HLI-Report Nr. 24 3/1998
Dr. Nilaus Zwicky-Aeberhard
Dr. Urs Kayser, Präsident HLI-Schweiz
Mons. Philip
Reilly in der Schweiz
Mirjam Pichler
Jugendseite: Wahre Liebe wartet!
News aus aller Welt
Unglaublich und offenbar doch wahr: Experimentierfreudige
Wissenschaftler klonen Mäuse aus geklonten Mäusen
Einleitung
Die Fortschritte der Fortpflanzungsmedizin und die ethischen Fragen, die sie aufwerfen,
werden zur Zeit heftig diskutiert. Schon vor einigen Jahren wurde die Notwendigkeit einer
gesetzlichen Regelung erkannt. Schliesslich wurde am 17. Mai 1992 mit dem Art. 24novies
eine Verfassungsergänzung über die Fortpflanzungs- und Gentechnologie vom Schweizer Volk
und den Ständen angenommen. Damit sollen Mensch und Umwelt gegen Missbräuche der
Fortpflanzungs- und Gentechnologie geschützt werden, doch wurde die künstliche
Befruchtung unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Der Verfassungsartikel verlangt den
Erlass eines entsprechenden Bundesgesetzes, das sog. Fortpflanzungsmedizingesetz (FMedG).
Dieses ist vom Nationa- und Ständerat behandelt aber noch nicht verabschiedet worden.
Weil der Art. 24novies der Bundesverfassung seinerzeit schon vielen Stimmbürgern zu weit
(1'271'052 Ja gegen 450'635 Nein) ging, wurde im Januar 1994 der Bundeskanzlei eine
Volksinitiative "Zum Schutz des Menschen vor Manipulationen in der
Fortpflanzungstechnologie" oder abgekürzt: "Initiative für eine
menschenwürdige Fortpflanzung" (FMF) eingereicht. Die Initiative war mit 120'920
Unterschriften zustande gekommen.
1. Initiative für eine menschenwürdige Fortpflanzung (FMF)
Diese Volksinitiative, gemäss welcher die Zeugung ausserhalb des Körpers der Frau und die Verwendung von Keimzellen Dritter zur künstlichen Zeugung unzulässig sind, wird gegenwärtig heftig und kontrovers diskutiert und kommt wahrscheinlich noch vor dem Jahre 2000 vor's Volk. Bei aller Zuwendung, die wir kinderlosen Paaren schuldig sind, ist zu bedenken, dass ein Kind nicht Selbstzweck sein kann und dass niemand ein Recht bzw. einen Anspruch auf ein Kind hat. Ein Kind ist immer Geschenk und liegt ausserhalb der menschlichen Machbarkeit. Daher unterstützt HLI diese Initiative, zu welcher diesem Report eine Broschüre beiliegt mit einigen Merksätzen zur ganzen Problematik der Machbarkeit. Diese Broschüre "Stopp dem Mach-barkeitswahn" liefert eine Basis-Argumentation für jedermann, weshalb wir Lektüre und weitere Verbreitung derselben sehr empfehlen.
Die neue Broschüre der FMF-Initiative bringt die Fakten zur Fortpflanzungsmedizin kurz und bündig zur Sprache. Wir haben sie diesem Report beigelegt.
Es liegt eine weitere etwas wissenschaftliche Broschüre vor, die diesem Report nicht beiliegt, aber bei der Zentrale vom HLI-Schweiz angefordert werden kann, am besten mit einem adressierten und frank-ierten A5 Kuvert. Diese Broschüre trägt den Titel "Ja zur FMF-Initiative für menschenwürdige Fortpflanzung" und enthält Artikel von Guido Appius, Dr. med. Heinz Bhend, Marie-Therese Larcher, Dr. iur. Rudolf Montanari und Dr. iur. Marlies Näf-Hofmann. Auch diese Schrift, welche das Problem der Fortpflanzungstechnologie auf medizinischer, juristischer und polit-ischer Ebene behandelt, verdient Ihre Aufmerksamkeit und eignet sich auch zur Verbreitung an weitere Interessierte.
Der einzige Ausweg aus der Sackgasse: Ein Ja zur FMF-Initiative!Weitere Exemplare können Sie bestellen: Sekretariat FMF, Postfach 5724 Dürrenäsch Tel. 062 - 777 32 23
Nachtrag:
Wenn wir Stel1ung beziehen gegen die Befruchtung im Glas und die hetero-loge Zeugung,dann
heisst das nicht, dass wir gegen die so gezeugten und geborenen Kinder sind. Dies wäre
eine verabscheuungswürdige Dis-kriminierung. Ebenso wie ein Kind, das aus einer
Vergewaltigung hervorgegangen ist, ist auch ein in vitro-Kind für seine Entstehungsweise
nicht verantwortlich. Mittels IVF und/oder heterolog gezeugte Kinder sind genauso Kinder
Gottes wie alle anderen Menschen.
Dr. med. Niklaus Zwicky-Aeberhard
2. Das Fortpflanzungsmedizingesetz (FmedG)
Der heutige Gesetzesentwurf basiert auf dem Verfassungsartikel über den Schutz des Menschen und seiner Umwelt gegen Missbräuche der Fortpflanzungsmedizin. Die medizinisch unterstützte Fortpflanzungsmedizin wird in diesem Gesetz innerhalb gewisser Schranken erlaubt. Der zur diskussion stehende Gesetzesentwurf soll als indirekter Gegenvorschlag zur Volksinitiative "Für eine menschenwürdige Fortpflanzung" FMF dienen und die Ansendung der Fortpflanzungsmedizin regeln.
1997 hat der Ständerat den Vorschlag des Bundesrates erweitert mit
der Erlaubnis der Eispende und der Präimplantations-diagnostik (d.h. der Embryo darf vor
der Einpflanzung in die Gebärmutter nach bestimmten Erbfehlern etc. untersucht werden.
Damit wäre die Tür offen für alle Arten von Manipulationen).
In der Sopmmersession 1998 hat der Nationalrat über das Fortpflanzungsmedizingesetz
beraten. Er lehnte die Eispende und die Präimplantationsdiagnostik ab. Mit 92 zu 46
Stimmen hat er das Gesetz gutgeheissen. Die Initiative FMF wurde mit 117 zu 24 dem Volk
zur Ablehnung empfohlen.
Das Gesetz geht jetzt zur Differenzbereinigung (Eispende und Präimplantationsdiagnostik) wieder an den Ständerat zurück. Wenn der Ständerat auf die Variante des Nationalrates einlenkt, wird das Gesetz nach Ablauf der Referendumsfrist gültig. Ob das Referendum gegen dieses Fortpflanzungsmedizingesetz ergriffen wird, ist noch nicht klar.
Auf alle Fälle wird die Volksabstimmung über die Initiative FMF definitiv über die Gültigkeit des Fortplanzungsmedizingesetzes entscheiden. Diese wird voraussichtlich im Jahre 1999 zur Abstimmung kommen.
Dr. med. Urs Kayser, Präsident HLI-Schweiz
Mons.
Philip Reilly in der Schweiz
Pater Philip Reilly hat am 29. + 30. Juni Vorträge in Bern und
Zürich gehalten und führte am 1. Juli die Gebetsprozession in die Frauenklinik Zürich
an.
Pater Reilly ist seit Jahren für die grossen Erfolge im Kampf gegen die Abtreibung in den
USA und vielen anderen Ländern der Welt bekannt (HLI-Report Nr. 19/20 1997). Er ist der
Gründer der Bewegung "Helfer von Gottes kostbaren Kindern". Diese zeichnet sich
durch spirituelle Aktivitäten, u.a. durch friedliche Gebetsprozessionen zur
Abtreibungsklinik aus.
Mons. Phillipp Reilly, Referent am HLI-Kongress in Houston
Lassen wir Pater Reilly selbst zu Worte kommen, so wie im Vortrag
vom 30.6. in Zürich:
"Dreissig Jahre war ich schon in der ,,Pro-Life-Bewegung in den USA tätig. Wir
haben sehr viele verschiedene Methoden im Kampf für das ungeborene Leben ausprobiert;
Erziehung, Protestmärsche usw., doch das Töten ging weiter. Zu guter letzt versuchten
wir am Ort der Tötung anwesend zu sein. Damit begann die sog. "Operation
rescue", d.h. die Leute blockierten die Eingänge der Abtreibungskliniken. Bei
solchen Aktionen sind in Amerika rund 50000 Leute verhaftet worden. Sie wurden ins
Gefängnis gesteckt und zu enorm hohen Geldstrafen verurteilt. Natürlich war ich selbst
auch einige Male bei solchen Aktionen abgeführt worden. Es wurde fast unmöglich im Kampf
für das ungeborene Leben weiterzumachen."
"Wir hatten alles versucht - ohne Erfolg - das Töten ging weiter. Ich war am Ende. Zuletzt - sagte ich zu Gott: Ich gebe auf. Du Gott musst jetzt - ich kann nicht mehr. Da plötzlich war ich im "Geschäft" mit Jesus. Ich erhielt von Gott eine "Gebetsarmee": drei Grossmütter, ein Grossvater und eine berufstätige junge Frau - nicht viele Menschen für den Anfang.
"Unsere Aktion startete am Rosenkranzfest im Oktober 1989. Ich begann, Gott beim Wort zu nehmen, Gott ernst zu nehmen (nachdem wir vorher alles andere versucht hatten und nichts fruchtete .Was sich entwickelte war geradezu ein Wunder: 37 Abtreibungskliniken wurden innerhalb von acht Jahren geschlossen, über 20000 Frauen konnten dazu bewegt werden, ihr Kind nicht abtreiben zu lassen."
"In manchem mussten wir unsere Geisteshaltung ändern.
Begegnung mit Pater Reilly am Mittwochnachmittag, dem 1. Juli
Interessierte konnten an diesem Nachmittag mit Pater Reilly zusammensitzen. Er erzählte uns weitere Details seiner so wundersamen Arbeit. Er ist ein ruhiger liebenswerter Mann mit wachen aufmerksamen Augen, einem grossen Herzen das spricht und einer erstaunlichen Ausstrahlung. In seiner Nähe fühlt man sich wohl. Er hat nichts fanatisches, absolutes an sich, viel-mehr spricht Lebenserfahrung mit Liebe und Verständnis aus ihm. Das irdische Leben, mit allen seinen Nöten, Problemen und menschlichen Schwachheiten sind ihm bekannt.
Er zeigte uns auch noch einen Film über seine Gebetsprozessionen an den verschiedensten Orten. Grosse "Menschenschlangen", jung und alt, Mütter mit ihren Kindern an der Hand oder im Kinderwagen wandern betend zur Abtreibungsstätte. Auch erzählt er von einer festen "Crew", die ihm immer hilft. Ungeachtet der Jahreszeiten stehen diese Menschen in den Strassen, und glauben fest, dass die Rettung des Lebens - auch nur eines einzigen Babys - jedes Opfer wert ist. Die zum voraus benachrichtete Polizei gewährt den Betern Sicherheit und Ruhe.
Gebetsprozession, Mittwochabend, 1. Juli
Bild: Muttergottes
von Guadelupe
Um 19.15 Uhr feierten wir die Hl. Messe in der Liebfrauenkirche in
Zürich. Drei Priester zelebrierten: Pater Reilly, Pfr. Rudolf Nussbaumer (HLI Schweiz)
und der Hauptzelehrant Neupriester Roland Graf (HLI Schweiz).
Es waren erstaunlich viele Leute beiden Geschlechtes und unterschiedlichen Alters dabei.
Im Evangelium hörten wir vom Karfreitag mit Maria und Johannes unter dem Kreuz.
Um ca. 20.15 Uhr machten wir uns, den Rosenkranz betend, auf den Weg
zur Frauenklinik. Als einziges Zeichen haben wir das Bild der Muttergottes von Guadelupe
mitgeführt. Einige der Menschen blieben in dier Kirche zur eucharistischen Anbetung. Vor
der Frauenklinik beteten wir weiter; zuletzt verharrten wir während ca. zwei Minuten
kniend, in Stille. Dann kehrten wir betend zur Kirche zurück, wo eine Gruppe von
Teilnehmern zur eucharistischen Anbetung zurückgeblieben war. Zum Abschluss erhielten wir
den Segen mit Dank und dem Tip, uns etwas gutes zu Leibe zu führen.
Es waren für mich zwei besondere Tage, Pater Reilly zu begegnen; einem Menschen, der mit
dem Evangelium ernst macht, einem Menschen, der die Dunkelheiten der menschlichen Seele
kennt, der aber vor allem um Gottes reichen Segen weiss . . . in unfassbarem Ausmass . . .
jenseits aller Erwartungen!
Myriam Pichler
Die Antwort heisst: Wahre Liebe wartet!
Gegen den Trend der Zeit startete eine Bewegung in den USA, die Jugendliche ermutigt, ihre Reinheit für die Ehe zu bewahren und bis zur Hochzeit sexuell enthaltsam zu leben. Beim ersten "True Love Waits"-Festival im Jahr 1994 vor dem weissen Haus in Washington wurden 200'000 "Gelöbniskarten" in den Rasen gesteckt. Über 20'000 Jugendliche nahmen an der Veranstaltung teil, die von verschiedenen christlichen Gruppierungen organisiert wurde.
So lautet das Versprechen. Ein Exemplar behält man, das andere wird
eingesandt.
In Deutschland gibt es 10'000 und in der Schweiz gegen 2000 junge
Menschen, die auf wahre Liebe setzen. "Wahre Liebe wartet" hat ein Heft
herausgegeben, das auf 20 Seiten informiert. Jugendliche berichten selber
20 Seiten Info und erst noch toll aufgemacht!
Wenn Du mehr darüber wissen willst, kannst Du bei mir ein Exemplar (Fr. 2.-) bestellen:
Pfarrhelfer Graf Roland, Hertistudenstr. 1, 8842 Unteriberg (Te./Fax 055 / 414 29 70)
oder direkt bei
Wahre Liebe wartet, Postfach 69, CH-8024 Zürich 24 (Tel. / Fax
01/22 11 000)
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Unglaublich und offenbar doch wahr: Experimentierfreudige Wissenschaftler klonen Mäuse aus geklonten Mäusen
Mit einem ähnlichen Verfahren, wie seinerzeit für das Schaf Dolly
angewendet worden war, ist es Wissenschafltlern gelungen, erwachsene Mäuse zu klonen.Von
bestimmten ausgereiften Zellen des Eierstocks entfernten sie den Zellkern und injizierten
diesen in die entkernte Eizelle einer anderen Maus. Diese Zelle wurde dann in die
Gebärmutter eines Muttertiers plaziert. In etwa zwei bis drei Prozent der Versuche kam es
zur Geburt einer Maus, dem Klon des Spendertiers.
Dass der Experimentierfreudigkeit offenbar keine Schranken mehr gesetzt ist und Ethik zum
Fremdwort geworden ist belegten die Wissenschaftler, indem sie die Klone erneut klonten.
Auf diese Weise produzierten sie Tiere, die allesamt mit dem einen Ursprungstier genetisch
übereinstimmen, deren Spenderzelle aber aus einer anderen Generation stammt.
Kommentar: Nicht mehr die Vielfalt, sondern die Einfalt lässt grüssen!
(vgl. NZZ 23. Juli 1998, Nr. 168 (1998) 16., vgl. Letter to Nature,
In: Nature 394 (1998) 369.)
© 1998 Human Life International
Schweiz