Special-REPORT Nr. 3
Natürliche Familienplanung (NFP)
Bearbeitet und zusammengestellt von Rachel Gürber
Beilage zu HLI-Report Nr. 22, 1/1998
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Mutter Teresa |
Inhaltsverzeichnis:
Natürliche Empfängnisregelung - NER - eine echte Alternative
Ein WHO-Bericht aus dem Jahre 1981 stellt
fest, dass mindestens 94% der untersuchten Frauen aus fünf Ländern mit verschiedensten
Ausbildungen und aus unterschiedlichen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen
Verhältnissen in der Lage sind die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage des eigenen Zyklus
zu unterscheiden.
Es existieren verschiedene natürliche Methoden der
Empfängnisregelung, welche von der Zuverlässigkeit her gesehen eine echte Alternative zu
den künstlichen Verhütungsmethoden darstellen. Voraussetzung dafür ist, dass die
entsprechenden Regeln bekannt sind und auch eingehalten werden. Die NER bildet eine
Grundlage für den Dialog der sich liebenden Ehepartner und für eine
verantwortungsbewusste Elternschaft. Die Vermittlung von NER erfüllt eine erzieherische
Aufgabe im Bereich von Sexualität und menschlicher Liebe, angefangen beim jungen Menschen
bis hin zur ehelichen Gemeinschaft und damit zur Familie, welche die Keimzelle einer jeden
Gesellschaft darstellt.
Geschichte der Natürlichen Familienplanung
Seit den Entdeckungen von Knaus und Ogino in den 30er Jahren unseres
Jahrhunderts haben natürliche
Methoden der Familienplanung sich überraschend entwickelt. Die Rythmusmethode (auch
Kalender-Methode oder Zeitwahl genannt) ist die erste Stufe dieser Entwicklung. Diese
Methode versucht, die Zeit des Eisprungs vorauszusagen, indem sie die Längenabweichungen
der Zyklen einer Frau mit statischen Berechnungen berücksichtigt.
Ein nächster Schritt war die sog. Temperatur-Methode, die in den 50er Jahren entstand.
Durch die Beobachtung der Aufwachtemperatur lässt sich im Rückblick der Eisprung und
damit die sicher unfruchtbare Phase nach dem Eisprung erkennen.
Die Ovulationsmethode wurde anfangs der 70er Jahre in ihrer bis heute unveränderten
Fassung definiert. Das Prinzip beruht darauf, dass ein spezifischer Zusammenhang zwischen
dem sogenannten 'Schleimsymptom' und den zyklischen Vorgängen der weiblichen
Fruchtbarkeit besteht. Der wichtigste Fortschritt besteht darin, dass diese Methode weder
davon abhängt, wie lange ein Zyklus ist, noch davon, ob ein Eisprung stattgefunden hat.
(Billings u. Mitarb. 1972; Brown, 1977; Hilgers,1978)
Eine Weiterentwicklung gelang durch die Symto-thermale Methode. Es wurden nun alle Zeichen
und Symptome der fruchtbaren Zyklusphase der Frau zusammen mit dem Anstieg der
Aufwachtemperatur beobachtet.
In dieser Methode zur Empfängnisregelung werden mindestens zwei der drei nachfolgenden Sachverhalte zur Bestimmung von möglicherweise fruchtbaren und unfruchtbaren Tagen der Frau verwendet:
1) In einem zeitlich engen Zusammenhang mit dem
Eisprung wird vom Gebärmutterhals (Zervix) ein Schleim gebildet, welcher besondere
Eigenschaften der Fruchtbarkeit aufweist. Der Zervixschleim ist ein unentbehrlicher Faktor
für die Empfängnis. Fr wurde mit einem ,biologischen Ventil' für die Zulässigkeit der
Samenzellen vergleichen. Die vorhandene und allfällige fehlende Schleimabsonderung, sowie
die sie begleitende Hautempfindungen, gehören zum sogenannten 'Schleimsymptom'.
2) Neben dem Zervixschleim gibt die sogenannte 'Aufwachtemperatur' der
Frau einen Hinweis darauf, ob allenfalls ein Eisprung (Ovulation) stattgefunden hat oder
nicht. Sie kann einfach mittels eines Thermometers gemessen werden.
3) Einen weiteren Hinweis darauf, in welcher Phase des
Fruchtbarkeitszyklus sich die Frau befindet, vermag die Selbstuntersuchung des äusseren
Muttermundes zu liefern.
Das Wissen um die fruchtbaren Tage
erlaubt es dem Ehepaar, eine Empfängnis bewusst anzustreben oder durch Abstinenz zu
vermeiden. Diese Art, eine Schwangerschaft zu vermeiden, ist natürlich. Sie
berücksichtigt den Zyklus der Frau und gefährdet die Gesundheit nicht. Die zeitweilige
Enthaltsamkeit, die dabei nötig ist, fördert einen vertieften gegenseitigen Austausch
der Partner. Sie setzt Selbstbeherrschung und eine echte Liebesbeziehung voraus.
| Natürliche Empfängnisregelung NER - NER beruht auf der wissenschaftlichen Tatsache, daß es im Zyklus der Frau fruchtbare und unfruchtbare Tage gibt. - Versteht man die Zeichen der Fruchtbarkeit zu erkennen und deuten, ist NER ein Weg, der es erlaubt, bewußt eine Schwangerschaft anzustreben oder zu vermeiden. NER ist immer möglich!
NER ist zuverlässig! Die Sympto-thermale Methode ist ebenso zuverlässig wie die Pille. Um diese Zuverlässig-keit zu erreichen, werden Paare motiviert, über die Vorgangsweise gut informiert zu sein und die angeführten Regeln genau zu befolgen, denn Kurzanleitungen führen zu Missverständnissen. NER braucht keine Chemie! |
Ein weitgefächertes Angebot an Literatur erlaubt es, das
Grundsätzliche dieser Methoden kennenzulernen. An dieser Stelle soll auf einige
grundlegende Werke und Kursangebote im Bereich der natürlichen Empfängnisregelung
hingewiesen werden:
Kontaktadresse für Kurse:
Institut für Natürliche Empfängnisregelung
Dr. Rötzer e.V. - INER Schweiz und Liechtenstein
Walter und Kati Gabathuler
Mühletobelstrasse 63a
CH-9400 Rorschach, Tel.: 071 / 855 55 03
INER: Institut für Natürliche Empfängnisregelung
Natürliche Familienplanung in der Schweiz
Internationale Gruppierungen:
Nationale Gruppierungen:
Interessengemeinschaft für Natürliche Familienplanung (IGNFP)
Im März 1985 wurde in Zürich die 'Interessengemeinschaft für
Natürliche Familienplanung (NFP) Schweiz/Fürstentum Liechtenstein' gegründet. Dieser
Verein setzt sich zur Aufgabe, die Verbreitung der natürlichen Familienplanung unter der
Bevölkerung der Schweiz und des Fürstentum Liechtensteins zu fördern und zu
koordinieren. Er sucht sein Ziel zu erreichen durch die Schaffung einer
Koordinationsstelle. Dieser Stelle hat verschiedene Aufgaben:
Weiters unterstützt die Interessengemeinschaft all jene Beratungsstellen für natürliche Familienplanung, welche dem Vereinszweck entsprechen.
Kontaktadresse:
Koordinationsstelle Interessengemeinschaft für Natürliche
Familienplanung Schweiz/Fürstentum Liechtenstein
Anne und Heinz Hürzeler
Im Sand
CH-8775 Luchsingen.
Internationale Ärztegemeinschaft für Natürliche Familienplanung (IANFP)
Seit anfangs 1991 besteht eine Ärztegemeinschaft, welche sich zu
folgenden Grundsätzen bekennt:
Die Internationale Ärztevereinigung für Natürliche Familienplanung ist
interkonfessionell. Sie anerkennt die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens von der
Befruchtung an (Vereinigung von Ei- und Samenzelle). Diese beinhaltet die absolute Achtung
der Persönlichkeit und Würde eines jeden Menschen, unabhängig von Alter, Geschlecht
oder Standeszugehörigkeit.
Die Mitglieder der IANFP vertreten zur Regelung der menschlichen Fruchtbarkeit nur die
Methoden der natürlichen Empfängnisregelung (NER). Sie bemühen sich um ständige
Vertiefung des christlichen Menschenbildes in Theorie und Praxis. Sie lehnen
antikonzeptive und abtreibende Mittel ab. In diesem Rahmen sind bestimmte therapeutische
Massnahmen zu verantworten, nämlich solche, die nicht der technisch assistierten
Fortpflanzung dienen.
Die IANFP betrachtet die NER-Methoden als Bestandteil einer Lebenshaltung, welche die in
ganzheitlicher vorbehaltloser Liebe und Treue gelebte Ehe prägt.
Kontaktadresse (Sektion Schweiz):
Dr. med. N. Waldis
c.p. 6
CH-1630 Bulle.
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