Die informelle Konsultation des Eidgenössischen Departementes des Innern (EDI), welche HLI-Schweiz am 8. Nov. 2025 erhielt, kam harmlos daher. Was sollte es da zu beanstanden geben? Schliesslich können wir davon ausgehen, dass die Zuteilung von kompatiblen Organen nach Dringlichkeit und mit entsprechenden Erfolgschancen gerecht erfolgen sollte. Swisstransplant sorgt dafür. Nun ist es aber so, dass neu die Möglichkeit erlaubt werden soll, bisher nicht transplantierbare Organe zuzuweisen.

Nun ist es aber so, dass neu die Möglichkeit erlaubt werden soll, bisher nicht transplantierbare Organe zuzuweisen. Bei einem reaktiven Testergebnis der spendenden Person auf HIV soll laut den Erläuterungen zur Organzuteilungsverordnung im Anhang 1 neu «auch eine Zuteilung von Organen an Patientinnen und Patienten möglich sein, bei denen das Testergebnis auf HIV nicht reaktiv ist». Mit anderen Worten: Organempfänger, die keine HIV-Infektion aufweisen, darf neu ein HIV-positives Organ transplantiert werden, wenn auch unter «restriktiven Bedingungen» und mit informierter Zustimmung. Als Folge davon, müssen betreffende Organempfänger neben dem massiven Einsatz von Medikamenten, die eine akute Immunabwehr verhindern sollen, zusätzlich gegen den Ausbruch einer HIV-Infektion behandelt werden. Das Medikament PrEP kostet inkl. Laboranalysen etwa Fr. 2000 bis 2500 pro Jahr. HLI-Schweiz lehnt das dezidiert ab. Die neue Regelung ist ein Verstoss gegen das ethische Prinzip in der Medizin, den Patienten zu nützen und nicht zu schaden.
Dieselben ethischen Bedenken hat HLI-Schweiz bei den reaktiven Testergebnissen auf Hepatitis B (HBsAg) und Hepatitis C. Eine acht- bis zwölfwöchige Therapie gegen Hepatitis C kostet rund Fr. 30’000. Wobei die Chancen für eine Heilung bei 75 bis 80% liegen. Bei Hepatitis B liegt die Heilungschance bei 90%. Die Frage drängt sich ausserdem auf, ob diese Heilungschancen auch für immunsupprimierte Organempfänger gelten. In Organempfänger, welche kein reaktives Testergebnis aufweisen, sollte kein Organ transplantiert werden, das ein reaktives Testergebnis auf das HI-Virus (HIV), Hepatitis-B-Virus (HBV) oder Hepatitis-C-Virus (HCV) hat. HLI-Schweiz erachtet das als Geschäftemacherei auf dem Buckel der bemitleidenswerten Organempfänger. Die Transplantationsmediziner verdienen Geld mit der Transplantation «marginaler Organe». Die Folgen der Transplantation solcher minderwertiger Organe spült Geld in die Kassen der Pharmafirmen, welches die Krankenkassen bzw. die ohnehin schon schwer gebeutelten Prämienzahler belastet. Wir hoffen, dass die Stellungnahme von HLI dazu beiträgt, dass diese Änderung nicht vollzogen wird.