
Verein AGAPA DEUTSCHE SCHWEIZ gegründet
Zu Beginn dieses Jahres wurde in Olten im Beisein von Frau Dr. med. Diane Savoy, Präsidentin AGAPA SUISSE ROMANDE (Association des Groupes d’Accompagnement Post-Avortement) der Verein AGAPA DEUTSCHE SCHWEIZ gegründet. Präsidentin ist Katharina Waehrer, Baden. Die beiden AGAPAVereine setzen sich für Personen ein, die an den Folgen von Kindsmisshandlung, Kindsmissbrauch, Vernachlässigung, Fehlgeburten und Abtreibungen leiden. Angeboten werden Beratungen und eine strukturierte Begleitung in der Gruppe auf der Grundlage von christlichen Wertvorstellungen. Die Präsidentin arbeitet mit sieben Vorstandsmitgliedern zusammen. Vorerst wurden vier regionale Anlaufstellen für Betroffene eingerichtet:
Bern (062 / 929 21 75), Aargau (056 / 624 36 77), Luzern (041 / 360 53 36) und Ostschweiz (071 / 988 64 28).
Für allgemeine Auskünfte ist das Sekretariat des Vereins unter Telefon 087 / 880 28 32 erreichbar.
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