Tagungsbericht: «Gesundheitswesen: Mehr Ethik – weniger Kosten?»

(aktualisiert: 11.12.2023) Unter dem Titel «Gesund­heits­we­sen: Mehr Ethik – weni­ger Kos­ten?» fand am Sams­tag, 11. Novem­ber 2023 die dies­jäh­rige HLI-​Tagung in Zürich statt. Die über 130 Besu­cher kamen in den Genuss hoch­ka­rä­ti­ger Vor­träge und einer Podi­ums­dis­kus­sion, in der Klar­text gespro­chen wurde.

Zur gut besuchten Veranstaltung in der Pfarrei Liebfrauen in Zürich geladen hatte die Lebensschutz-Vereinigung Human Life International (HLI) Schweiz. Es gehört bei HLI zur guten Tradition, dass jedes Jahr im November eine Tagung durchgeführt wird, die sich einem brisanten Schwerpunkt-Thema im Fokus widmet. Die für die diesjährige Tagung angekündigten Referenten – ausgewiesene Experten in ihren Fachbereichen – boten Gewähr für erstklassige Informationen zu einer Thematik, welche auch in Zukunft für Gesellschaft und Staat von elementarer Bedeutung sein wird.

Die Podiumsteilnehmer (v.l.n.r.): Moderator Giuseppe Gracia, Prof. Dr. Stefan Hockertz, Prof. Dr. Konstantin Beck, Pfr. Dr. Roland Graf, lic. iur. et theol. Niklaus Herzog (Bild: HLI Schweiz)

HLI-​Tagung 2023: Kri­ti­scher Rück­blick auf die Corona-​Politik von Staat und Kirche

Prof. Dr. oec. Konstantin Beck, Gesundheitsökonom und Statistiker (Bild: HLI Schweiz)

Geburtenrückgang und Übersterblichkeit
Der erste Referent, Prof. Dr. oec. Konstantin Beck, präsentierte dem Publikum auf anschauliche Weise, in welchen Zusammenhängen die hierzulande statistisch erhärteten Geburtenrückgänge und die zunehmende Übersterblichkeit gesehen werden müssen. Laut seinen wissenschaftlich fundierten Analysen kann ein Zusammenhang mit der Covid-19-Impfung nicht von der Hand gewiesen werden. Von einer Übersterblichkeit kann dann die Rede sein, wenn die tatsächliche Sterblichkeit über der statistisch erwartbaren Sterblichkeit liegt. Es ist laut Professor Beck frappant, dass diese Übersterblichkeit stark zugenommen hat, seit sich in der Schweiz im Zuge der Impfkampagne des Bundes ab 2020 sehr viele Menschen die mRNA-Impfung verabreichen liessen. Insbesondere bei der Kategorie der 20- bis 39-Jährigen hat erst mit der Impfkampagne eine ausserordentliche Sterblichkeit eingesetzt: Während eineinhalb Jahren sind 14 % mehr Menschen dieser Alterskategorie gestorben als erwartet. Was ebenfalls klar ist: Weder bei Senioren noch bei Jüngeren ist dank der Impfung ein Rückgang der ausserordentlichen Sterblichkeit zu verzeichnen.

Signifikant ist auch der seit 2020 stark anhaltende Rückgang der Geburten, so Konstantin Beck, der als Titularprofessor für Versicherungsökonomie an der Universität Luzern doziert. Oftmals wird der Geburtenrückgang in der Schweiz und anderen westlichen Staaten («Baby-Gap») damit erklärt, dass Paare aufgrund der Unsicherheit schaffenden Covid-Pandemie den Kinderwunsch ab 2020 verschoben oder freiwillig darauf verzichtet hätten. Aus der Sicht von Prof. Beck treffen diese Hypothesen aber nicht zu. Vielmehr würden die Geburtenrückgänge mit dem Impfbeginn korrelieren. Dieser Zusammenhang sei insofern zu berücksichtigen, da auch Schwangere geimpft wurden oder geimpfte Frauen schwanger wurden. Deshalb müsse untersucht werden, wie die Wissenschaft zu den Risiken der Covid-19-Impfung in Bezug auf Schwangerschaften Stellung beziehe und was die Hersteller der Impfstoffe dazu zu sagen hätten.

Brisant ist dabei das Beispiel des Impfstoff-Herstellers Pfizer, das Konstantin Beck in diesem Zusammenhang erläuterte. Der Pharmakonzern beabsichtigte, seinen E-Mail-Verkehr mit der US-Zulassungsbehörde (FDA) bis 2097 (!) geheim zu halten. Aufgrund eines Gerichtsentscheids in Texas musste Pfizer diesen allerdings veröffentlichen – sodass Fachleute diesen Mailverkehr im Rahmen umfangreicher Recherchen durchleuchten konnten. Demnach hatte Pfizer zur Zulassungsstudie des Covid-19-Impfstoffs keine Schwangeren zugelassen. Die 270 geimpften Frauen, die danach schwanger geworden sind, wurden aus der Studie ausgeschlossen. Die Unterlagen von 234 Schwangeren gingen allerdings «verloren» – was illegal gewesen sei. Von den verbleibenden 36 Schwangeren hatten über 80 % ihr Baby verloren. Es sei klar, dass die Impfung von Schwangeren deshalb von Anfang an ein vorhersehbares Risiko enthielt.

Nicht erst die Covid-Impfung veranschaulicht, so der Gesundheitsökonom und Statistiker Beck, die ethischen Risiken, die sich im Kontext der Pharma-Industrie ergeben. Es würden immer wieder Produkte mit zu hohem Schadensrisiko zugelassen (wie Contergan, Yasmin usw.). Dass die damit einhergehenden Schädigungen zu Mehreinnahmen für Pharmaindustrie und Gesundheitswesen führten, pervertiere den Gewinnanreiz. Man müsse immer wieder genau hinschauen, ob Swissmedic als Schweizerische Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Arzneimittel und Medizinprodukte wirklich unabhängig agiere.

Gebur­ten­rück­gang und Über­sterb­lich­keit — who cares? Vortrag von Prof. Dr. Kon­stan­tin Beck als Podcast von Radio Gloria anhören

Nachtrag vom 11.12.2023: Inzwischen hat das Bundesamt für Statistik veröffentlichtes Zahlenmaterial, auf das sich der Vortrag u.a. auch bezog, zum Teil zurückgezogen. Begründung: Die Gesundheitsbefragungen von 2017 und 2022 seien nicht vergleichbar. Prof. Konstantin Beck hat das auf seinem Youtube-Kanal am 6. Dezember 2023 diskutiert. Damit hat sich die Angelegenheit aber nicht erledigt. Prof. Konstantin Beck weist nach, dass gemäss der Statistik der Krebsmedikamentenbezüger der Krankenkasse Helsana die Zahl der Bezüger in den Jahren 2021 und 2022 jeweils doppelt so hoch war, wie 2020!

Prof. Dr. Stefan Hockertz, Immunologe, Pharmakologe und Toxikologe (Bild: HLI Schweiz)

Folgen der Covid-Impfung
Prof. Dr. Stefan Hockertz legte Wert darauf, in seinem Referat nicht nur die negativen Folgen und Risiken der mRNA-Impfung zu beschreiben, sondern auch «Auswege aus den Krisen» aufzuzeigen. Nachdem Hockertz als namhafter Immunologe, Pharmakologe und Toxikologe öffentlichkeitswirksam gegen die staatliche Corona-Politik in Deutschland die Stimme erhoben hatte, sah er sich starken Anfeindungen durch staatliche Stellen und grosse Medienkonzerne ausgesetzt. In der Folge ist er in die Schweiz gezogen, wo er sich heute sehr wohl fühlt und häufig als gefragter Vortragsredner unterwegs ist.

Mit den Covid-19-Impfstoffen geht Hockertz hart ins Gericht. Es handle sich dabei «nicht um klassische Impfstoffe, sondern um genbasierte Injektionen zur Manipulation von Körperzellen.» Mit dieser «Gentherapie» werde dem menschlichen Körper «ein genetischer Code eines kleinen Virusteils» injiziert, wobei die Körperzellen zur Produktion von Spike-Proteinen des Virus gezwungen würden. Erst damit beginne die eigentliche Immunreaktion (Antikörper-Produktion). Auf wissenschaftlich anspruchsvollem Niveau erklärte Hockertz, was bei einer Covid-«Impfung» (die er immer in Anführungs- und Schlusszeichen so bezeichnete) im Körper geschehe. Die Stichworte dazu sind u. a. «Proteinbiosynthese» oder «Pharmakokinetik».

Die mRNA-Impfstoffe hätten für Betroffene bedeutende negative Folgen. Die damit verabreichten Spike-Proteine seien neurotoxisch und könnten «durch Membranfusion in jede Zelle eindringen». Auch die psychischen Nebenerscheinungen, wie vermehrte Antriebslosigkeit, seien beträchtlich. Als möglichen Weg zur Stärkung des eigenen Immunsystems empfiehlt Hockertz die sog. «IHHT-Therapie», eine Art «Sauerstofftraining», das die Zahl intakter Mitochondrien wieder erhöht. Mitochondrien sind Zellorganellen, d. h. spezialisierte Untereinheiten innerhalb einer Zelle, welche die Energie liefern, die von den Zellen benötigt wird.

Die staatliche Coronapolitik habe sehr viel Leid verursacht. Die verantwortlichen Stellen in der Politik und der Wissenschaft seien dafür zur Rechenschaft zu ziehen: «Wir vergeben – vergessen aber nicht.» Stefan Hockertz plädiert im Gegensatz aber auch dafür, die entstandenen Gräben in der Gesellschaft wieder zu überwinden. Der christliche Glaube habe ihn persönlich gestärkt. Er erwähnt dabei Jesu Gang auf dem See Genezareth – ein Gleichnis, das ihn nachhaltig geprägt habe. Als ein heftiger Sturm tobte und seine Jünger in starke Angst und Verzweiflung versetzt wurden, sprach Jesus: «Fürchtet Euch nicht.» Sich nicht zu fürchten, Gottvertrauen und keine Angst zu haben, lohne sich gerade auch in der aktuellen Zeit.

Pfarrer Dr. Roland Graf, Moraltheologe & Bioethiker (Bild: HLI Schweiz)

Coronapolitik aus ethischer Sicht
Mit einem regelrechten «Trommelfeuer» an brisanten Informationen wartete der Vortrag von Pfr. Dr. Roland Graf auf. Der Präsident a.i. von HLI stellte die Coronamassnahmen den Grundsätzen ethischen Handelns gegenüber – und kritisierte insbesondere die teils unverhältnismässige Coronapolitik der Schweiz und anderer Staaten. Anhand einer akribischen Chronologie rief Pfr. Dr. Graf in Erinnerung, mit welch einschneidenden Massnahmen in das gesellschaftliche Leben in der Schweiz seit Ausrufung der Pandemie eingegriffen wurde. Es war der 16. März 2020, als der Bundesrat in der Schweiz den Lockdown verordnete. Gleichentags trat auch das Besuchsverbot in Spitälern, sowie in Alters- und Pflegeheimen in Kraft. Beerdigungen waren nur auf dem Friedhof erlaubt – für Gottesdienste galt eine Maximalteilnehmerzahl und zudem galt in Kirchen relativ lange ein Singverbot. Alles Massnahmen, die viele Menschen hart getroffen haben und zu denen kein Widerspruch geduldet wurde.

Graf verwies auf wichtige Überlegungen, welche die Nationale Ethikkommission (NEK) im August 2021 veröffentlichte – und die beim Bund zu wenig Gehör gefunden haben. Die NEK legte nämlich Wert darauf, dass ungeimpfte Personen gleichberechtigt behandelt werden: «Die NEK betont, dass auch eine indirekte Impfpflicht das Prinzip der Wahlfreiheit bezüglich der Impfung untergräbt und damit nicht gerechtfertigt werden kann. In der Konsequenz ist sie der Auffassung, dass im Grundsatz am 3G-Prinzip – das geimpfte, genesene und negativ getestete Personen einschliesst –, festzuhalten ist.» Zur aufgekommenen Forderung, Ungeimpfte sollten die Kosten im Fall einer Covid-19-Erkrankung selber tragen, äusserte die NEK: «Werden geimpften und ungeimpften Personen unterschiedliche Rechte auf Behandlung zugestanden, trägt dies jedoch klar Züge einer zumindest indirekten Impfpflicht. Auch darf der Impfstatus nicht als Kriterium verwendet werden, um eine allfällige Triage-Entscheidung in der Intensivmedizin zu treffen.»

Bereits im Juni 2021 veröffentlichten die Vereinigung der Katholischen Ärzte der Schweiz und HLI Schweiz die Haltung, dass «die Impfung von gesunden Personen im fortpflanzungsfähigen Alter und insbesondere von Jugendlichen zum jetzigen Zeitpunkt» abzulehnen sei. Dafür gab es in den Medien grosse Kritik – aus heutiger Sicht, wo immer mehr Impf-Nebenwirkungen bekannt geworden sind, war die damalige Publikation dagegen voll gerechtfertigt.

Wie Roland Graf weiter erläuterte, wurden in der Schweiz sehr vielen Menschen Covid-19-Impfstoffe verabreicht. Per 3. Juli 2023 hätten laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) 93 % der über 80-Jährigen mindestens eine Impfdosis verabreicht erhalten. Bei den 20- bis 59-Jährigen bewegt sich dieser Wert zwischen 73 und 81 %, wobei sich mit zunehmendem Alter mehr Personen haben impfen lassen. Seit 2021 habe die Schweiz, so Graf, rund 40-50 Millionen Impfdosen zu viel bestellt. Damit seien mindestens zwei Milliarden Franken an Steuergeldern «an die Pharma verpulvert» worden.

Auf grosses Interesse stiessen die von Pfr. Dr. Graf vorgetragenen Recherchen, welche enge Verbindungen des Vatikans zum Weltwirtschaftsforum (WEF) und weiteren supranationalen Gremien wie der Weltgesundheits-Organisation WHO offenlegten. Dabei ist unbestritten, dass der Vatikan und die Katholische Kirche sehr strenge Coronamassnahmen durchgesetzt haben. Verschiedene Fälle liessen dabei aufhorchen. So verordnete in Kanada Bischof Ronald Fabbro im November 2021, dass alle Geistlichen, Angestellten und Freiwilligen zur Covid-Impfung verpflichtet seien – sonst drohe die Entlassung. Im Oktober 2021 wurden drei Schweizergardisten vom Dienst suspendiert, weil sie sich nicht impfen lassen wollten. Darunter befand sich mindestens ein genesener Gardist. Für Angestellte, Pilger und Besucher des Vatikans wurde im Dezember 2021 eine 2G-Pflicht mittels «Super Green Pass» verabschiedet – Einlass erhielt nur noch, wer geimpft oder genesen war. Während Italien den Green Pass bis Ende März 2022 verlangte, galt die Regelung im Vatikan bis Ende April.

Pfr. Dr. Graf plädierte dafür, dass «der Einsatz der Katholischen Kirche für die Armen, für Bildung, für das Gesundheitswesen, für Umwelt- und Klimaschutz weiterhin auf der Basis der bisherigen Soziallehre und der Moraltheologie erfolgen» müsste. Dafür dürfe sich die Kirche «nicht von Organisationen vor den Karren spannen lassen, welche den totalitären Charakter der Agenda 2030 (UNO, WHO, WEF) durchsetzen wollen.»

Über­le­gun­gen zu Corona-​Massnahmen: Ethi­sches Han­deln lohnt sich — Vortrag von Pfr. Dr. Roland Graf als Podcast von Radio Gloria anhören

Podiumsdiskussion
Die zum Abschluss der Tagung stattfindende Podiumsdiskussion leitete Giuseppe Gracia, Journalist, Autor und Kommunikationsfachmann. Nebst den Referenten nahm daran auch lic. iur. et theol. Niklaus Herzog teil, seines Zeichens Vize-Präsident von HLI und Redaktionsleiter von swiss-cath.ch. Herzog plädierte dafür, die besprochenen Themen differenziert zu betrachten: «Wir Menschen sind nicht nur schwarz und weiss, sondern meist auch Zebras.» Die Schweiz habe im Gegensatz zu den Nachbarländern weniger drastische Corona-Massnahmen verabschiedet und sei insgesamt gerade deshalb besser durch die Krise gekommen.

Der obige Originalbeitrag erschien ursprünglich auf der Plattform swiss-cath.ch
Er wird hier mit Einverständnis des Autors und von swiss-cath.ch wiedergegeben.

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